Breitbrunn – Dieser Tage konnte der Breitbrunner Bürger Christian Ass bei bester Gesundheit seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie feiern. In die Liste der illustren Gratulanten hatte sich auch Breitbrunns Bürgermeister Anton Baumgartner eingereiht, der im Namen der Gemeinde eine Urkunde nebst Geschenkkorb überreichte.
Christian Ass, der vielen auch als „Groaßn Musch“ bekannt ist, wurde 1935 als viertes von insgesamt acht Kindern durch Hausgeburt in die Familie von Rosina und Josef Ass im Breitbrunner Ortsteil Wolfsberg hineingeboren. Nach eigener Schilderung wuchs er trotz damaliger Kriegswirren in zwar ärmlichen, aber geordneten Familienverhältnissen auf.
Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule schloss sich ab 1951 eine Maurer-Lehre bei der damaligen Bauunternehmung von Sebastian Schleipfner auf der Fraueninsel an. Als Geselle war Ass dann noch bis 1963 im Unternehmen tätig. Ein Statiker, der sein Büro in Düsseldorf hatte und dessen Sohn kein Interesse am Beruf zeigte, legte ihm die Statiker-Ausbildung nahe. Nach einer Änderung der aktuellen Situation schwenkte Ass dann 1963 auf die Meisterprüfung für Bauhandwerker im mittelfränkischen Ansbach um. 1964 wagte der Jubilar den Weg in die Selbstständigkeit und beschäftigte teilweise bis zu 15 Arbeiter. Zwei unverschuldete Motorrad-Unfälle führten zu gesundheitlichen Problemen und letztlich Anfang 2000 zu einem abrupten Ende seines Berufslebens. Schon 1965 musste er seinen Vater zu Grabe tragen. Im Jahr 1966 lernte der junge Christian seine Ilona kennen, die im Kloster auf der Fraueninsel arbeitete und bereits zwei Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken für das junge Glück. In der Folge wuchs die Familie um die Kinder Christian (1975) und Brigitte (1976) sowie zwei Enkelkinder an, die sein ganzer Stolz sind.
Eine große Passion vom Jubilar war sein vielfältiges Sportengagement. Ab 1954 war er bei den Endorfer Fußballern im Tor zugange, ehe ein Wechsel zum TUS Prien in die damals 2. Oberbayerische Amateurliga folgte. Mit Beginn der Corona-Pandemie ging Ass nach 45 Jahren Schiedsrichter-Einsatz und rund 2500 Fußballspielen mit 85 Jahren in den Ruhestand. Aber auch das Schicksal zeigte sich in seiner unerbittlichen Härte, nämlich als sich die Familie 2017 von ihrem Sohn nach schwerer Krankheit für immer verabschieden musste.
Neben Fußball und Motorradfahren gehörten auch Reisen zu den Interessen von Christian Ass. wak