Bergen – Dort Hilfe leisten, wo die Not groß ist, unbürokratisch, effektiv und mit Know-how: Dafür steht die „Soziale Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf“, die in ihrer Jahresversammlung im Gasthaus „Mühlwinkler Hof“ über neue Projekte informierte. Vorsitzender Andreas Hess freute sich besonders, so viele Interessierte begrüßen zu können.
Hilfe anzunehmen
ist keine Schande
In seinem Bericht bezeichnete Hess das vergangene Jahr als relativ normal. Das Büro der Bürgerhilfe im Säulner Weg werde von Anni Steiner, Evi Zöller, Maria Kraus-Osenstetter und Wolfgang Wick bestens betreut, und viele Hilfesuchende hätten beraten werden können. Hess nannte zudem einige Beispiele für schnelle Hilfe. So habe in Vachendorf finanziell beim Setzen eines Grabsteins geholfen werden können. Bei einem Antrag auf Schwerbehinderung habe Widerspruch eingelegt werden müssen. In Bergen sei ausnahmsweise einmal die Miete übernommen worden, damit die Wohnung nicht gekündigt werde. Ein klassischer Fall sei es, dass pflegende Angehörige selbst Unterstützung oder eine Reha benötigen. Doch wie solle das gelingen, wenn jemand gepflegt werden müsse? In diesem Fall, so wusste Hess, gebe es das Institut der Verhinderungspflege. Ein Pflegedienst könne dann die Arbeit der pflegenden Person für die Zeit der Reha übernehmen. Dies sei ein klassischer Fall, da der Antrag meist von der Pflegekasse abgelehnt werde und es großen Engagements bedürfe, dies doch noch zu bewerkstelligen.
Die Hilfe beim Einkaufen, die ebenfalls in den Gemeinden benötigt werde, sei leichter zu realisieren. Hess rief zugleich dazu auf, es mögen sich noch mehr Einkaufshelfer melden. Interessierte könnten sich in die Helferliste, die im Büro ausliege, eintragen. Die Kontakte würden dann vom Büro vermittelt.
In seinem kurzen Rückblick auf 2024 dankte er vor allem der ausgeschiedenen Vorstandschaft, allen voran dem Initiator und Gründer der Bürgerhilfe, Klaus Frank, der die Geschicke des Vereins fast 13 Jahre lenkte. Der Kassenbericht habe gezeigt, wie wirtschaftlich der Verein arbeite. Betont wurde, dass es auch bei Notlagen keine Barauszahlungen gebe und Gutscheine übergeben würden. In Ausnahmefällen würden Banküberweisungen an jeweilige Gläubiger direkt übernommen.
Hess erinnerte an den Ausspruch von Bürgermeister Rainer Schroll aus dem vergangenen Jahr, der gemeint habe, die Bürgerhilfe tue viel Gutes, aber im Verborgenen. Aus dem Schatten sei man mit verschiedenen Aktionen herausgetreten, so Hess. Es seien ein Familien-Malwettbewerb durchgeführt und ein neuer interaktiver Internetauftritt erstellt worden. Er verwies zudem auf die SOS-Dose, die jedes Mitglied erhalte. Das Büro sei mit Möbeln, gestiftet von der Sparkasse Trostberg, ausgestattet worden. „Man kommt mittlerweile gerne zur Sozialen Bürgerhilfe“, betonte Hess, sei es zur Formular-Werkstatt, der ersten Anlaufstelle beim Ausfüllen, aber auch wenn Unterstützung bei Behördenanträgen, Widersprüchen oder Anschreiben benötigt werde.
Informiert werde nicht nur in Fragen der Vorsorge, bei Unfall, Krankheit und im Alter, sondern auch für den Erbfall. Ein besonders wichtiges Thema sei das Sorgerecht für Kinder. Es könne auch passieren, dass Eltern sterben, und dann sollte mit einer Sorgerechtsregelung für minderjährige Kinder vorgesorgt werden.
Die Zweite Vorsitzende Daniela Rett informiere in einem Newsletter über alles Wichtige. Dieser könne unter newsletter@buergerhilfe-bergen-vachendorf.info abonniert werden. Die wohl größte Aktion sei jedoch der soziale Fahrdienst. Das Fahrzeug hierfür werde voraussichtlich noch kurz vor Weihnachten geliefert. Alle Informationen über den sozialen Fahrdienst seien auf der neuen Internetseite www.sozialer-fahrdienst.de zu finden. Der Fahrdienst stehe allen Bürgern von Bergen und Vachendorf offen, sofern aus einer Notlage nicht selbst gefahren werden könne. Es würden nur Fahrten zu Arzt- oder Behördenterminen übernommen sowie notwendige Fahrten zum Einkaufen. Der soziale Fahrdienst werde voraussichtlich ab Mitte Januar zur Verfügung stehen. Termine müssten mindestens 48 Stunden vorher bekannt gegeben werden, damit eine Koordination der Fahrten möglich sei. Eine kleine Aufwandspauschale, je nach Länge der Strecke, werde erhoben.
Chauffeure
gesucht
Der Vorsitzende informierte weiter, dass der Carsharing-Verein „Mitanand mobil“ unabhängig vom Verein mittwochs Marktfahrten plane und im Kleinbus bis zu acht Personen transportiert werden könnten. Diese Fahrten könnten unter carsharing@bergen-chiemgau oder unter Telefon 08662/488555 gebucht werden. Auch rief Hess dazu auf, Bekannte, Freunde und Verwandte zu fragen, ob weitere Personen als Chauffeure zur Verfügung stünden. Je größer die Anzahl der Fahrer, desto mehr Fahrten könnten auf mehr Personen aufgeteilt werden.