Rottau – Mit den Worten: „Grüß Gott beim 51. Raunacht-Hoagascht in Rottau“ begrüßte der Organisator und Sprecher Miche Huber die Besucher im vollen Messerschmiedsaal. Auch in diesem Jahr stand die Veranstaltung im Zeichen der Raunachtszeit und bot einen Rückblick auf das vergangene Jahr, umrahmt von passstarken Musikstücken und Liedern. Zum Abschluss verteilten die Perchten traditionell Kletzenbrot.
Zunächst spielte die Oimbliah Geigenmusi auf. Miche Huber zeigte sich über die einzelnen Gruppen bestens informiert. Er wusste zu berichten, dass ein Damentrio aus Bayern bei einer Bergtour ein Herrenduo aus dem Salzburger Land für eine gemeinsame Musikgruppe, die Oimbliah Geigenmusi, engagiert hatte. Die Gruppe musiziere mit viel Gespür und feinem Klang in der Besetzung zwei Geigen, Ziach, Harfe und Bassklarinette.
Seit fünf Jahren singen die Geschwister Strasser aus Riedering gemeinsam und begleiten sich mit Ziach, Harfe und Bassgeige. Sie treten als Riederinger Hirtabuam auf und gewannen im vergangenen Jahr den Wettbewerb Traunsteiner Lindl. Sie sangen die Lieder „Wiagal, Wiagal“ und „Geh net auße, du kloana Pinzga“. Schwungvoll spielte das Kirchberg Trio in der Besetzung Ziach, Zither und Kontragitarre auf.
Seit 2013 singen zwei Geschwister mit ihrer Cousine als Johanni Gsang Lieder aus der Region Weilheim. Ihr Lied „Die Heiligen Drei Könige folgen dem Stern“ sei sehr feierlich gewesen. Die Kirchleitn Soatnmusi wurde 1998 in der Wasserburger Gegend gegründet. In der Besetzung Zither, Melodiegitarre, Hackbrett, Harfe, Begleitgitarre und Bassgeige spielten sie schöne, gemütliche Weisen auf.
Einige Traditionen blieben beim stets gut besuchten Raunacht-Hoagascht im Messerschmiedsaal in Rottau unverändert: das Kripperl auf der Bühne, das Klatschen ausschließlich zu Beginn der Pause und am Schluss, kein Ausschank während des Programms, die Verteilung von Kletzenbrot durch die Perchten, der Rückblick auf verstorbene Musikanten und Trachtler sowie der abschließende Andachtsjodler, gefolgt von lang anhaltendem Beifall. Organisatoren dieser Veranstaltungen waren zunächst Sepp Huber, bekannt als der Glasei, und später sein Sohn, der Glaserer Miche. Sie sprachen über das Brauchtum in der Zeit der Raunächte, jener zwölf Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig, die mit dem Brauch des Ausräucherns und den Perchten verbunden sind. Kommentare zum Wetter und launische Worte zu allen möglichen Statistiken sorgten für Heiterkeit im Saal.
Der Andachtsjodler war in diesem Jahr Franz Kofler von den Rittner Buam gewidmet, der die Okarina einführte und im Alter von 82 Jahren verstarb. Ebenso gedachte man Pfarrer Simon Mösenlechner, dem Ruhestandspfarrer von Rottau, der im Alter von 89 Jahren verstarb und ein treuer Raunacht-Gast gewesen war, sowie Stefan Frühbeis, dem Leiter und Gründer von BR-Heimat, der im Alter von 64 Jahren verstarb. aj