Bürgermeister Andreas Scheck nennt Erfolge und Misserfolge

von Redaktion

Hochwasserschutz, Fernwärme und Immobilienmarkt – Jahresbilanz im Marquartsteiner Gemeinderat

Marquartstein – Um den Hochwasserschutz Tennbodenbach ging es jüngst in der Gemeinderatssitzung. Die Verwaltung des Rathauses zeigte sich verwundert über das Vorgehen des Wasserwirtschaftsamtes (WWA). Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) und Geschäftsleiter Florian Stephan berichteten.

Beim Tennbodenbach geht es um den Geschiebe- und Schwemmholzrückhalt. Ende November teilte das WWA Traunstein mit, dass die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren in diesem Fall beim Landratsamt (LRA) Traunstein eingereicht wurden. Abhängig vom zeitlichen Ablauf dieses Verfahrens wäre ein Beginn der Vorarbeiten, wie das Freimachen des Baufeldes durch Fällen und Roden, im Herbst/Winter 2026/27 angedacht. Die Hauptbaumaßnahme sei ab Herbst 2027 geplant. Die Dauer wird voraussichtlich zwei Jahre betragen, mit wahrscheinlich längeren Unterbrechungen im Sommer.

Parallel zum Wasserrechtsverfahren ist noch eine Finanzierungsvereinbarung zur Kostenbeteiligung der Gemeinde aufzustellen und abzuschließen. Hierzu sind Details über die Übernahme und Anrechnung unbarer Beteiligungsleistungen, zum Beispiel die Übernahme der Deichmahd durch die Gemeinde, zu vereinbaren.

Geschäftsleiter Florian Stephan erklärte: „Projekte dieser Art unterliegen über die Jahre einer gewissen Dynamik, insbesondere bezüglich der Baukosten. Hier wären neue Zahlen für die Gemeinde, gerade in Bezug auf die angesprochene Kostenbeteiligung, von erheblicher Bedeutung für die Finanzplanung. Eine Rücksprache zwischen Verwaltung und WWA vor Einreichung des Planfeststellungsverfahrens wäre angemessen gewesen.“

Seitens des WWA wurde daraufhin angeboten, der Verwaltung und dem Gemeinderat das Vorhaben nochmals genauer zu erläutern und auch die Öffentlichkeit zu informieren. Florian Stephan wird sich um einen Termin kümmern.

Jahresrückblick des Bürgermeisters: Andreas Scheck nutzte die vergangene Gemeinderatssitzung für dieses Jahr für einen kurzen Rückblick auf das Jahr 2025. Er betonte, dass es erstmals wieder weniger von großen Straßenbaumaßnahmen geprägt war. Lediglich der weitere Ausbau der Fernwärme brachte Behinderungen im Straßenverkehr mit sich. Vielmehr stand das Jahr 2025 im Zeichen wichtiger Entscheidungen für die Zukunft. Die zunächst vorgesehene Sanierung des Kindergartens St. Veit stellte sich als sehr kostenintensiv und die Übernahme des Grundstücks im Erbbaurecht als finanziell zu riskant heraus. Auch die notwendige Sanierung und Erweiterung der Grundschule am bestehenden Standort sah der Gemeinderat in einem langwierigen Entscheidungsprozess letztendlich als nicht zukunftsfähig an. Stattdessen wurden in einer weitsichtigen Entscheidung die Weichen für die Entwicklung eines gemeinsamen Standortes von Kindergarten, Grundschule und Bürgersaal auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände gestellt und die Ausarbeitung eines Planungswettbewerbs beauftragt.

Bürgermeister Scheck führte weiter aus, dass es in diesem Jahr auch schmerzliche Rückschläge gab. Die gesamtwirtschaftliche Lage und insbesondere die Flaute auf dem Immobilienmarkt hatten schwerwiegende Folgen auf bereits weit fortgeschrittene Projekte in der Gemeinde. Allen voran nannte er die Aufgabe des Projekts „Neue Ortsmitte“ durch die „Lebensraum Tiroler Achen GmbH“, die Insolvenz der „Maro Genossenschaft“, welche zwar gerettet wurde, aber in näherer Zukunft keine neuen Projekte beginnen wird, sowie den Rückzug von zwei Interessenten für das „Baugebiet Am Sportplatz“.

Dafür gab es aber in anderen Bereichen schöne Erfolge. Dazu zählten die Wiedereröffnung des „Café Marquart“, die Verlängerung des Mietvertrages für den Prinzregenten-Saal, die weiter steigende Akzeptanz des „Treffpunkt M“ und die vielen dort inzwischen laufenden Veranstaltungen. Die Installation des neuen Stadtmobiliars und der neue Fahrradunterstand werten das Rathausumfeld deutlich auf, so der Bürgermeister. Er lobte zudem die neue Bauhof-Halle, welche die Arbeit der Bauhof-Mitarbeiter inzwischen deutlich erleichtert und einen wichtigen Schritt bei der Vorbereitung auf Katastrophensituationen darstellt.wun

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