Inzell – „Wir ziehen daher, so spät in der Nacht, denn heut ist die heilige Klöpfelenacht“. Dieses alte Klöpfellied, das an den drei Donnerstagen vor Heiligabend zu hören ist, ist vielen bekannt. Auch in Inzell waren Kinder unterwegs, zogen von Haus zu Haus und sangen dieses Lied.
Die Anklopfnächte, verbunden mit dem Klöpfelsingen, sind die Nächte der drei Donnerstage im Advent. Sie sollen die Herbergssuche von Maria und Josef symbolisieren und sind mit den Glückwünschen zum Jahreswechsel verbunden. Kinder und Jugendliche, aber auch oftmals Erwachsene, zogen als Hirten verkleidet durch den Ort. Dabei sammelten sie nicht nur für einen guten Zweck, sondern bereiteten auch Freude und Zuversicht unter der Bevölkerung.
Bei ihren Besuchen erhielten die Kinder oftmals Süßigkeiten und Geld. Der Gesamtbetrag wurde von den Inzellern im Advent des vergangenen Jahres für ein Mädchen in Staudach gespendet, das im Alter von zwei Jahren an Gehirnhautentzündung erkrankte und seit nunmehr sechs Jahren schwer behindert ist. Theresa Scheurl, die die Kinder mit Vroni Baueregger durch den Ort begleitete, erklärte dazu: „Wir wollen einen kleinen Beitrag leisten, um das Leid nur ein wenig zu lindern. Die Gesundheit ist das höchste Gut im Leben und wir müssen froh und dankbar sein, selbst gesunde Kinder großziehen zu dürfen.“
Die sechs Kinder, Julian, Marlena, Jakob, Luisa, Hannes und Xaver, vermittelten viel Spaß und Freude und waren bei ihrem Gesang sehr textsicher.
Sie waren in Inzell in Breitmoos, der Hüttenreuter Siedlung, der Adlgasser Straße und der Rauhreifsiedlung sowie an einigen abgelegenen Stellen unterwegs. Erfreulich war, dass die Freude der Bewohner nicht gespielt war, sondern die Kinder herzlich empfangen wurden. Dies bestätigte auch Vroni Baueregger: „Oftmals hatte man den Eindruck, dass die Leute schon auf die Klöpfelsinger gewartet haben. Alle waren sehr zugänglich und haben bei den Spenden ein großes Herz gezeigt.“