19-Jähriger führt Chieminger Liste in den Gemeinderatswahlkampf

von Redaktion

Die Chieminger Liste stellt Kandidaten für Kommunalwahl auf und setzt dabei ungewöhnlichen personellen Akzent

Traunstein – Die Chieminger Liste (CL), eine Fusion der Bürgerlich Bäuerlichen Wählerliste (BBW) und der Unabhängigen Wählerschaft (UW), hat nun ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl im März aufgestellt. Insgesamt wurden 16 Kandidaten und ein Ersatzkandidat nominiert, darunter drei Frauen und 13 Männer. Franz Unterreiner, stellvertretender Vorsitzender der CL, erklärte in seiner Einführung, dass die CL als dritte alternative Wählergruppe neben der CSU und Bündnis 90/Die Grünen gegründet wurde. Ziel sei es, eine Dominanz einer einzelnen Partei bei Abstimmungen zu verhindern, die bei nur zwei Parteien mit einer Überzahl an Mandatsträgern entstehen könnte. Die Wahlleitung der Aufstellungsversammlung übernahm Altbürgermeister Benno Graf.

Für eine Überraschung sorgte die Nominierung des ersten und letzten Listenplatzes. Nicht der amtierende Zweite Bürgermeister Markus Brunner kandidiert als Listenanführer, sondern der 19-jährige Verwaltungsangestellte Christoph Siglreitmaier aus Eglsee, der als Sachbearbeiter in der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes tätig ist. Markus Brunner hingegen möchte auf dem letzten Listenplatz 16 „ein Zeichen setzen“. Er erklärte: „Ich möchte keinen Amtsbonus, sondern den ersten Listenplatz bewusst einem jugendlichen Vertreter überlassen.“

Eine erneute Kandidatur als Bürgermeisterkandidat, wie im Jahr 2020, habe er sich gut überlegt, letztlich aber verworfen, „weil die Gefahr besteht, Gräben aufzumachen.“ Bei der Kommunalwahl 2020 erhielt Brunner als Bürgermeisterkandidat der UW im ersten Wahlgang 29,69 Prozent der Stimmen, Sebastian Heller (Grüne) 35,68 Prozent und Stefan Reichelt (CSU) 34,63 Prozent. In der Stichwahl unterlag Heller mit 45,57 Prozent gegen Reichelt, der 54,43 Prozent der Stimmen erhielt. Markus Brunner habe sich gefragt, was das Beste zum Wohl der Gemeinde ist, und sei zum Entschluss gekommen, dass der bisherige Bürgermeister, „der fleißig ist und sich hineingearbeitet hat“, mit einem neuen Gemeinderat einen sofortigen Übergang zur Tagespolitik antreten könne. Für Markus Brunner komme nur eine parteifreie Liste in Frage, es gebe keine Partei, für die er seinen Namen hergebe.

Christoph Siglreitmaier (Listenplatz 1) betonte, die gute Zusammenarbeit mit seiner Gemeinde habe ihn darin bestärkt, wie wichtig eine funktionierende, leistungsorientierte Kommunalpolitik für die Menschen vor Ort ist. „Jetzt möchte ich selbst Verantwortung übernehmen und mich dafür einsetzen, Chieming zukunftsorientiert weiterzuentwickeln – mit besonderem Hinblick auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.“

Auf Listenplatz 2 steht Simon Billinger, 38 Jahre alt, Landwirt, der mit seiner Frau und Tochter in Wimpersing wohnt. Listenplatz 3 nimmt Michael Reupert ein, 47 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Johannes Komm belegt Listenplatz 4. Der 37-Jährige ist Vater einer Tochter und als Prokurist und Clusterleiter für Hotellerie und Service für gehobene Rehakliniken zuständig. Mit Alois Ortner, 57 Jahre alt, kandidiert der Vorsitzende der Chieminger Liste und Ex-Vorsitzende der UW Chieming auf Platz 5. Der Elektromeister ist gebürtiger Stötthamer und hat zwei erwachsene Kinder. Ortner wies darauf hin, dass noch 80 Unterstützungsunterschriften nötig sind, bis die Kandidaten im März ins Rennen um die Gemeinderatsmandate gehen können. Zuvor hatte Altbürgermeister Graf erklärt, dass die ursprüngliche Annahme, für die CL als Fusionsgruppierung seien keine Unterstützungsunterschriften nötig, vom Wahlamt des Landratsamtes widerlegt wurde. Bis Montag, 19. Januar, besteht nun die Möglichkeit, im Wahlamt des Chieminger Rathauses die nötigen Unterschriften zu leisten.

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