Bergen – „Ein Logo muss einen Wiedererkennungswert haben und eine Marke repräsentieren“, erklärte Tourismusleiter Wolfgang Helldobler in der Gemeinderatssitzung und präsentierte verschiedene Logovarianten, die sich gewollt denen der Nachbargemeinden ähneln, um eine regionale Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Die Räte hatten noch einige Änderungswünsche. Nicht beschlossen wurde eine Folgefinanzierung des touristischen Bereichs in der Chiemgau GmbH.
Lebensgefühl und
Leistungen darstellen
Tourismusleiter Helldobler informierte eingangs, dass die „Chiemgau GmbH“ einen Markenprozess für den „Chiemgau Tourismus“ gestartet habe. Dabei gehe es darum Markenwerte, wie Landschaft, Lebensgefühl, Leistungen darzustellen und herauszufinden, welche Zielgruppen beworben werden sollen. „Unsere Gäste kommen aus dem nostalgisch, bürgerlichen Milieu, das seien die Stammgäste, aus der adaptiv-pragmatischen Mitte, dies sind die Familie sowie aus dem Milieu der Performer, also die Ehepaare ohne Kinder in der Nebensaison“, fasste Helldobler zusammen. Die Gäste suchen Erholung und Entspannung, als Paar oder mit der Familie, erwarten ebenfalls ein Schlechtwetterprogramm. Die drei Zielgruppen sollen vom Logo angesprochen werden. Der Schriftzug soll die gemeinsame Region spiegeln, ähnlich dem der Gemeinden Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf gestaltet sein und durch die Symbole Bergbahn und Berg ergänzt werden. Bürgermeister Schneider gefiel das Logo, dass einen Wiedererkennungswert habe. Noch mehr Variationen hinsichtlich der Platzierung der Seilbahn im Logo wünschte sich der Rat.
Keinen Beschluss fasst der Rat hinsichtlich der Folgefinanzierung des Bereichs Tourismus in der „Chiemgau GmbH“ ab 2026. Wie Bürgermeister Schneider erinnerte, wurde der Chiemgau Tourismusverein mit 35 Mitgliedsgemeinden aus dem Landkreis vor vielen Jahren gegründet. Damals habe man sich auf eine Finanzierung von 12,5 Cent pro Übernachtung aus den Mitgliedsgemeinden geeinigt. Der Landkreis Traunstein gibt zudem eine Million Euro als freiwillige Leistung hinzu, die jedoch über die Kreisumlage finanziert werden. Seit 15 Jahren blieben die Beiträge gleich. Der Verein wurde in die vor zwei Jahren gegründete „Chiemgau GmbH“ eingegliedert. Damals entschied man sich, anzusehen, wie es laufe, welche Erfolge die GmbH bringe und erst danach sollte wieder über einen Vertrag mit der Dauer von fünf Jahren entschieden werden, so der Rathauschef. Der damalige Landrat Walch habe bestätigt, dass die Gebühren nicht erhöht werden. Nun aber soll der Betrag von 12,5 auf 15 Cent pro Übernachtung angehoben werden. Dies mache in Bergen bei 70.000 Übernachtungen in etwa einen Betrag von 2000 Euro mehr aus, dann rund 11.200 Euro. Der Landkreiszuschuss solle sich ebenfalls auf 1,1 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren erhöhen und dann ab 2028 bei 1,2 Millionen liegen. Das sei zwar schön, doch dürfe sich deshalb der Kreisumlagensatz, den die Gemeinden an den Landkreis abführen, nicht erhöhen, meinte Schneider. Er spreche sich dagegen aus, ohne wesentliche Begründung den Beitrag, um 20 Prozent zu erhöhen. Er möchte auch keine Schuldenfalle, zumal man nicht wisse, wie viel Geld in Büros etc. fließen.
Mit Erstaunen fragte Kathi Hallweger (Grüne), ob es keinen Rechenschaftsbericht gebe. Der Wirtschaftsplan, so Schneider, sei sehr dürftig und erst in den vergangenen beiden Wochen wurde ein 200 Seiten umfassender Bericht mit Tabellen geschickt. Er schlug vor, den Antrag zurückzustellen, eine Entscheidung zu verschieben.
Zahlenwerk wird
im Januar präsentiert
Kathi Hallweger wie auch Sepp Gehmacher (CSU) sehen das Geld dennoch gut investiert, da auch Leistungen, wie nun das neue Logo erbracht werden. Bürgermeister Schneider schlug vor, aus dem nun vorliegenden Zahlenwerk eine Präsentation zu erarbeiten, die dem Rat in der Januarsitzung vorgelegt werde. Herbert Berger (ÜW) wollte zudem noch feststellen, dass die Qualität der „Chiemgau GmbH“ nicht angezweifelt werde. Einstimmig wurde dieser Punkt verschoben und wird im Januar erneut diskutiert.