Traunstein/Kammer/Lofer – Bislang ist weiterhin ungeklärt, wie es zu dem tragischen Skiunfall in Lofer kam: Nach abschließender Erkenntnis der Polizei ist von einem Unglücksfall ohne Fremdverschulden auszugehen. Die Frage, ob Georg Osenstätter eventuell bei seinem Sturz mit hoher Geschwindigkeit keinen Helm trug, ist nun allerdings ausdrücklich widerlegt: Laut Angaben der Polizei trug der Verunfallte einen Skihelm. Ein Helm schützt den Kopf zwar vor vielen Verletzungen, bei einem unglücklichen Aufprall ist aber auch der beste Helm machtlos. Der tragische und verfrühte Tod von Osenstätter schlägt große Wellen: Schon im Alter von 14 Jahren begann sich der Verstorbene in der Feuerwehr Kammer und zahlreichen Vereinen zu engagieren. In der Gemeinde ist Osenstätter vielen ein Freund gewesen.
„Mit tiefer Betroffenheit und großer Trauer nimmt die Feuerwehr Kammer Abschied von ihrem Kameraden Georg Osenstätter, der im Alter von nur 41 Jahren infolge eines tragischen Sportunfalls viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Georg war seit seiner Jugend eng mit der Feuerwehr Kammer verbunden. Bereits in der Jugendfeuerwehr trat er in unsere Gemeinschaft ein und blieb ihr über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Engagement, großer Verlässlichkeit und tiefer Kameradschaft treu. Er war ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele – geprägt von Pflichtbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein und dem festen Willen, für andere da zu sein“, heißt es im Nachruf der Feuerwehr Kammer.
Über einen Zeitraum von fast 20 Jahren hatte Georg Osenstätter das Amt des Schriftführers inne und führte mit großer Sorgfalt die Vereinschronik der Feuerwehr Kammer. Damit bewahrte er ihre Geschichte für kommende Generationen. Zudem war er maßgeblich für die Erstellung der Festschriften verantwortlich. Mit großer Akribie, historischem Verständnis und viel persönlichem Einsatz recherchierte, strukturierte und dokumentierte er die Geschichte der Feuerwehr. In unzähligen Einsätzen stellte er sich unter oft schwierigen und gefährlichen Bedingungen in den Dienst der Allgemeinheit. „Georg war auch von mir ein wirklich guter Freund – auch außerhalb der Feuerwehr“, heißt es von Hubert Hobmaier, Fachkreisbrandmeister für Presse- und Medienarbeit, auf Nachfrage von chiemgau24. Auf der Homepage der Feuerwehr Kammer hat er daher zusammen mit der Vorstandschaft und den Verantwortlichen der aktiven Wehr von Kammer einen Nachruf verfasst.
Auch der Oberbürgermeister von Traunstein Christian Hümmer teilte sein Bedauern über das Ableben von Osenstätter mit: Denn Osenstätter war nicht nur in der Feuerwehr engagiert. Er wirkte auch als Stadtrat in der Gemeinde Traunstein mit. „Der plötzliche Tod von Georg Osenstätter erschüttert mich zutiefst. Ich trauere als Oberbürgermeister, aber auch persönlich um einen jungen, engagierten Familienvater, der sich mit großer Leidenschaft und Verantwortung für unsere Stadt eingesetzt hat. Georg war ein hochgeschätzter Stadtrat, der sich besonders für seine Heimat Kammer, für die Vereine, den Sport, die Feuerwehr und für das Ehrenamt stark gemacht hat. Immer engagiert, humorvoll, wertschätzend – so durfte ich Georg kennenlernen. Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl gelten seiner Ehefrau, seiner kleinen Tochter und seiner Familie. Ruhe in Frieden, lieber Georg“, formuliert Hümmer in einem Post auf Facebook. Unter seinem Post und den Worten der Feuerwehr Kammer fanden sich zahlreiche Kommentare, die Beileid aussprachen und Schock ausdrückten. „Pfiad Di… mach‘s guad lieber Georg“, schrieb eine Nutzerin.
„So traurig. Ein so engagierter Mensch musste gehen, unbegreiflich. Viel Kraft den Angehörigen. Vielen Dank für dein ehrenamtliches Engagement!“, schrieb ein anderer Nutzer.
Georg Osenstätter war am Montagvormittag (22. Dezember) beim Skifahren an der Steinplatte bei Lofer (Salzburger Land) tödlich verunglückt. chiemgau24.de hatte bereits berichtet. Der 41-Jährige war dort aus bislang ungeklärter Ursache bei hoher Geschwindigkeit zu Sturz gekommen und hatte dabei schwerste Kopfverletzungen erlitten. Obwohl sofort Ersthelfer und wenig später auch professionelle Retter zur Stelle waren, starb Osenstätter nach Polizeiangaben noch auf der Piste. Zunächst war nur gemeldet worden, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen Mann aus dem Landkreis Traunstein handelte.