Bernau – Der Gemeinderat Bernau hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die schrittweise energetische Sanierung des Gebäudes der Wasserwacht Bernau genehmigt. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) wies im Vorfeld auf den bereits länger bestehenden Plan zur Sanierung der Toiletten im Wasserwachtsgebäude hin. Bei Gesprächen mit der Wasserwacht und Energieberatern stellte sich jedoch heraus, dass eine umfassende energetische Sanierung des gesamten Gebäudes notwendig ist.
Komplettsanierung
kostet 244.000 Euro
Die geschätzten Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 244.000 Euro. Aus diesem Grund wurde in Absprache mit der Wasserwacht vereinbart, die notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren und schrittweise umzusetzen, wobei auch Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden sollen.
Für die Sanierung der Toiletten sind 50.000 Euro im Haushalt eingestellt. Dieses Geld ist ein Haushaltsrest, der bereits seit mehreren Jahren mitgeführt wird und möglichst noch vor der Aufstellung des neuen Haushalts im Frühjahr 2026, am Mittwoch, 1. April, verplant werden sollte, so Biebl-Daiber.
Stefan Rotter, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Rosenheim, und Florian Bickert, Vorsitzender der Wasserwacht Ortsgruppe Bernau, präsentierten anschließend ihre Pläne zur energetischen Sanierung. Sie gaben vorab einige Kennzahlen bekannt: Das vor 30 Jahren erbaute Gebäude am Seeufer in Bernau-Felden wird aufgrund seiner Stahlunterkonstruktion bundesweit als positives Beispiel hervorgehoben. Der Verein zählt 616 Mitglieder, darunter 55 aktive Wasserwachtler und 80 Jugendmitglieder, die an 365 Tagen im Jahr und zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit sind. Die Wasserwacht ist in den Katastrophenschutz sowie in den Hochwasserrettungszug der Kreiswasserwacht Rosenheim integriert, dient als Einsatzzentrale für Großschadensereignisse und ist eine wichtige Komponente im Inselrettungsdienst sowie unabdingbar für die Umsetzung des hauptamtlichen Rettungsdienstes.
Stefan Rotter betonte: „Die energetischen Ertüchtigungen sind dabei Dreh- und Angelpunkt unseres Wirkens.“ Die Fixkosten von bis zu 12.000 Euro pro Jahr seien für das Ehrenamt jedoch erdrückend. Rotter listete sieben zu sanierende Bereiche auf: Dämmung und Sanierung der Decke und der Wände, ein neues Heizsystem mit einem Luft-Wärme-Tauscher als Hauptheizsystem und eine später nachrüstbare Photovoltaikanlage, eine Vergrößerung und Neueinrichtung des Sanitätsraums, eine Erneuerung der Fenster und Türen, eine Bodensanierung, eine Sanierung der Sanitäranlagen sowie eine Ergänzung und Erneuerung der bestehenden Elektrik. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 244.000 Euro, basierend auf verschiedenen eingeholten Angeboten.
In einem ersten Bauabschnitt sollen das Herzstück der Wasserrettungsstation, das Heizsystem einschließlich der notwendigen Elektroarbeiten sowie Planungskosten, angegangen werden. Nach und nach sollen der Sanitätsraum ertüchtigt, das Dach saniert, die Elektroinstallationen durchgeführt und abschließend Fenster und Türen erneuert werden. Rotter hob hervor, dass vieles in Eigenleistung erbracht werden könne und man „um wohlwollende Unterstützung“ seitens des Gemeinderats bitte.
Maßnahmen
werden priorisiert
Auf Nachfrage von Christian Praßberger (ÜWG) erklärte Rotter, dass sich am Grundriss des Gebäudes nichts ändern werde. Franz Schnaiter (CSU) erkundigte sich nach der Photovoltaikanlage, die laut Rotter erst später realisiert werden soll. Karin Hofherr (SPD) bedankte sich für die hervorragende Arbeit der Wasserwacht und die qualifizierte Vorarbeit.
Dem abschließenden Beschlussvorschlag, 50.000 Euro aus dem jetzigen Haushalt für den Austausch der Heizung zu verwenden, wurde einstimmig zugestimmt. Die weiteren Maßnahmen sollen priorisiert und – auch unter Inanspruchnahme etwaiger Fördermöglichkeiten – im Laufe der kommenden Jahre je nach Haushaltssituation angegangen werden.