„Eine ganz große Nummer“

von Redaktion

Kloster Seeon bereitet sich akribisch und geübt auf die CSU-Winterklausur Anfang Januar vor

Seeon Wenn Anfang Januar die CSU-Landesgruppe im Kloster Seeon wieder ihre Winterklausur abhält, dann kommen vom Platz der Republik in Berlin einige neue Gesichter, vor Ort aber steht ein bewährtes Team bereit, das absolut eingespielt ist. „Wir könnten morgen starten, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind bereit“, sagt Gerald Schölzel, Leiter des Bildungs- und Kulturzentrums Kloster Seeon, das 2017 nach dem Wechsel von Wildbad Kreuth an den Seeoner See seine Premiere erlebte. Seither fanden unter seinem Dach sieben Treffen statt. 2020 und 2021 erfolgten wegen der Corona-Krise zwei Absagen, hinzu kam eine Tagung im Sommer.

Erprobte
Truppe am Werk

Eine Selbstverständlichkeit sei es nicht, dass Seeon für die CSU-Landesgruppe Tagungshotel bleibt, es gebe keinen langfristigen Vertrag, die Zusage käme jeweils nur für das kommende Jahr, erklärt Schölzel. Und seit einem Jahr, also unmittelbar nach der 48. Winterklausur im Januar des vergangenen Jahres und der folgenden Besprechung mit dem Organisationsteam aus Berlin und Zusage für 2026, laufen die Vorbereitungen.

Wie gut die Seeoner mittlerweile zusammenarbeiten, zeigte eine Sitzung, zu der Bürgermeister Martin Bartlweber kürzlich ins Rathaus geladen hatte. Mit dabei: Hauptamtsleiter Benjamin Anwält, die Bauabteilung mit Bauhof, die Feuerwehr Seeon, die Polizei Trostberg als führende Sicherheitsbehörde sowie Gerald Schölzel und Inge Ederer-Posch als Vertreter des vielfach ausgezeichneten Klosters. Nach einer halben Stunde war alles erledigt.

„Das rührt daher, dass in dieser Runde jeder weiß, wo er hinlangen muss“, weiß Bartlweber und spricht bei der Veranstaltung von einer „ganz großen Nummer für die Gemeinde“. Es sei beste Werbung, wenn die Bilder von der Tagung wieder in die ganze Welt hinausgingen.

Was sich die Organisatoren vom Dienstag, 6., bis Donnerstag, 8. Januar, wünschen, wäre nur schöneres Wetter als im vergangenen Jahr. Da regnete es zeitweise so stark, dass die Presse-Statements der Gäste nicht im dafür vorgesehenen Vorhof des Klosters stattfinden konnten, sondern indoor verlegt werden mussten. Eine Delegation der großen Fernsehanstalten machte sich in der vergangenen Woche unter Führung von Ederer-Posch ein Bild vor Ort, vor allem wegen der Stellplätze für die Übertragungswägen.

Angesagt haben sich neben ARD und ZDF, die auch wieder in den Hauptnachrichten aus Seeon berichten werden, TV-Pro Sieben/SAT 1, Welt N24, Welt TV, ntv, RTL News, Phoenix, Reuters TV, Deutsche Welle, Deutschlandfunk, Deutschlandradio, BR und Antenne Bayern. Insgesamt werden rund 160 Journalisten erwartet. Nachdem dieses Mal die CSU wieder als Regierungspartei nach Seeon kommt, rechnet Schölzel mit einem noch größeren Medienaufgebot.

Laut dem Geschäftsführer verzeichnet Kloster Seeon pro Jahr 1.000 Veranstaltungstage. Die CSU-Winterklausur sei aber die „mit Abstand komplexeste und aufwendigste“. Am Vorlauf habe sich nichts geändert. Bis 20. Dezember läuft der normale Hotel- und Tagungsbetrieb, dann wird das Haus geschlossen und die Mitarbeiter in Urlaub geschickt, Diese kehren dann am 5. Januar zurück, die Küche bereits am 2. Januar. Ein Sicherheitsdienst wird zur Jahreswende täglich Kontrollgänge übernehmen. Schölzel wird mit rund 100 Mitarbeitern die Großveranstaltung bestreiten.

Rund 160 Journalisten
werden erwartet

Vom Montag, 5. bis Donnerstag, 8. Januar ist der komplette Klosterbereich an den CSU-Stab vermietet. Das heißt, die Berliner Abordnung kann über alle Räume und Flächen verfügen, über alle 92 Hotelzimmer. Als großen Vorteil sieht Schölzel auch, dass Alexander Hofmann, der neue Landesgruppenchef, im vergangenen Jahr schon als Parlamentarischer Geschäftsführer vor Ort war und mit allen Gegebenheiten vertraut ist. Der 50-jährige Franke ist seit 2013 Mitglied im Bundestag und hatte dieses Jahr Alexander Dobrindt beerbt. Auch Martin Sustek, der die Kommunikation zwischen Landesgruppe und der Öffentlichkeit pflegt, ist mit Kloster Seeon bestens vertraut, ist er doch seit 2017 Pressesprecher in Berlin.

Aus der Region werden zwei alte Hasen und ein neuer Jungspund dabei sein. Seit 2017 ist Stephan Mayer Stammgast, Altöttinger Wahlkreisabgeordneter, der die Landkreise Altötting und Mühldorf umfasst. Der 52-jährige Rechtsanwalt gehört seit 23 Jahren dem Bundestag an und war in Seeon schon als Parlamentarischer Staatssekretär und CSU-Generalsekretär unter den Gästen. Viel Erfahrung hat auch Daniela Ludwig aus Rosenheim, die genauso lange wie Mayer im Bundestag sitzt. Ludwig ist aktuell Parlamentarische Staatssekretärin im Innenministerium. Auch für sie wird es die achte CSU-Winterklausur in Seeon.

Nicht mehr an Bord ist Peter Ramsauer aus Traunwalchen, der immer von einer Heim-Klausur sprach. Der dienstälteste Bundestagsabgeordnete war dieses Jahr ausgeschieden und wurde von Siegi Walch beerbt. Elf Jahre lang war der 41-jährige Traunsteiner Landrat und in dieser Funktion auch mehrmals Gast bei der Klausur, zuletzt im Januar des vergangenen Jahres. Ab Dienstag, 6. Januar, kommt er erstmals als Bundestagsabgeordneter.

Neu an Bord wird Polizeioberrat Anton Huber als Leiter der Polizeiinspektion Trostberg sein. Im September hat er dort Bernhard Dusch abgelöst, der in die Abteilung Einsatz des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd nach Rosenheim wechselte und in den vergangenen beiden Jahren oberster Sicherheitschef bei der Winterklausur war. Es hat Tradition, dass der Dienststellenleiter in Trostberg jeweils die Einsatzleitung in Seeon übernimmt.

Sicherheitsstab
sitzt im Pfarrhaus

Huber wird mit seinem Team wieder ins Kloster-Pfarrhaus einziehen und von dort den Sicherheitsstab leiten. Auch alle anderen Stellen verbleiben wie bisher, das heißt, die Presseakkreditierungen gibt es im Mesnerhaus, wo ansonsten die Fachberatung für Imkerei und Fischerei daheim ist, versorgt werden die Medienvertreter in der Klostergaststätte und im Pressebereich im Hauptgebäude, Chefkoch bleibt Dieter Fembacher, der die Klausur-Teilnehmer wieder mit regionaler Küche verwöhnen will. Der genaue Plan für die drei Tage steht noch nicht, fest steht aber, dass die Heiligen Drei Könige und die Sternsinger vorbeischauen werden und eine ökumenische Andacht abgehalten wird. Ob es im Klostergarten danach wieder einen Glühweinempfang geben wird, steht noch nicht fest.

Artikel 1 von 11