Traunstein – Mit knapp 250 Gästen aus Wirtschaft, Kultur und Politik sowie von den Kirchen, Vereinen und Verbänden, Behörden und Blaulichtorganisationen feierte die Stadt Traunstein ihren Neujahrsempfang im Kulturzentrum Klosterkirche. Als besondere Ehrengäste waren auch Landrat Andreas Danzer, die Landtagsabgeordneten Konrad Baur und Dr. Martin Brunnhuber, Verkehrsminister a.D. Dr. Peter Ramsauer, die Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl, Christian Kegel und Manfred Kösterke sowie Ehrenbürgerin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner mit Begleitung gekommen.
650. Stadtjubiläum
als Höhepunkt
Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer verwies in seinem Jahresrückblick auf ein eindrucksvolles Jahresgeschehen mit vielen festlichen Anlässen zum 650. Stadtjubiläum, dem Gaufest der Trachtler und der Einweihung des umgebauten Maxplatzes als Höhepunkte. Trotz vieler Krisen und einer allgemein zunehmend angespannten Sicherheitslage habe man sich bewusst zur Durchführung der Festlichkeiten entschieden, um damit auch „ein deutliches Zeichen gegen Terrorismus und Demokratiefeinde“ zu setzen. Ein besonderer Dank komme vor diesem Hintergrund den Sicherheits- und Hilfsorganisationen zu: „Ihr seid die Helden des Festes!“
Angesichts einer zunehmenden Zahl von Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gegenüber Feuerwehrleuten sowie Beschäftigten der Polizei und Rettungsorganisationen auch in Traunstein sagte Hümmer, dem sei deutlich Einhalt zu gebieten. Schließlich leisteten sie wertvolle Hilfe für die Gemeinschaft.
Gerade in unsicheren und von starken Veränderungen geprägten Zeiten wie diesen brauche es einen klaren Kompass. Traunstein habe das klare Ziel, zur „attraktivsten, innovativsten und wohlhabendsten Stadt zwischen Inn und Salzach“ zu werden. Als „Wohlfühlstadt“ gehe es dabei auch um „emotionale Sicherheit und Geborgenheit“. Ein ganz wesentlicher Punkt dafür sei auch das große Engagement der sozialen und caritativen Einrichtungen sowie vieler verschiedener Gruppen der Stadtgemeinschaft. Hümmer hob hervor, dass die weitere Verschönerung der Stadt, der Ausbau der Angebote für Familien, Senioren und Bildung sowie neue Wohnungen wichtige Anliegen für die Zukunft seien.
Mit Blick auf die von Krisen, wirtschaftlicher Stagnation und Angriffen auf die Demokratie geprägte Zeit rief der Rathauschef dazu auf, die „mentale Rezession im Kopf“ und die Verlustängste zu überwinden, die in immer mehr Regelungen nach vermeintlicher Sicherheit suchen. Der „Mut zu großen Entscheidungen, die über den Tag hinausgehen“, habe in Traunstein bereits in der Vergangenheit immer wieder wichtige Weichen für neue Entwicklungen gestellt. Aktuell zeigen Pläne für ein neues Hotel, die Ansiedlung neuer Unternehmen und eine Zunahme der Gewerbesteuereinnahmen um 65 Prozent in den letzten sechs Jahren, dass Traunstein auf dem richtigen Weg sei. Deshalb sei nicht in erster Linie die Bewahrung des Besitzstandes, sondern die einer offenen Geisteshaltung im Sinne früherer Generationen ein Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Zukunft.
Ökumenischer
Neujahrssegen
In ihrem ökumenischen Neujahrssegen hoben der evangelische Dekan Peter Bertram und Stadtpfarrer Konrad Roider die Bereitschaft, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, als wichtiges Element einer gelingenden Stadtgesellschaft und Demokratie hervor. Nicht zuletzt deshalb unterstütze die evangelische Landeskirche mit der Aktion „Unser starkes Kreuz für die Demokratie“ auch die anstehenden Kommunalwahlen. In einer Gedenkminute gedachten die Gäste des tragisch verunglückten Stadtrats Georg Osenstätter und der verstorbenen Unternehmerin Katrin Rührgartner. Die musikalische Untermalung übernahm das Michael Alf Duo.