Bernau – Die Bahnbrücke an der Bernauer Ache soll erneuert und verbreitert werden. Die Gemeinde Bernau äußerte daraufhin fachliche Bedenken zu den möglichen hydrologischen und siedlungsstrukturellen Auswirkungen des Vorhabens.
In der Sitzung Mitte November stellten die beiden Vertreter der Firma Aquasoil ein Gutachten vor, das dem Vorhaben kaum Auswirkungen bescheinigte. Doch die Erläuterungen waren dem Gemeinderat nicht ausreichend, schriftlich gab die Firma Aquasoil nun erneut Erläuterungen ab. Das Schreiben fasste Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber in der jüngsten Sitzung zusammen. So könne sich der Durchfluss durch die Verbreiterung der Bahnbrücke ergeben, aber die aktuelle Modellierung zeige einen Anstieg von weniger als 0,1 Kubikmetern pro Sekunde (bei Maximalraten von rund 44 Kubikmetern pro Sekunde). Darüber hinaus habe man bei der Berechnung auch den Rückstau des Irschener Winkels berücksichtigt.
Im Zusammenhang mit Bedenken hinsichtlich einer Rückstaugefahr durch Seezufluss bei Starkregen heißt es: „Die bestehende Bahnbrücke hat nur eine geringfügige Rückhaltefunktion.“ Die neue Modellierung mit den aktuellen Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) zeige, „dass sich der Rückstau durch die Verbreiterung der Brücke nicht“ erhöhe. „Es treten auch keine unkontrollierten Abflüsse und Hochwasserspitzen im Ortsgebiet auf, da bereits 50 Meter unterhalb der Brücke kein Unterschied mehr zwischen Ist- und Planzustand feststellbar ist.“
Auch wurden „alle relevanten Abflussmengen der Gräben mit in die Berechnungen einbezogen.“ Man könne zudem nicht von einer erhöhten hydraulischen Dynamik sprechen, die Modellierung zeige keinen Rückstau in bisher geschützte Gebiete.
Die Berechnungen richteten sich nach dem Modell, das vom WWA geliefert wurde. Darüber hinaus entspreche der Wert von 53 Kubikmeter pro Sekunde im HQ100-Szenario dem Stand vom Mai 2025. Laut Abflusstafel vom September 2025 könne man von einer maximalen Zulaufrate von circa 42 Kubikmeter pro Sekunde im HQ100-Fall ausgehen. Das Wasserwirtschaftsamt habe, so Bürgermeister Biebl-Daiber weiter, gegenüber der Bahn erklärt, dass die Ergebnisse des Gutachtens konsistent erscheinen. „Die Eingangsparameter des Modells wurden mit uns abgestimmt… Bitte beachten Sie, dass für den Pegel Bernauer Ache noch kein konsolidierter, offiziell festgelegter HQ-Abfluss vorliegt.“
Der Bernauer Gemeinderat nahm ohne Gegenstimme die Ergebnisse des Büros Aquasoil sowie die Aussagen des WWA bezüglich der Veränderungen an der Bahnbrücke am Anger zur Kenntnis. elk