Die mit den Hunden tanzt

von Redaktion

Die Traunreuter Vermögensberaterin Barbara Feldbauer und ihr Border Collie Winston sind ein Herz und eine Seele. Kürzlich holte das Duo den Sieg bei der deutschen Dogdancing-Meisterschaft. Dahinter steckt viel Arbeit und eine besondere Leidenschaft.

Traunreut/Chiemgau – Für das kommende Jahr haben die beiden noch größere Pläne. Drei Hunde stürmen daher, als Barbara Feldbauer in ihrem alten Bauernhaus die Tür öffnet. „Achtung, die werden Sie anspringen“, ruft sie – und behält recht. Da ist die flauschige kleine Grace, die elf Jahre alte Victoria und der Held im Haus namens Winston. Er buhlt am stärksten um die Aufmerksamkeit, denn beim Besuch der OVB-Heimatzeitungen in Traunreut geht es um ihn.

Mit acht Wochen kam der fünf Jahre alte braunweiße Border Collie ins Leben von Barbara Feldbauer. Schon ganz früh begann sein Training, immer liebevoll, wie Feldbauer betont. Aber auch Gehorsam ist wichtig. „Abmarsch“ heißt es jetzt, und Winston und seine Freundinnen lassen Feldbauer und die Reporterin in Ruhe miteinander reden. „Ich bin so stolz auf meinen Hund. Der Sieg bei der Dogdancing-Meisterschaft ist für mich schon eine große Nummer“, sagt die 63-Jährige.

Sie liebe Tiere, schwärmt Feldbauer. Schon als Kind hat sie ihren ersten Hund bekommen und das Feuer war entfacht. Ihr Mann sei fast noch ein größerer Hundefreund als sie, den müsse sie sogar bremsen, lacht die Traunreuterin. Denn schnell wäre sonst das ganze Haus voller Hunde, meint sie schmunzelnd.

Sie hat in vielen Jahren mit mehreren Hunden trainiert und dabei schon jede Menge Preise gewonnen. „Ich bin damit nur nicht an die Öffentlichkeit gegangen“, erklärt sie, warum sich im Gang auf einem Tisch die Auszeichnungen stapeln. Mit Winston sei es aber etwas ganz Besonderes. „Dieser Hund ist mein Augenstern und er ist einfach eine Rakete“, sagt sie euphorisch.

Denn die beiden haben noch Größeres vor als die deutsche Meisterschaft. Sie haben sich für die Weltmeisterschaft im Dogdancing qualifiziert. Nächsten Juni geht es nach Bologna.

Doch wie schafft man es, seinen Hund zu Musik wie einen Tanzpartner am Bein zu führen? Vier Minuten lang dauerte jede Choreografie, die Feldbauer mit Winston bei der Meisterschaft in Dortmund vorführte. In der Kategorie „Heelwork“ siegten sie, im „Freestyle“ wurden sie Zweiter. Der Border Collie macht dabei Männchen, Sprünge, läuft rückwärts und ist mit seinem Frauchen wie eine Einheit.

Ringsum ein großes Publikum, Gebell von anderen Hunden – also viel Ablenkung. „Es geht um Korrektheit und Kreativität, um Spaß und darum, Ablenkungen auszublenden“, schildert sie. Über ihr Geheimnis verrät die Hundefreundin: Begonnen wird immer mit ganz kleinen Schritten. Der Hund muss sich konzentrieren und Aufgaben lösen, es geht darum, sich weiterzuentwickeln.

„Wir lieben es. Es ist eine tägliche gemeinsame Beschäftigung. Das Training ist das Highlight des Tages.“ Zeige ihr Hund aber mit den Augen „Das taugt mir nicht“, stelle sie das Training sofort um. So bleibe es stets der Glücksmoment des Tages. Winston zeige das, sobald es losgehe: „Da grinst er von einem Ohr zum anderen.“

Das alles braucht viel Zeit. Eine Stunde Training am Tag sind gesetzt. Da Barbara Feldbauer auch Jurorin im Dogdancing ist, stehen immer wieder Reisen an. In der Bank, in der sie arbeitet, finde sie dabei viel Rückhalt. „Ich habe den unterstützendsten Chef in Sachen Dogdancing, den man sich vorstellen kann“, bringt sie es auf den Punkt. Auch zu einem großen Meeting durften zwei der Hunde unlängst mitfahren, was praktisch war. Trotz des vielen Trainings gehe es ihr nicht vordergründig um Erfolge oder Preise, betont die Vermögensberaterin. Am vergangenen Wochenende war sie mit Winston bei der EM-Qualifikation in Karlsruhe. Plötzlich habe sie gemerkt, Winston fühle sich nicht wohl – und habe sofort zurückgezogen.

Schließlich soll das gemeinsame Dogdancing noch lange der Glücksmoment jedes Tages sein.

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