Engagierte Debatte im Gemeinderat

von Redaktion

Bernau beschließt die weiteren Schritte bei der Erweiterung und Sanierung der Grundschule

Bernau Eine Holzfassade wird den Erweiterungsbau der Grundschule Bernau zieren. Diesen und weitere Beschlüsse zur Erweiterung und Sanierung der Grundschule Bernau fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Bevor die Architekten Andrea Sommersberger und Sebastian Oefele vom Münchner „Architekturbüro Sommersberger GmbH“ ihre detaillierten Vorschläge präsentierten, bat Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) das Gremium, die Mehrkosten für eine Holzfassade zu berücksichtigen.

Laut Planungsbüro Sommersberger belaufen sich diese auf rund 100.000 Euro, was Gesamtkosten von rund 165.000 Euro brutto bedeutet. Eine Putzfassade hingegen würde rund 66.000 Euro brutto kosten, hätte jedoch einen höheren Unterhaltsaufwand, sodass sich die Kosten langfristig angleichen könnten. Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass ein Dachüberstand höhere Kosten verursacht als dessen Verzicht.

Holz ist
deutlich teurer

Architektin Sommersberger stellte die Variante Holz (Lärche) für den Neubau vor, die sie als „ein gestalterischer, auflockernder Aspekt“ beschrieb. Der Bestandsbau und die neue Kleinsporthalle sollten demnach die Putzfassade beibehalten beziehungsweise weiterführen. Alternativ könnte bei einer verputzten Fassade mit Wärmedämmverbundsystem ein helles Grau („weniger kritisch als reines Weiß“) und Gelb für Fensterlaibungen und Ähnliches verwendet werden. Das Gebäude soll ein Edelstahldach erhalten. Ein ortstypischer Dachüberstand von 75 Zentimetern würde bei 290 Metern Dachrand rund 83.000 Euro kosten.

Franz Praßberger (ÜWG) sprach sich für eine Holzfassade und einen Dachüberstand aus und betonte: „Der bietet Schutz.“ Architektin Sommersberger erwiderte, dass bei einer Gebäudehöhe von zwölf Metern wohl wenig Schutz zu erwarten sei. Sascha Klein (WMG) befürwortete dennoch einen Dachüberstand und zeigte Interesse an der verputzten Fassade, jedoch mit der Einschränkung: „Aber bitte nicht in Grau.“ Katrin Hofherr (SPD) äußerte sich ähnlich bezüglich ihrer Präferenzen. Matthias Vieweger (CSU) erinnerte an die Debatten vor über 20 Jahren im Gemeinderat bezüglich der gelben Farbe an der Bernauer Grundschule und der Fassadengestaltung des Rathauses. Er sagte: „Ich war damals für Holz.“ Gleichwohl sei es zu begrüßen, wenn man mit einer verputzten Fassade 100.000 Euro einsparen könne. Er bezweifelte, ob ein Dachüberstand von 75 Zentimetern einen bayerischen Baustil charakterisiere. Josef Genghammer (Grüne) sprach sich für die Variante Holzfassade ohne Dachüberstand aus und erklärte: „Dann ergraut das Gebäude gleichmäßig.“ Jakob Müller (CSU) und Peter Pertl (CSU) fragten bezüglich der Dichtung der Rollladenkästen und der Dämmung bei einer Holzfassade nach. Ulla Zeitlmann (Grüne) forderte ein Ende der Debatte: „Da sitzen Fachleute und wir haben 20 Meinungen. Warum müssen wir alles zerreden?“ Sie erinnerte das Gremium daran, dass eine Schule ein Funktionsbau sei. Thomas Herian (BL) bat darum, die Kosten im Blick zu behalten. Bürgermeisterin Biebl-Daiber beendete die Debatte und stellte nacheinander vier Beschlussvorschläge vor. Für die Ausführung der Fassade im Neubau in Holz stimmte das Gremium mit neun zu sechs Stimmen. Die Ausführung des Gebäudes mit Vordach lehnte das Gremium jedoch mit vier zu elf Stimmen ab. Das Planungsbüro Sommersberger mit der Erstellung der Eingabeplanung zu beauftragen und die Bürgermeisterin zu ermächtigen, das gemeindliche Einvernehmen gemäß BauGB Paragraf 36 Abs. 1 zu erteilen, die Eingabeplanunterlagen zu unterzeichnen und beim Landratsamt Rosenheim einzureichen, erhielt mit nur einer Gegenstimme grünes Licht.

Förderantrag
wird nun gestellt

Bezüglich der Förderung beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Planungsbüros mit der Erstellung der Förderunterlagen zu ermächtigen. Zudem wird die Bürgermeisterin ermächtigt, den Förderantrag für das Bauvorhaben Neu- und Umbau der Grundschule Bernau mit Kleinsporthalle an die Regierung von Oberbayern zu stellen.

Holz oder farbiger Putz? Rege Diskussion über die Fassadengestaltung

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