Bernau – Die Gemeinde Bernau erwägt die Beantragung von Fördermitteln aus der sogenannten „Sportmilliarde“ des Bundes, um die Mehrzweckhalle zu sanieren und einen Kunstrasenplatz für den TSV Bernau zu realisieren. Sportreferent Matthias Vieweger (CSU) und die Fußballabteilung des TSV Bernau haben entsprechende Anträge in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt.
Hallenboden der Mehr-
zweckhalle sanieren
Matthias Vieweger betonte, dass eine mögliche Förderzusage nicht automatisch eine Umsetzung bedeute: „Ob wir reinkommen, ist eh noch offen. Selbst für den Fall, dass wir eine Förderzusage bekommen, kann und muss der Gemeinderat immer noch entscheiden, ob er den Antrag stellen möchte oder nicht.“ Vieweger schlug vor, den über 30 Jahre alten Hallenboden der Mehrzweckhalle zu sanieren und idealerweise die gesamte Sporthalle energetisch zu modernisieren.
Für die Fußballer des TSV Bernau hatte Abteilungsleiter Donat Steindlmüller einen Antrag eingereicht, den Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) zusammenfasste. Die Kosten für den Umbau des bestehenden Trainingsplatzes zu einem Kunstrasenplatz werden auf rund 800.000 Euro brutto geschätzt, zuzüglich weiterer 50.000 Euro aufgrund schlechter Untergrundverhältnisse. Ein Neubau eines Kunstrasenplatzes würde etwa 1,2 Millionen Euro brutto kosten. Im Antrag wurde zudem auf die dreifach höhere Nutzbarkeit eines Kunstrasenplatzes im Vergleich zu einem Rasenplatz hingewiesen, sowie auf die nur halb so hohen Unterhaltskosten. Die bestehenden Rasenplätze seien bei Regenfällen stark vernässt, was den Trainings- und Spielbetrieb beeinträchtige.
Bürgermeisterin Biebl-Daiber befürwortete grundsätzlich die Einreichung eines Antrags zur Sanierung der Sportstätten, gab jedoch zu bedenken, dass die Mindestanforderungen an die energetische Sanierung nur bei einer Grundsanierung des gesamten Gebäudes erfüllt werden könnten, was Kosten im siebenstelligen Bereich verursachen würde. Geschäftsführer Andreas Lukas ergänzte, dass spätestens nach der Projekteinreichung ein Energieberater die Energieeffizienz nachweisen müsse und für die Projektskizze ein Planungsbüro samt plausibler Ausgabenkalkulation erforderlich sei.
Im Gemeinderat gab es unterschiedliche Meinungen. Matthias Vieweger sah den Kunstrasen als „Sahnehäubchen“, das nicht sofort umgesetzt werden müsse. Franz Praßberger (ÜWG) verwies auf die ganzjährige Bespielbarkeit des Kunstrasens in Prien. Sascha Klein (WMG), Martin Pollinger (SPD) und Christian Praßberger (ÜWG) hielten eine Erneuerung des Hallenbodens für dringlich, wobei Klein die Kosten für weitere Maßnahmen als zu hoch erachtete und die Priorität bei der anstehenden Erweiterung und Sanierung der Grundschule sah. Katrin Hofherr (SPD) sprach sich für einen schrittweisen Umbau aus: „Erst mal die Turnhalle, dann der Kunstrasen.“ Franz Schnaiter (CSU) forderte einen weiteren Trainingsplatz mit Kunstrasen. Thomas Herian (BL) regte an, „unbedingt den Antrag zu stellen.“ Gerhard Jell (CSU) fragte nach dem weiteren Vorgehen nach einer möglichen Förderzusage, woraufhin Bürgermeisterin Biebl-Daiber erklärte: „Wir haben dann sechs Jahre Zeit.“ Ulla Zeitlmann (Grüne) lehnte einen solchen Antrag aufgrund des hohen Personalaufwands ab. Auf Nachfrage von Jakob Müller (CSU) stellte Biebl-Daiber klar, dass die Sportmilliarde-Förderung nicht mit der Erweiterung und Sanierung der Grundschule kombinierbar sei.
Räte fassen
drei Beschlüsse
Die Debatte endete mit drei Beschlüssen: Der Antrag zur Sanierung des Hallenbodens wurde einstimmig befürwortet. Für den Umbau des Trainingsplatzes im Zuge einer möglichen Förderung gab es eine Zwei-Drittel-Mehrheit (zwölf zu sechs Stimmen). Ein neuer, weiterer Trainingsplatz wurde mit acht zu zehn Stimmen abgelehnt.