Bernau – Der Anbau des Feuerwehrhauses in Bernau kann beginnen, beschloss der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Johannes Romstätter vom gleichnamigen Traunsteiner Architektur- und Städteplanungsbüro hatte zuvor dem Bernauer Gemeinderat den aktuellen Planungsstand und die Kostenberechnung vorgestellt. Nach der Erstellung einer Machbarkeitsstudie wurde deutlich, dass eine große Lösung erforderlich ist, da mehr Umkleiden und Fahrzeughallen für die Wechsellader benötigt werden. Zudem waren die Einsatzwege bezüglich Ein- und Ausfahrt unübersichtlich.
Große Lösung
soll kommen
Stimmte der Gemeinderat den Plänen und der Kostenberechnung zu, konnten die Ausschreibungen noch im Dezember erfolgen und ab März 2026 mit dem Anbau begonnen werden. Laut Regierung sei die Ein- und Ausfahrt jetzt vorbildlich gelöst, erklärte Romstätter. Gefördert werde der Anbau pro Fahrzeughalle, konkret vier Stellplätze bei drei Hallen samt Verbindung. Künftig stehen 105 Spinde zur Verfügung („wenn voll besetzt“), auch der Sanitärbereich wird aufgerüstet. Ebenso wird im Anbau ein Technikraum eingerichtet und im Obergeschoss entsteht eine Lagerfläche. Die Fahrzeughalle selbst bleibt ungeheizt. Mit Betonkernaktivierung kann die Halle temperiert werden. Auch kann über eine Wärmepumpe nachgedacht werden. Bislang wird nur mit Gas geheizt. Romstätter erklärte weiter, dass trotz der Anbindung an den bestehenden First und den Holzdachstuhl die Brandschutzauflagen erfüllt sind. Bis Herbst 2026 könnte der Rohbau stehen und nach dem Innenausbau über den Winter 2026/27 könnte der Anbau im Frühling 2027 fertiggestellt sein.
Die Kosten belaufen sich, so Romstätter weiter, auf 2,334 Millionen Euro. „Und das sind keine Schätzungen mehr, sondern eine Kostenberechnung.“ Ursprünglich waren 2,23 Millionen Euro angedacht. Die Mehrkosten in Höhe von rund 100.000 Euro begründen sich in erhöhten Gründungskosten und einer groß dimensionierten PV-Anlage mit Batteriespeicher. Hinzu kommen noch die Außenanlagen.
Auf Nachfrage von Sascha Klein (WMG) erklärte Romstätter, dass zu den Außenanlagen beispielsweise der Vorplatz, der asphaltiert wird, und der Waschplatz mit Ölabscheider zählen.
Matthias Vieweger (CSU) und Peter Pertl (CSU) hakten bei der Förderung und der PV-Anlage nach. Eine Einspeisung sei die schlechteste Variante, so Pertl. Eine Anlage in der Größenordnung halte er, so Vieweger, für „nicht sinnstiftend.“ Romstätter sagte, dass ein 42-Kilowatt-Speicher angedacht sei. Damit könne die Feuerwehr bei Bedarf auch rund zwei Stunden im Falle eines Stromausfalls weiter versorgt werden. Bezüglich der Förderung erklärte der Architekt: „Wir haben eingefordert, was geht.“ Der Förderbescheid sei schon da, fügte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) hinzu. Nach Gesprächen mit der „Bürgerenergie Chiemgau“ habe sich herauskristallisiert, dass sich die PV-Anlage nach neun Jahren amortisiert haben wird.
PV-Anlage nach neun
Jahren amortisiert
Peter Steindlmüller (CSU) und Franz Praßberger (ÜWG) forderten mehr Stellplätze, da es nahe der A8 eine leistungsstarke Feuerwehr brauche. Bauamtsleiter Bernd Ruth meinte, dass die Gemeinde diesbezüglich „schon bevorzugt behandelt worden“ sei. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber ergänzte, dass man dies nicht noch mehr ausreizen sollte.
Weitere Nachfragen betrafen die Heizmöglichkeiten, woraufhin Romstätter seine Anregung, weg vom Gas, hin zu Betonkernaktivierung und Wärmepumpe, wiederholte. Einstimmig stimmte der Gemeinderat der aktuellen Planung und der Kostenberechnung zu. Eine Entscheidung hinsichtlich des Betriebs der PV-Anlage wurde allerdings vertagt.