Traunstein – Der Kreishaushalt 2025 ist unter dem Strich nur um 2,72 Prozent von den ursprünglichen Ansätzen abgewichen. Landrat Andreas Danzer sprach von „quasi einer Punktlandung“. Dennoch musste für das ablaufende Jahr ein Nachtragshaushalt erlassen werden, „um die notwendigen Anpassungen in einzelnen Deckungsringen abbilden zu können“. Dies war aufgrund deutlicher Verschiebungen in einzelnen Bereichen notwendig. Der Kreistag segnete das von Kreiskämmerer Simon Garschhammer vorgelegte Zahlenwerk ohne Gegenstimmen ab.
Volumen nimmt um rund 8,5 Millionen Euro zu
Das Gesamthaushaltsvolumen kletterte um rund 8,511 Millionen Euro von 313,439 Millionen Euro auf 321,95 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt erhöhte sich um 2,76 Millionen Euro in den Einnahmen und Ausgaben von knapp 261,068 Millionen Euro auf nicht ganz 263,828 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt stieg um 5,751 Millionen Euro von 52,371 Millionen Euro auf 58,122 Millionen Euro. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen blieb unverändert, ebenso die Verpflichtungsermächtigungen im Vermögenshaushalt, die Kreisumlage und die Hebesätze sowie der Höchstbetrag der Kassenkredite.
Im Verwaltungshaushalt konnten um 410.000 Euro höhere Personalkostenerstattungen die tarifbedingten Personalkostensteigerungen um 700.000 Euro nur bedingt abfedern. Ein laut Landrat Danzer „nicht selbstverständliches“ Plus von drei Millionen Euro bei Kostenerstattungen für Maßnahmen der Jugendhilfe trug dazu bei, die erheblichen Ausgabesteigerungen in derselben Höhe auszugleichen.
Um eine halbe Million Euro mussten die erwarteten Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer aufgrund deutlich reduzierter Grundstücksgeschäfte im Landkreis reduziert werden. Mehrausgaben von 536.000 Euro entstanden zusätzlich im Haushalt durch die vorher nicht absehbare Landratswahl. Zur teilweisen Deckung der Mehrausgaben löste der Landkreis Deckungsreserven in Höhe von 922.000 Euro auf. Dadurch fiel die Zuführung zum Vermögenshaushalt um 190.200 Euro niedriger aus.
Im Vermögenshaushalt schlug eine Rückzahlung aus der Zwischenfinanzierung für den Campus Chiemgau in Höhe von 4,1 Millionen Euro positiv zu Buche. 5,1 Millionen Euro wurden an das Kommunalunternehmen „Chiemgau Invest“ übertragen. Diese Mittel wurden im Nachtragshaushalt als Baukostenzuschuss für den ebenfalls übertragenen und schon begonnenen Neubau der Berufsschule I Traunstein bereitgestellt.
Weiter fasste Landrat Andreas Danzer als alleiniger Vertreter des Landkreises vor dem Kreistag formelle Beschlüsse für die „Kreisaltenheim GmbH“. Den von einem Wirtschaftsprüfer ohne Beanstandungen durchleuchteten Jahresabschluss 2024 stellte er mit einer Bilanzsumme von gut 28,019 Millionen Euro fest. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergab sich ein Jahresfehlbetrag von etwas über 1,39 Millionen Euro, der auf neue Rechnung vorgetragen wurde.
Ein weiterer Beschluss galt der erteilten Entlastung des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung. Nach dem gleichen Prinzip erfolgten Beschlüsse zur Wohnungsbau GmbH des Landkreises. Die Bilanzsumme belief sich auf gut 68,897 Millionen Euro. Die Erträge erreichten knapp 7,352 Millionen Euro, die Aufwendungen fast 7,225 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss von 120.938,91 Euro wurde der satzungsmäßigen Rücklage zugeführt.
Auch den Beteiligungsbericht des Landkreises an privatrechtlichen Unternehmen, den der Kreisausschuss Mitte November im Detail behandelt hatte, nahm der Kreistag ohne Diskussion und einmütig zur Kenntnis.