Raiden und die „Engel auf Erden“

von Redaktion

Positive Bilanz der Inselweihnacht – Für ein dreijähriges Kind erfüllt sich ein Herzenswunsch

Fraueninsel – Acht magische Tage erlebten die Besucher heuer auf der Inselweihnacht. Das beliebte Event sorgte bereits am ersten Wochenende für eine hohe Besucherzahl von etwa 30.000. Petrus hatte am zweiten Wochenende hin und wieder ein paar Regentropfen geschickt, aber das trübte die Weihnachtsatmosphäre kaum. Auch Veranstalter Emanuel von Oy und Bürgermeister Armin Krämmer freuten sich über die schöne Inselweihnacht.

Dem Alltag
entfliehen

„Für mich war es das Schönste, so viele glückliche Besucher zu sehen, die den Tag hier auf der Insel so richtig genossen. Die Leute sollen dem Alltag entfliehen, sich hier wohlfühlen und einfach eine unvergesslich tolle Zeit haben“, sagt Veranstalter Emanuel von Oy. Vergangenes Jahr feierte von Oy seine „Feuertaufe“ als neuer Veranstalter der Inselweihnacht. Heuer sah man, dass alles leichter von der Hand ging, denn neben der guten Atmosphäre gab es neue Höhepunkte.

An zwei Wochenenden wurde für Groß und Klein ein buntes Programm geboten. Wunderschöne Kirchenkonzerte ließen weihnachtliche Töne erklingen. An einem Tag kamen die Perchten mit ihren kunstvoll geschnitzten Masken und wilden Fellgewändern auf die Insel und vertrieben die bösen Wintergeister. Als sanftes Pendant zu den wilden Perchten gab es wunderschöne Engel im weißen Gewand sowie den Nikolaus.

Überall erklang Musik. Diese gab es in der Kirche, auf der großen Bühne, wo Chöre, Bands und Gesangsvereine spielten, am Ufer vor einer malerischen Berg- und Seekulisse sowie im Herzen der Insel, wo am vergangenen Wochenende die Alphorn- und Jagdhornbläser spielten. Das Wichtelwunderland ließ Kinderherzen pochen. Hier wurden Geschichten vorgelesen, gebastelt und gesungen.

Der Weihnachtsengel Angelika zählte zu den beliebtesten Fotomotiven der Besucher. Hier standen die Menschen Schlange, um ein Erinnerungsfoto zu machen. Liebevoll geschmückte Stände sorgten für ein großes Angebot an Kunsthandwerk und Kulinarik. Bei all dieser himmlischen Atmosphäre ließen Veranstalter Emanuel von Oy und alle, die seine Projekte unterstützen, Träume wahr werden. Mit der „Aktion Wunschinsel“ erfüllten sie Wünsche von bedürftigen Kindern.

Schon vergangenes Jahr ermöglichte Emanuel von Oy sozial schwachen Familien einen Tag lang kostenfrei den Christkindlmarkt zu erleben. Die Schifffahrt dazu gab es gratis. Auch heuer ermöglichte er sieben Familien eine magische Zeit.

Ein tragisches Schicksal bewegte von Oy, Bürgermeister Armin Krämmer und alle Menschen, die hinter der Inselweihnacht stehen, ganz besonders. Es war das des dreijährigen Raiden aus Mühldorf. Seine Mutter Laura starb dieses Jahr im Juni nach schwerer Krankheit. Schon damals bewegte die traurige Geschichte der jungen alleinerziehenden Mutter die Menschen sehr. Für ihren kleinen Sohn sind Engel etwas ganz Besonderes und so durfte er nun tatsächlich einigen begegnen.

Menschen, die so unglaublich viel Gutes bewegen wie jene, denen Raiden und seine Oma Anna begegneten, verdienen es wahrhaftig, als „Engel auf Erden“ bezeichnet zu werden. So auch die Polizei in Prien, die den Dreijährigen und seine Oma Anna mit dem Boot der Wasserschutzpolizei auf die Insel brachte. Dort bekam er von Polizeioberkommissarin Alexandra Rieger und ihren Kollegen einen Beschützer in Form eines Polizeibären geschenkt. Viele weitere Geschenke erwarteten den kleinen Jungen auf der Insel. Vom Team der BRK-Bereitschaft Prien gab es einen kranken Teddy. Die Sanitäter zeigten Raiden, wie der Teddy schnell wieder gesund wird.

Auch vom Feuerwehrkommandanten Stefan Neuer gab es viel Spaß und Unterhaltung sowie eine Feuerwehrmütze und ein Abzeichen der Priener Wehr zur Erinnerung. Das Kloster ermöglichte Oma und Enkel eine kostenlose Übernachtung. Dazu gab es auch von den Nonnen einen schönen Teddybären. Inselzimmerer Franz Huber und Barbara Lindner vom Chiemseezauber spendeten Geld. Die Chiemseeschifffahrt sorgte für eine schöne Heimreise aufs Festland. Die Anteilnahme des Veranstalters, der Gemeinde, der Einsatzkräfte, der Insulaner und Aussteller war überwältigend.

Drei kleine
Zwischenfälle

Bürgermeister Armin Krämmer und Veranstalter von Oy zogen eine erfreuliche Bilanz über das positive Ergebnis des diesjährigen Christkindlmarktes. „Wir hatten zwei sehr schöne Wochen. Das mit unseren Bändern hat dieses Jahr gut funktioniert. Was uns natürlich besonders freut, ist, dass das Miteinander zwischen Gemeinde, Veranstalter, Einsatzkräften, Ausstellern und Insulanern so hervorragend harmoniert“, sagen Krämmer und von Oy.

Bis auf die Sachbeschädigung einer heruntergerissenen Lichterkette und zwei kleine medizinische Einsätze, zu denen das BRK gerufen wurde, gab es keine Vorkommnisse.

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