Oberwössen – Großes Staunen in den Fahrzeugen der Rückkehrer aus den Skigebieten, als sie am vergangenen Samstag die letzte Kurve vor dem Ortseingang durchfuhren und sich der Oberwössner Talkessel öffnete. Rechts neben der Bundesstraße sprühte ein haushohes Lagerfeuer Funken. Heimelige Hütten und Stadl stehen im Rund auf dem Festplatz der Oberwössner Frei, von Lichterketten beleuchtet. Funkelndes Licht von Lagerfeuern auf dem Platz, überall steigt Dampf oder Rauch auf. Da tritt so mancher auf die Bremse und wird Bestandteil des 28. Oberwössner Schneefestes.
Das 28. Mal, dass die Dorfgemeinschaft in wochenlanger Vorarbeit die Traditionsveranstaltung organisiert. Sie, die Helfer, haben das Wenigste davon. Im Gegenteil. Es sind schwere Stunden harter Arbeit dort von 15 Uhr bis weit in die Nacht hinter den Theken, Speisen und Getränke vorzubereiten, herzurichten und zu verkaufen, die Feuer zu unterhalten und Nachschub heranzuschaffen.
Für die Besucher, wie unsere Skifahrer, sieht das ganz anders aus. Durch einen mit LEDs stimmungsvoll beleuchteten Tunnel – für den Schneetunnel vergangener Jahre fehlte es an Schnee – betraten die Besucher den Platz. Auf dem Weg über den Platz zum großen Lagerfeuer bekommen die Gäste einen ersten Eindruck.
Für die imposanten Schneebauten, Iglus, Eis-, Schneedekorationen und -effekte hatte es auch dieses Jahr keinen Schnee. Aber immerhin. Für die Kinder fehlte der große Schneehaufen der Schneewinter, von dem sich so herrlich rutschen ließ. Aber: Die Temperaturen der Vornächte hatten es den Oberwössnern ermöglicht, die Natureisfläche auf dem Stockplatz anzulegen. Da vergnügten sich die Kinder auf Schlittschuhen oder ohne. Auch sonst blitzte immer wieder die Fantasie der Einfallsreichtum auf, der sich sonst in den Schneebauten zeigt. Dieses Jahr war es die Fotoecke. Eine heimelig mit Polstern belegte Bank mit passender Wohnzimmerlampe fand sich in einem stillen Eck. Auf der Wand hinter der Bank glimmte ein mit zweifarbiger Lichterkette geschmackvoll geformtes großes Herz, darin das Fotomotto „Häschdägg Scheefest“ in ein Holzbrett geschnitzt. Ebenso erst auf den zweiten Blick zu finden, die Zentimeter dicke glasklare Eisplatte mit indirekter Beleuchtung als großer Bartisch beleuchtet.
Es war sehr voll auf dem Festplatz, voller als andere Jahre. Es war zwar kalt, aber trocken. Überall Feuer und Öfen, sich aufzuwärmen. In Hütten war es angenehm warm. Für die Menschen aus der Region ist das Schneefest zwischen den Feiertagen ein Muss. In Gruppen mit Freunden und Nachbarn standen die Leute zusammen. Es war eine entspannte Atmosphäre und die brauchte es auch vor dem Verzehr der leckeren Schmankerl, des Schlucks Glühwein oder Kinderpunsch. Vor eigentlich jedem Stand reihten sich die Gäste geduldig und standen an. Das begann zwischen 16 und 17 Uhr und auch bis vor 21 Uhr war Geduld gefragt. Erstaunlich, wenn man sah, wie flink und geschickt die über die Jahre erfahrenen Helfer unterwegs waren. Und es lohnte sich anzustehen. Aus Erfahrung gut, die Bosna vom Open Air Team Oberwössen. Ungebrochen die alljährliche Nachfrage nach der Currywurst und den Pommes frites, die die Feuerwehr mit großer Mannschaft verkauft, hier war die Schlange allzeit die Längste.
Waffeln und Kasspatzn gab es bei den Rechlbergern, dem Trachtenverein, das Foglwuid bot seine Burger. Großartig der Zuspruch am ehemaligen Stadl des Verkehrsvereins Wössen, den jetzt die Dorfjugend betreibt. Nahtlos knüpft die an vergangene Erfolge an.