Seeon-Seebruck – Viele Helfer aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim haben sich jüngst an der Ischler Achen bei Pavolding getroffen, um unter der Anleitung der Projektleiterin Dr. Melanie Müller vom „Büro naquawi“ die Renaturierungsarbeiten am Bachlauf für dieses Jahr mit einer Pflanzaktion abzuschließen.
Laut Angaben des damaligen Fischereiberechtigten gab es noch vor zwanzig Jahren viele Fischarten im Bach, darunter die heute seltene Nase. Überall waren Muscheln zu finden, auch die heute vom Aussterben bedrohte Bachmuschel. Wurden bei der Kartierung der Bachmuschel damals noch Tausende Exemplare gefunden, waren es im Jahr 2024 nur noch wenige Dutzend. Diese erschreckende Entwicklung rief den amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz auf den Plan. Gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern, der Unteren Naturschutzbehörde, den Wasserbehörden und der Fischereifachberatung wurde ein Renaturierungskonzept erarbeitet. Dieses soll nun schrittweise gemeinsam mit dem Bund Naturschutz, den Grundeigentümern und dem Wasser- und Bodenverband umgesetzt werden. Da Bachmuscheln für ihre Entwicklung geeignete Wirtsfische wie Nase oder Aitel benötigen, muss eine solche Renaturierung zu einer Strukturverbesserung am Bach und damit zu besseren Lebensbedingungen für Fische und Muscheln führen.
Anfang November wurden mit einem kleinen Bagger entlang einer Fläche des Bund Naturschutz drei Uferbuchten und eine kleine vorgelagerte Insel angelegt. Dadurch können neue kiesig-sandige Flachwasserbereiche entstehen, die sowohl für die Fischbrut als auch für Muschelbänke hervorragend geeignet sind. Um das Gewässer künftig besser zu beschatten und damit kühle Wasserabschnitte für Fische und Muscheln zu schaffen, wurde die neu angelegte Uferlinie mit vielen standortgerechten Weiden, Erlen und Straucharten bepflanzt und mit einem Biberschutz versehen.
„So ein Projekt ist immer ein Gemeinschaftswerk, darum freuen wir uns sehr, dass nicht nur Mitglieder der beteiligten Planungsbüros, sondern auch Helfer des Bund Naturschutz aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim, des Wasser- und Bodenverbandes und die betroffenen Landwirte und Pächter mit zugepackt haben“, freute sich die Kreisvorsitzende Beate Rutkowski. Gleichzeitig dankte sie der Marcel-Dittrich-Stiftung, die mit einer großzügigen Spende die Arbeiten mitfinanziert hat. Die gepflanzten Bäume und Sträucher hat die Ortsgruppe Seeon-Seebruck-Truchtlaching des Bund Naturschutz aus Spendengeldern finanziert.