Marquartstein – Die Gemeinderäte befassten sich mit den Beiträgen der Städte und Gemeinden zur „Chiemgau GmbH“. Die „Chiemgau GmbH“, ein Dienstleistungsunternehmen des Landkreises Traunstein mit 52 kommunalen Gesellschaftern, hat seit 2023 nach der Verschmelzung mit dem früheren „Chiemgau Tourismus“ auch die Sparte Tourismus in ihrem Portfolio. Durch diese enge Verzahnung hat der Landkreis Strukturen für ein effizientes Standort- und Jobmarketing geschaffen. Die „Chiemgau GmbH“ beschäftigt rund 40 Mitarbeiter.
Gegenseitige
Unterstützung
Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) berichtete, dass die Beiträge der Gemeinden sowie der Zuschuss des Landkreises seit 2009 – und somit seit 15 Jahren – nicht angepasst wurden. Angesichts der gestiegenen Kosten und der Erweiterung des Aufgabenspektrums ist eine dauerhafte Finanzierung eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche zukünftige Betreuung und Entwicklung des Tourismus im Chiemgau. Aus diesem Grund soll der Umlagebetrag von derzeit 0,125 Euro pro Übernachtung auf 0,15 Euro angehoben werden. Für Marquartstein würde sich dies im kommenden Jahr finanziell um einen höheren Betrag von 2.774 Euro auswirken.
„Chiemgau Tourismus“ ist eine Gemeinschaft von 35 Kommunen und dem Landkreis. Gemeinsam werden die stark gestiegenen Personalkosten, die von 2009 bis 2025 um 54 Prozent zugenommen haben, geschultert. Dies geschieht bei gleichzeitiger Reduktion der Personalkapazitäten und einem gesteigerten Aufgabenumfang. Die Synergien in den Bereichen Buchhaltung, Verwaltung, Büro und EDV sowie Ausschreibungen wurden gut ausgeschöpft.
Zusätzliche Aufgaben und Schwerpunkte liegen seit 2009 im Einsatz neuer Medien für das Such- und Buchungsverhalten der Gäste. Budgetintensive Bereiche wie der Webauftritt und Datenbanken, Qualitätsmanagement, beispielsweise für Rad- und Wanderwege, Foto- und Videoproduktionen sowie Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen sind ebenfalls dazugekommen. Auch zukünftige Handlungsfelder, wie internationale Marketing-Kampagnen und die Produktion von Film- und Fotoinhalten für den neuen Markenauftritt, benötigen mehr Geld. Das Material steht dann allen Gemeinden zur Verfügung. Weiter ist die Überarbeitung des Internetauftritts der „Chiemgau GmbH“ mit Schwerpunkt Tourismus geplant. Von den Gemeinden wurde mehr Transparenz bei der Verwendung der Mittel im Bereich Marketing und Veranstaltungen gewünscht. Geschäftsführer Franz Bauer sagte zu, hier in Zukunft detailliertere Angaben vorzulegen. Die Gemeinderäte stimmten der Erhöhung einstimmig zu.
Der Bürgermeister informierte zudem über den Sachstand zum Glasfaserausbau durch die „Avakomm“ Systems GmbH. Der Start der Tiefbaumaßnahmen ist für das vierte Quartal 2026 am Freitag geplant, die Arbeiten sollen dann ein Jahr später, im vierten Quartal 2027, am Donnerstag abgeschlossen sein.
Andreas Scheck berichtete auch von den Betriebszahlen 2025 der Hochplattenbahn, die Betriebsleiter Theo Fembacher zusammengestellt hatte. Die Anzahl der beförderten Personen sank um circa neun Prozent von 68.900 im Jahr 2024 auf 62.500 im Jahr 2025. Die Einnahmen stiegen jedoch um circa neun Prozent auf rund 425.000 Euro, was auf eine Preisanpassung im Dezember 2024 zurückzuführen ist. Im Abrechnungszeitraum erfolgten die Revision der Bahn, die Erneuerung der Steuerungstechnik und des Kassensystems. Der Bürgermeister bescheinigte der Hochplattenbahn, dass der Betrieb gut läuft und die vier Mitarbeiter hervorragende Arbeit leisten.
Suche nach
neuem DHL-Standort
Ein weiterer Punkt war die Suche nach einem Standort für eine neue DHL- Paketstation. Hier wurde kontrovers über den Standort diskutiert; angedacht war ein Platz am Forstamts-Parkplatz, an einem der beiden Behindertenparkplätze. Die Verwaltung sucht nach weiteren Möglichkeiten.