Rimsting – „Mei, is mir langweilig, i zähl scho die Federn von meine Flügerl und imma kummt was anders aussi“, jammerte einer der Schutzengel auf der Bühne der Rimstinger Grundschule. Sie hatten einfach zu wenig zu tun. Doch nach ihrem Ausflug zu den Schutzengeln der allerersten Stunde und deren Bericht zum Geleit der Hirten zum Stall und zum Jesuskind, wussten sie es besser und schätzten ihre behütete Umgebung sowie die Fürsorge an der Rimstinger Grundschule. Die Kinder der Grundschule zauberten ein herrliches Krippenspiel auf die Bühne, das aus der Feder von Autor Werner Hoffmann stammte.
Im Musiksaal der Schule begrüßten Grundschulleiterin Julia Scharpf, Christina Wöger und Simon Rothmayer die Eltern und Angehörigen. Simon Rothmayer begleitete die Aufführung musikalisch abwechselnd mit Harfe und Ziach. Für den weiteren musikalischen Rahmen sorgte die Bläserklasse der Grundschule, die das Publikum instrumental auf Weihnachten einstimmte.
Grundschulleiterin Scharpf freute sich, dass sich mit Werner Hoffmann als mobile Reserve im Kirchendienst ein wahrer Glücksfall für die Schule ereignet hatte, da Hoffmann auch Theaterschreiber war. „Dieses Stück hat er nur für Rimsting geschrieben, das können Sie nur hier sehen“, erklärte Julia Scharpf, die anlässlich der Aufführung auch als „Ober“-Engel auftrat, strahlend. Sie wies darauf hin, dass die Spenden für die Getränke in der Aula der Bürgerhilfe in Rimsting zugutekamen.
Die drei Rimstinger Schutzengel beklagten ihre Langeweile, denn immer wenn sie meinten, es gäbe endlich einen Anlass, um ihrer Funktion gerecht einzugreifen, war bereits eine Lehrkraft schneller als sie. Zwei Sprecher hatten die Einführung übernommen und erklärt, dass viele Menschen in Bayern noch an die Hilfe von Schutzengeln glaubten und es daher sinnvoll war zu sehen, wie es denen von der Grundschule in Rimsting ging. „Das Kühlpack ersetzt das Wunder von uns“, jammerte der eine, während der andere meinte, die Schulleiterin „soll sich mal da nauf bewerben zu uns, da sieht sie, wie des is , wenn ma koa Arbeit hod“. Sie beschlossen und setzten um, per Telefon Windengelchen Emilia zu kontaktieren und eine Fortbildungsreise zu buchen. Nicht ohne sich mit ihr noch schnell zur regelmäßigen Schafkopfrunde zu verabreden, natürlich mit Engel Aloisius im Hofbräuhaus.
Beim Treffen mit den Engeln von der Sondereinsatzzentrale („die nehmen ja nur die Allerbesten“) erfuhren sie deren Arbeitspensum. Erzählerisch nahmen diese sie mit zu ihrem allerersten Einsatz vor 2025 Jahren und bereiteten so den Weg für den Auftritt der Hirten. „Den ersten Einsatz, den vergisst man nie“, kommentierten sie, denn es ging um nicht weniger als darum, den Hirten die „Frohe Botschaft“ zu überbringen. „Des nenn i mal an Auftrag!“, zeigte sich dann einer der Rimstinger Schutzengel sichtlich beeindruckt. Warum es aber dann immer noch so viel Leid und Armut auf der Welt gab, bemängelten sie gleichwohl. „Gott ist doch kein Zauberer“, wurden sie von der geflügelten Spezialeinheit belehrt. Ergriffen von dem Bericht dieser, bekundeten die Rimstinger Engerl am Ende: „Jetzt ist´s nimmer schlimm, dass uns sooo langweilig is“. Glücklich und beseelt waren sie zurückgeflogen und hatten seitdem nie mehr gejammert, erklärten Sprecher und Sprecherin zum Abschluss. Die Zuschauer waren begeistert und beklatschten lange ein ganz wunderbares und ungewöhnliches Krippenspiel der Rimstinger Grund- und Umweltschule. daa