Unterwössen – Die Gruppierung FDP/Unabhängige Wählergruppe Wössen (UWW) hat einstimmig eine Liste mit 15 Kandidaten für die Kommunalwahl am Sonntag, 8. März, aufgestellt. Die Liste zeichnet sich durch eine hohe Frauenquote aus und bildet einen breiten Querschnitt der Bevölkerung ab – vom 18-jährigen Abiturienten bis zum 67-jährigen Bauingenieur im Ruhestand.
Ein besonderer Moment der Versammlung war der Rückblick von Claudia Schweinöster (UWW), die nach 24 Jahren im Gemeinderat nicht mehr kandidiert. Die Dritte Bürgermeisterin erinnerte an die großen Themen ihrer Amtszeit: den Hochwasserschutz nach der verheerenden Überschwemmung im Jahr 2002, die schwierigen Verhandlungen um das Häringer-Grundstück nach dem Brand des Gasthofs Zur Post im Jahr 1995 und die Umwandlung des alten Hallenbads. „Es war eine tolle Sache, viele in diesem Raum haben dort schwimmen gelernt, aber es war halt einfach nicht finanzierbar“, so Schweinöster zur Hallenbad-Diskussion. Das im Jahr 2019 eingeweihte Alte Bad sei heute mit Kita, Sport und Kultur Mittelpunkt des Ortslebens.
Listenführer Markus Entfellner (FDP) ergänzte den Rückblick mit erfreulichen Zahlen: Der Schuldenstand sei von über drei Millionen Euro im Jahr 2020 auf aktuell 1,726 Millionen Euro gesunken. Zugleich habe die Gemeinde Rücklagen in Höhe von knapp 500.000 Euro gebildet. Dies sei nicht nur durch Sparsamkeit erreicht worden, sondern auch durch erfolgreiche Akquise von Förderung. Entfellner dankte ausdrücklich der Kämmerei mit Wolfgang Kaindl und Bauamtsleiterin Jana Schmidt-Hindinger. Für die kommenden Jahre stünden große Aufgaben an: die Sanierung der Schule, der Ausbau des Kindergartens und der Hochwasserschutz Oberwössen.
An der Spitze der Liste von FDP/UWW steht Markus Entfellner (51), Bankbetriebswirt bei der Raiffeisenbank Aschau. Er ist seit zwölf Jahren im Gemeinderat und seit sechs Jahren Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Auf Platz zwei folgt Barbara Stefan (39), Gymnasiallehrerin in Raubling und Mitarbeiterin der Schulleitung. Die Schwester von Claudia Schweinöster ist nach Jahren in Niederbayern zurück nach Unterwössen gezogen. Platz drei belegt Andi Bär (58), Inhaber der Firma G. Bär Gas-Wasser-Heizung, der sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagiert. Martin Stocker (43), Straßenbaumeister und Hoch- und Tiefbautechniker bei der Firma Lampersberger, kandidiert auf Platz vier. Auf dem fünften Listenplatz steht Bernhard Eisenberger (64), Bankkaufmann bei der Volksbank Raiffeisenbank Übersee.
Die 22 Stimmberechtigten wählten die Liste geheim und einstimmig. Markus Entfellner zeigte sich erfreut über die „super Liste“, die von 18 bis 67 Jahren alle Altersgruppen sowie Angestellte und Selbstständige abbilde. Besonders stolz sei er auf die sechs Frauen: „Damit sind wir die Liste mit den meisten Frauen.“
Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) dankte allen Kandidaten für ihre Bereitschaft, Verantwortung für Unterwössen zu übernehmen. Mit persönlichen Worten würdigte er Claudia Schweinöster für ihr 24-jähriges Engagement im Gemeinderat.
Die Kandidaten der FDP/UWW: Markus Entfellner (51 Jahre, Bankbetriebswirt), Barbara Stefan (39 Jahre, Gymnasiallehrerin), Andi Bär (58 Jahre, Inhaber Sanitärfirma), Martin Stocker (43 Jahre, Straßenbaumeister), Bernhard Eisenberger (64 Jahre, Bankkaufmann), Tobias Entfellner (18 Jahre, Schüler), Andrea Schuster (51 Jahre, Molkereimeisterin), Tobias Aberger (48 Jahre, Schreinermeister und Kaufmann), Katrin Entfellner (50 Jahre, Kita-Leiterin), Christian Kordecki (67 Jahre, Bauingenieur), Jenny Fuchs (41 Jahre, Krankenschwester), Rainer Vogt (Informatiker), Sonja Rupert-Wolfermann (52 Jahre, OGTS-Leiterin), Michaela Finke (38 Jahre, Politologin/Controllerin), Thomas Sachenbacher (65 Jahre, Elektromeister). Ludwig Flug