Eine Dankurkunde des Bistums und viel Lob

von Redaktion

Kirchenchor St. Martin würdigt sechs Mitglieder – Besondere Ehrung für Chorleiter Wolfgang Kurfer

Unterwössen – Traditionell sind die Sänger des Kirchenchors St. Martin am ersten Adventssonntag nach dem Gottesdienst zum gemütlichen Weißwurstfrühschoppen zusammengekommen. Dort haben die Mitglieder Bilanz des vergangenen Kirchenjahres gezogen. Gleich sechs Chormitglieder wurden für ihre jahrzehntelange Treue geehrt, darunter Chorleiter Wolfgang Kurfer.

Chorsprecher Bernhard Greimel fand besondere Worte für die Jubilare. Mit viel Humor und persönlichen Anekdoten würdigte er Claudia Brandstetter für 35 Jahre Chorgesang. Die Finanzchefin des Chors überraschte Greimel mit ihrer Stimmsicherheit und ihren Klangfarben, was ihm besonders bei ihrem Auftritt im Quartett bewusst wurde.

Luise Färbinger singt seit 55 Jahren im Kirchenchor. Mit ihren 85 Jahren bewältigt sie die zwei Treppen zum Chorraum noch immer „locker“, wie Greimel betonte. Sport und Singen halten sie jung.

Lisi Guggenbichler erhielt für 65 Jahre Chordienst die Ehrung als „Urgestein“ des Chors, wie Greimel es formulierte. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen ist ihre Leidenschaft für Gesang und einen „gepflegten Ratsch“ ungebrochen.

Den Höhepunkt der Ehrungen bildete die Würdigung von Wolfgang Kurfer für 50 Jahre musikalisches Wirken in Unterwössen. Margit Schlaipfer präsentierte die entsprechenden Daten. Bereits im Alter von neun Jahren begann er 1972 mit dem Orgelunterricht und vertrat mit elf Jahren schon eine ganze Woche lang den damaligen Chorleiter Jochen Langer an der Orgel. Seit 2013 leitet er nun selbst den Kirchenchor St. Martin. Pfarrer Martin Straßer überreichte ihm die Dankurkunde des Bistums, die von Weihbischof Robert Graf zu Stolberg und Professor Stefan Zippe unterzeichnet war.

Schlaipfer würdigte in ihrer Ansprache besonders Kurfers Geduld mit dem Chor und sein Engagement. „Du spendierst einen Großteil deiner Aufwandsentschädigung für den Kirchenchor“, lobte sie. Tatsächlich organisiert Kurfer gemeinsam mit seiner Frau Gitti nicht nur die Proben, sondern auch das jährliche Grillfest im eigenen Garten und beschenkt die Chormitglieder nach Festgottesdiensten mit kleinen Aufmerksamkeiten.

Zuvor hatte Kurfer in seinem Bericht auf das vergangene Kirchenjahr zurückgeblickt. Er berichtete von 22 Gottesdiensten und Andachten, die der Chor musikalisch begleitete. Neun davon begleitete das Chororchester mit Streichern, Bläsern oder in anderen Besetzungen. Das Repertoire reichte von Messen von Anton Diabelli, Robert Jones und Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu modernen Stücken. Besonders stolz ist der Chor auf die etwa 40 aktiven Sänger, die bei den Proben mit großer Begeisterung dabei sind.

Ein Thema beschäftigt den Chor sehr: der fehlende Nachwuchs. „Seit Jahrzehnten kommen keine jungen Sänger mehr dazu“, bedauerte Greimel. Viele Jugendliche zögen die Musikkapelle vor, zudem hätten viele junge Leute „null Bock auf die Sonntagsmesse“. Umso mehr freue man sich über die Quereinsteiger der vergangenen Jahre.

Der Ausblick auf das kommende Jahr zeigt: Das Adventssingen steht an, ebenso die Weihnachtsgottesdienste, die Erstkommunion am Montag, 4. Mai, und, auf März 2027 verschoben, das Passionssingen mit Sepp Radauer. „Das Wichtigste ist, wir bleiben alle einigermaßen gesund“, betonte Kurfer. Und natürlich werde auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen, mit Chorausflug, Grillfest und gemütlichen Abenden. Der Weißwurstfrühschoppen klang bei Kaffee und „gutem Ratschen“ aus.lfl

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