Gstadter testen KI-Straßenmanagement

von Redaktion

System erfasst Schäden und soll Unterhaltskosten sparen – Auch Schachtdeckel und Wasserabläufe auswertbar

Gstadt – Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat von Gstadt, dass die Verwaltung und der Bauhof das digitale Straßenmanagementsystem der Firma Vialytics auf seine Verwendbarkeit prüfen sollen. Zuvor hatte Markus Kainz von der „Vialytics GmbH“ mit Sitz in Stuttgart das digitale Straßenmanagementsystem vorgestellt.

„Es ist eine cloudbasierte Lösung“, erklärte Kainz. Das moderne, KI-gestützte Straßenmanagementsystem werde bereits in über 800 Gemeinden, Märkten, Städten und Landkreisen mit einem Straßennetz von zwölf bis 4.200 Kilometern erfolgreich eingesetzt. Täglich würden über 200.000 Kilometer Verkehrsfläche verwaltet. Vialytics sei ein digitales System zur automatisierten Straßen- und Verkehrsflächenkontrolle, das effizient, rechtssicher und nachvollziehbar sei. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, basierend auf Kameraaufnahmen während der Befahrung, werde alles erfasst, dokumentiert und verwaltet. Kainz betonte, dass damit keine Persönlichkeitsrechte verletzt würden. „Gesichter und Kennzeichen sind verpixelt.“

Vialytics erspare die aufwendige Erfassung von Schäden, da die Erfassung, Kategorisierung und Auswertung vollständig automatisiert und objektiv erfolge. Bewertet werde nach einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (ganz schlecht). Die Ergebnisse der Befahrung könnten durch intuitive und einfache Anpassung der Filter sofort angezeigt werden. Das bedeute, so Kainz weiter, dass der Tiefbau in der Lage sei, präventiv den Straßenzustand zu erhalten. Er könne also frühzeitig agieren und nicht erst nach größeren Schäden einen guten Straßenzustand wiederherstellen. Damit könne sich eine Gemeinde viel Unterhaltskosten sparen, warb Kainz.

Mit dem Smartphone von Vialytics könne man auch sämtliche Schachtdeckel und Wasserabläufe auswerten und verorten. „Was der Verkehrssicherheit dient, denken Sie nur an Rollerfahrer oder den Winterdienst“, so Kainz. Das Smartphone erkenne zudem Schilder, verorte diese und erfasse deren Zustand – ob intakt, verblichen oder durch Hecken verdeckt. „Und das Ordnungsamt kann sofort reagieren“, ergänzte Kainz. Das Straßenmanagementsystem könne alle gemeindlichen Liegenschaften abdecken und die komplette Auftragsverwaltung übernehmen.

Für die Bereitstellung von Software und Hardware auf Basis eines Vialytics-Smartphones würden einmalig Leistungen in Höhe von 1.071 Euro brutto fällig, dazu kämen noch 5.448,78 Euro brutto pro Jahr.

Nach kurzer Beratung beschlossen die Gstadter Gemeinderäte mit neun zu eins Stimmen, dass das Straßenmanagementsystem Vialytics von der Verwaltung und dem Bauhof auf seine Verwendbarkeit in der Gemeinde geprüft werden solle. elk

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