Reit im Winkl – Über ein aktives Vereinsjahr, zahlreiche Projekte und die Rolle des Vereins im örtlichen Tourismus berichtete die Zweite Vorsitzende Lisa Ruh bei der gut besuchten Jahresversammlung des Verkehrsvereins Reit im Winkl im Festsaal. Bürgermeister Matthias Schlechter informierte zur Entwicklung des Tourismus aus Sicht der Gemeinde und Verena Schedl von der Tourist-Info gab unter anderem Auskunft über die Entwicklung neuer touristischer Projekte.
Analyse zur
Beratung vorgelegt
Lisa Ruh erläuterte, dass Bürgermeister Matthias Schlechter den Verkehrsverein Anfang des Jahres um eine Stellungnahme zur geplanten Kurbeitragserhöhung gebeten hatte. Wegen der gestiegenen Kosten sei eine Anpassung des Kurbeitrags nach zehn Jahren unumgänglich geworden. Der Verkehrsverein habe dazu eine Analyse durchgeführt. 35 Landkreisgemeinden und mehrere Tiroler Destinationen seien verglichen und bewertet worden. Die Ergebnisse habe der Verein an den Gemeinderat zur Beratung gegeben.
Aktuell in den Fokus gerückt sei das Thema Schulungen und Seminare für Privatvermieter. Lisa Ruh betonte, dass die Bedeutung der Privat- und Kleinvermieter für den Reit im Winkler Tourismus seit Jahrzehnten außer Frage stehe. Bereits vor 20 Jahren habe der Verkehrsverein erkannt, dass gut geschulte Vermieter wichtig für den gemeinsamen Erfolg seien und habe erste Seminare organisiert. Dieser Weg werde fortgesetzt: Ein gemeinsam mit der Tourist-Information organisierter Social-Media-Workshop im Mai 2025 mit knapp 30 Teilnehmern sei ein Beispiel dafür, dass die Vermieter in Reit im Winkl stets offen für Neues seien.
Auch das Format des „Vermieterstammtisches“ solle weitergeführt werden. Dieser sei eine wichtige Informationsquelle für Vermieter und Dienstleister in Reit im Winkl, und er sei mit zuletzt 30 Teilnehmern wieder gut besucht gewesen.
Die Reit im Winkler Straßenfeste im Sommer und das Programm „Musik & Kultur“ mit 40 zusätzlichen Live-Musik-Veranstaltungen zwischen Mai und Oktober seien erneut hervorragend besucht gewesen, informierte Ruh. Durch viele Sponsoren und die finanzielle Beteiligung des Verkehrsvereins könne das Programm auch in Nebenzeiten stattfinden.
Ein besonderer Dank von Lisa Ruh ging an die örtlichen Rettungsorganisationen, deren ehrenamtlicher Einsatz den Tourismus erst möglich mache. Aber auch bei allen anderen Vereinen und ehrenamtlichen Akteuren in Reit im Winkl bedankte sich die Zweite Vorsitzende ausdrücklich. „Ihr seid alle kleine Räder im großen Uhrwerk Reit im Winkl, und nur wenn alle Rädchen reibungslos ineinandergreifen, dann läuft’s“, rief sie aus.
Aufschlussreiche Informationen zur Entwicklung des Tourismus in Reit im Winkl aus Sicht der Gemeinde gab Bürgermeister Matthias Schlechter. Er betonte, dass man sich in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit befinde. Die Nachwirkungen der Pandemie, der Ukraine-Krieg und steigende Kosten würden viele Branchen belasten, so auch den Tourismus. Dennoch entwickle sich der heimische Tourismus insgesamt gut. Im vergangenen Tourismusjahr hätten gut 128.000 Gäste in Reit im Winkl ihren Urlaub verbracht, was einen Rekordwert bedeute. Gleichzeitig seien die Übernachtungen jedoch zurückgegangen, die Leute würden kürzer reisen.
Der vergangene Winter habe ein Gästeplus von sieben Prozent und ein Übernachtungsplus von drei Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum gebracht. Mit dem Tourismusjahr 2024/2025 mit einem Plus von drei Prozent bei den Gästen und 1,5 Prozent bei den Übernachtungen könne man ebenfalls zufrieden sein.
Weiter informierte Bürgermeister Schlechter über die Entwicklung eines neuen Hotels am früheren Kaiserblick, den Sachstand zum Posthotel, die Fläche am abgerissenen Hallenbad, den Sendemast am Weitsee, über die Brandruine in Seegatterl, die Sanierung des Rathausplatzes und einen Übungsklettersteig am Hausberg.
Verena Schedl, derzeit kommissarische Leiterin der Tourist-Info, gab unter anderem Auskunft über den „GenussOrt Reit im Winkl“, analysierte die repräsentativen Umfrageergebnisse der Gästebefragung und gab umfassende Einblicke in die Entwicklung neuer touristischer Projekte. Weiter präsentierte sie die strategische Ausrichtung für das Tourismusmarketing bis 2030. Ziel sei es, so Schedl, den Ort weiterhin als attraktive Ganzjahresdestination zu positionieren und sowohl Gästezahlen als auch Übernachtungen zu steigern.
Reit im Winkl werde aktuell vor allem mit Premiumwandern, Winter- und Langlaufsport, Familienfreundlichkeit und bayerischem Flair verbunden. In den vergangenen zehn Jahren sei die Gästezahl um über 20 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mit 4,8 Tagen liege deutlich über dem regionalen Durchschnitt.
Positionierung als
Ganzjahresdestination
Zentrale Schwerpunkte bis 2030 seien der Ausbau des Wanderangebots als Ganzjahresprodukt, die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur, familienfreundliche und preislich attraktive Angebote sowie die Stärkung der Position im Gesundheits- und Ökotourismus. Eine klare digitale Marketingstrategie unterstütze diesen Kurs, so Verena Schedl. Auch das Thema Radfahren werde weiterentwickelt: Mit inzwischen 57 ausgewiesenen Touren und dem neuen Zertifikat „Bike im Winkl Premiumpartner“ werde Reit im Winkl als qualitätsgeprüfte Destination im Chiemgau wahrgenommen.