Rimsting – Der Schock dürfte wohl noch tief sitzen: Am vergangenen Samstagnachmittag ist es auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Rimsting zu einem Betriebsunfall gekommen. Wie die Polizei Prien mitteilte, rangierte ein 17-jähriger Auszubildender mit seinem Traktor in einer Maschinenhalle und geriet gegen einen Stapel Heuballen. Daraufhin fielen einige der rund 400 Kilogramm schweren Heuballen auf einen 56-jährigen Landwirt. Er wurde eingeklemmt.
„Die Leute vor Ort haben den Rettungsdienst verständigt“, sagt ein Sprecher der Polizei Prien auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Nach einer Erstversorgung sei der 56-Jährige mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. „Er hat sich schwere Verletzungen am Oberkörper zugezogen“, sagt der Polizist. Zwar hätten weder er noch seine Kollegen bisher mit den Angehörigen Kontakt gehabt, sein letzter Stand sei aber gewesen, dass der Gesundheitszustand des 56-Jährigen stabil sei.
An Unfälle, bei denen jemand durch einen Heuballen schwer verletzt wurde, kann sich der Polizist nicht erinnern.
„Das kommt tatsächlich eher selten vor“, sagt er. Fest stehe aber, dass es immer wieder zu Arbeitsunfällen kommt.
Das zeigt auch ein Blick auf die jüngsten Meldungen. So wurde Mitte November ein 63-Jähriger bei einem Arbeitsunfall in Rosenheim schwer verletzt. Sein Unterleib wurde unter dem Betonring eines Abwasserschachts begraben. Am vergangenen Freitagnachmittag verletzte sich ein 60-jähriger Mann bei privaten Holzarbeiten in einem Garten schwer. Zwei Holzstämme gerieten offenbar ohne Fremdeinwirkung in Bewegung und klemmten das rechte Bein des Mannes ein. Besonders tragisch endete ein Fall in Hundham. Dort starb ein 50-jähriger Mann. Er wollte auf seiner Baustelle mit einem Kran Ziegelpaletten verladen, als die schwere Last aus mehreren Metern Höhe von der Gabel fiel und ihn traf. Für den 50-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Wie genau sich der Unfall in Rimsting zugetragen hat, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. „Wir prüfen beispielsweise, ob die Arbeitssicherheitsvorschriften eingehalten wurden“, sagt der Sprecher der Polizei. Anna Heise