Hunderte „schwarze Nasen“ in Traunstein

von Redaktion

Kaminkehrer bringen Glück und schenken Freude – 6.000 Euro für Familien gesammelt

Traunstein – Die Kaminkehrer aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein haben auf dem Traunsteiner Maxplatz einen Neujahrsaktionstag veranstaltet. Dabei sorgten sie für Hunderte „schwarze Nasen“ und viele lächelnde Gesichter in der Innenstadt. Mit Ruß strichen sie den Passanten über die Nase und wünschten ihnen ein glückliches neues Jahr. Gleichzeitig sammelten sie Spenden für zwei Herzensprojekte. Unterstützung erhielten sie dabei von der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung Pape & Co., die insgesamt 3.000 Euro spendete.

Die „Glücksbringer-Neujahrsaktion“ gibt es inzwischen seit 25 Jahren. Siegfried Waak aus Unterwössen, alias „Da Ruaß“, einer der rund 50 anwesenden Standesvertreter, hatte eigens ein kleines Döschen Asche mitgebracht. Damit verzierte er die Nasen und Gesichter Hunderter Passanten und wünschte ihnen Glück für das neue Jahr. „Manche kommen mittlerweile extra wegen der schwarzen Nase zu unserer Aktion in die Stadt“, schmunzelt der Pensionist. Seine Frau bastle außerdem kleine Kaminkehrer aus Ton, die man am Aktionsstand gegen eine kleine Spende mitnehmen konnte.

Die Kaminkehrer nutzten den Aktionstag, um Spenden für zwei Familien zu sammeln, die sie in diesem Jahr unterstützen. Musikalisch begleitet wurde der Tag von der Bläsergruppe „de Notenfuchser“ aus Leobendorf.

Überglücklich zeigte sich Michaela Böhm aus Teisendorf, die mit ihrer drei Jahre alten Tochter Helena nach Traunstein gekommen war. Helena ist auf einen Rollstuhl angewiesen und benötigt dringend ein Therapierad, um ihre körperlichen Fähigkeiten weiter auszubauen. „Solche Geräte kosten bis zu 10.000 Euro. Wir sind für diese großzügige Unterstützung mehr als dankbar“, sagte Michaela Böhm.

Ähnlich bewegt äußerte sich Claudia Pfanzelt aus Laufen. „Wir benötigen für meinen Sohn Benedikt dringend ein behindertengerechtes Fahrzeug. Sowohl die Anschaffung des Autos als auch der notwendige Umbau für den Rollstuhltransport verursachen hohe Kosten“, betonte sie. Die Gesamtausgaben liegen im mittleren fünfstelligen Bereich. „Wir sind daher auf jede Unterstützung angewiesen.“

Michael Haase, Bezirkskaminkehrermeister aus Siegsdorf, brachte das Engagement seines Berufsstandes auf den Punkt: „Kaminkehrer gelten seit jeher als Glücksbringer. Deshalb sehe ich es als unsere Pflicht, Menschen zu helfen und ihnen ein Stück Glück zu schenken.“ Gleichzeitig relativierte er: „Unsere finanzielle Unterstützung ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, doch jeder gespendete Euro hilft den betroffenen Familien.“ Vertreter der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung Pape & Co. aus Siegsdorf waren eigens zum Aktionstag gekommen und überreichten zwei Spendenschecks über jeweils 1.500 Euro. „Dieses Geld ist bei den beiden Kindern genau an der richtigen Stelle“, betonte Arthur Pape, der gemeinsam mit Michaela Pape und Silvia Witt die Spenden übergab.

Am Ende des Aktionstages konnten die Kaminkehrer beiden Familien jeweils 3.000 Euro überreichen. „Gibt es etwas Schöneres, als anderen zu helfen?“, sagte Thaddäus Mußner, Kaminkehrer aus Freilassing, beim offiziellen Mannschaftsbild im Rahmen der Scheckübergabe. Er zeigte sich zugleich sehr dankbar für die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung.

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