Traunstein – „Im Auftrag des Marktgemeinderats Grassau, auch wenn ich persönlich die Dinge anders sehe“, versagte Bürgermeister Stefan Kattari die Zustimmung seiner Gemeinde zur Gründung einer Projektgesellschaft „Windkraft Rampelsberg“. Nach Worten von Landrat Andreas Danzer (FW/UW) ist der Zweckverband „Heimat.Chiemgau“, wenn auch nur mit einem Anteil von 0,5 Prozent, Mitgesellschafter der Chiemgau GmbH. Letztere hat es in Kooperation mit der Stadt Tittmoning sowie den Gemeinden Palling und Taching übernommen, die notwendige Fläche im Windvorranggebiet Nr. 50 am Rampelsberg zu sichern.
Inzwischen konnten nach Danzer bereits über zwei Drittel der Gesamtfläche durch sogenannte „Pooling-Pachtverträge“ vertraglich gesichert werden. Der Landrat dazu: „Diese Areale reichen aus, um das Projekt umsetzen zu können.“
Aktuell würden die Planungsunterlagen und Gutachten für das Genehmigungsverfahren erarbeitet. Eingereicht werden solle der Antrag im nächsten Jahr. Parallel werde der Projektgesellschaftsvertrag mit den drei Kommunen abgestimmt. Ziel sei, den endgültigen Beschluss zur Gründung einer Projektgesellschaft im Frühjahr 2026 bei einer Gesellschafterversammlung der Chiemgau GmbH zu fassen. Eventuell solle auch noch die Gemeinde Fridolfing an der Gesellschaft beteiligt werden. Die Verbandsräte ermächtigten den Landrat bei der Gegenstimme aus Grassau, die erforderlichen Schritte zu unternehmen – auch hinsichtlich eines nachträglichen Beitritts der Gemeinde Fridolfing.
In der Versammlung wurde weiter beschlossen, das Rechnungswesen einschließlich der Kassengeschäfte an eine Steuerkanzlei in Landshut zu übertragen. Bisher wickelte ein hausinternes IT-System im Landratsamt alles Finanzielle ab. Das System werde 2026, spätestens 2027 „eingestampft“ und nicht durch ein neues ersetzt, hob Danzer heraus. Das Landratsamt selbst buche „kameral“, also in „einfacher Buchführung“. Der Verband wende die „doppisch“ genannte „doppelte Buchführung“ an. Vor diesem Hintergrund schloss sich die Verbandsversammlung einmütig dem Vorschlag des Landrats an, das Rechnungswesen nach außen zu verlagern. Die Wahl fiel auf eine Kanzlei, die bereits für das Kommunalunternehmen „Chiemgau Invest“ tätig ist.
Auch Formalien standen auf der Tagesordnung. Die Versammlung nahm den Jahresabschluss 2024 mit einem Jahresüberschuss von 42.260,67 Euro zur Kenntnis. kd