Staudach-Egerndach – Nur ein halbes Jahr, nachdem Bakterien im Trinkwasser nachgewiesen, eine Abkochverfügung erstellt und eine Chlorung aufgebaut wurde, sind ein neuer Trinkwasserhochbehälter und die Aufbereitungsanlage bestellt. Der Gemeinde liegt sehr viel an einer einwandfreien Trinkwasserversorgung und so wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, einen neuen Hochbehälter zu bekommen. Über die Auftragsvergabe und wie es jetzt weitergeht, informierte Bürgermeisterin Martina Gaukler in der jüngsten Sitzung.
Alter Behälter
ist 75 Jahre alt
Dass der alte, 75 Jahre alte Hochbehälter ersetzt werden muss, ist schon einige Jahre bekannt und so wurden in den letzten Jahren auch Vorarbeiten geleistet. Akut wurde es Mitte des vergangenen Jahres, als Bakterien nachgewiesen wurden. Eine Abkochverfügung wurde sofort erlassen und mit der Chlorung des Wassers begonnen. Diese Chlorung, auch wenn kein Nachweis einer Verunreinigung vorliegt, wird weiter fortgeführt und voraussichtlich erst eingestellt, wenn ein neuer Hochbehälter in Betrieb geht. Mehrere Varianten hat sich der Rat in den vergangenen Monaten angesehen, darunter auch eine Variante in Edelstahl, die liegend im Erdreich verstaut wird. Erst Mitte Dezember entschied sich der Rat für einen Hochbehälter in Edelstahl, der liegend erstellt wird und kein weiteres Hochbauwerk benötigt. Dieser fügt sich besser in die Umgebung ein. Bürgermeisterin Gaukler erinnerte zudem, dass die Behälter mit Erde überfüllt und dadurch auch vor schwankenden Temperaturen geschützt sind, was sich auf die Trinkwasserqualität positiv auswirke.
Nach der Sitzung wurde mit der Firma Harasser verhandelt und der Auftrag vergeben. Somit wurde der Auftrag für den Bau der Behälter mit einer Gesamtsumme von 632.000 Euro erteilt. Zudem wurde auch die Firma Zach beauftragt, die technische Ausrüstung nach dem vorliegenden Angebot mit rund 55.000 Euro zu erstellen. Das Genehmigungsverfahren für den Einbau des Hochbehälters läuft, ergänzte sie. Für weitere Sicherheit der Trinkwasserqualität soll zudem die Aufbereitungsanlage Hafenberg ertüchtigt werden. Nachdem aber im bestehenden Gebäude die geforderte Ultrafiltrationsanlage keinen Platz findet, ist ein Anbau erforderlich. Einige Bürger sind direkt an der Leitung und nicht über den Hochbehälter angeschlossen. Damit auch diese eine Versorgungssicherheit erhalten, wird zudem ein kleiner Speicherbehälter mit einem Volumen von 20 Kubikmetern Wasser eingebaut. Der Auftrag mit einer Summe von 121.200 Euro wurde ebenfalls an die Firma Harasser vergeben. Etwas teurer gestaltet sich hier die technische Ausrüstung mit Hydraulik in Höhe von 177.000 Euro. Diese wird von der Firma Zach erstellt.
Erdarbeiten
kosten extra
Wie Bürgermeisterin Martina Gaukler hinzufügte, konnte bei der Firma, die die Edelstahlbehälter baut, ein Preisnachlass erreicht werden. Somit werden fünf Prozent und immerhin 37.500 Euro weniger berechnet. Insgesamt belaufen sich nun Bauwerke und Technik auf 845.000 Euro. Noch nicht berechnet sind hier die Erdarbeiten, Tiefbau und Leitungen. Zustimmen konnte der Rat den Bauanträgen sowohl für den Neubau eines Trinkwasserhochbehälters als auch für den Neubau einer Trinkwasseraufbereitung am Hafenberg.