Seltenes Phänomen Haareis in der Region

von Redaktion

Am Alzufer in Truchtlaching ist ein erstaunliches Ereignis zu beobachten – Entstehung ist an besondere Bedingungen geknüpft

Truchtlaching – Mutter Natur bringt bekanntlich die kreativsten Wunderwerke hervor. Aufmerksame Spaziergänger können dieser Tage Glück haben und ein seltenes Naturereignis erspähen: Haareis. Am bewaldeten Alzufer in Truchtlaching staunte eine freie Mitarbeiterin der Chiemgau-Zeitung nicht schlecht und war froh, ihre Kamera dabei zu haben. Diese bizarren, zuckerwatteähnlichen Gebilde hat nicht etwa die Eiskönigin an Äste und Zweige gezaubert oder Spuren außerirdischen Lebens, wie sie nach der Begegnung dieser besonderen Art recherchierte. Nein, für diese teils filigranen Gebilde braucht es ganz bestimmte Bedingungen, weshalb sie so selten sind: Es muss kalt sein, aber nicht zu kalt, eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen und es darf kein oder nur wenig Wind gehen.

Außerdem wurde in Verbindung mit Haareis ein ganz bestimmter Pilz gefunden: Exidiopsis effusa, auch Rosagetönte Gallertkruste genannt. Dieser winteraktive Pilz siedelt sich vorrangig auf Totholz an und ist für die spezifische Form der Eishaare verantwortlich – und somit ein wahrer Künstler.

Diese pilzgefertigten Kunstwerke sind leider nicht von Dauer. Ihr größter Feind ist die wärmende Sonne – und da geht es der natürlichen Kunst, so könnte man sagen, ähnlich wie den kreativ konstruierten Schneemännern.

Es hat also doch etwas Gutes, auch bei Nebel und Nässe durch die Natur zu streifen. bek

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