Nein zum Bauprojekt an der Ratzinger Höhe

von Redaktion

Rimstinger Gemeinderäte stoppen große Chalet-Pläne auf früherem Erlebnisspielplatz

Rimsting – Einst zierte die Ratzinger Höhe, an einer exponierten Stelle oberhalb des Hotels Weingarten, eine Burg. Die hölzerne Burg war eine bevorzugte Spielstätte des Erlebnisspielplatzes für zahlreiche „Burgfräulein“ und „Burgherren“. Dieser ist schon seit zwei Jahren Geschichte und ein Bauwerber möchte an eben dieser Stelle jetzt fünf Chalets errichten. In der geplanten Größe und an dieser Stelle?

Der Rimstinger Rat erteilte dem Antrag auf Vorbescheid eine klare Absage. Der Erlebnisspielplatz war ein überaus beliebter Treffpunkt für Familien bis Müll- Auswüchse, zu viel Lärm und ein zugeparkter Hotel- und Gastronomieparkplatz in der Corona-Pandemie dazu führten, dass der Pachtvertrag des Grundstückseigentümers mit der Gemeinde Rimsting nicht mehr verlängert wurde (Die Chiemgau-Zeitung berichtete im Januar 2024 damals ausführlich).

Nun hatte der Rat in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag auf Vorbescheid für ein Bauvorhaben auf dem Tisch. Zum Sachverhalt: Beim bestehenden Hotel Weingarten möchte der Eigentümer das Angebot durch die Errichtung von insgesamt fünf Chaltes erweitern und verbessern. Als Standort ist das Gelände oberhalb des Hotels, dort wo früher der Erlebnisspielplatz war, geplant und die Häuser sollen in den Hang integriert werden. Die Verwaltung wies darauf hin, da es sich um die Erweiterung eines bestehenden Betriebes handele, diese auch im Außenbereich in einem bestimmten Umfang möglich sei. „Das Grundstück befindet sich planungsrechtlich im Außenbereich“, so die Verwaltung, daher wünsche der Antragsteller im Vorfeld die Genehmigungsfähigkeit in Form eines Vorbescheids. Letztlich müsse aber das Landratsamt Rosenheim prüfen, ob die Errichtung von fünf Chalets diesen „Umfang“ einhalte.

Wie Bürgermeister Andreas Fenzl informierte, seien in den Planungen fünf Gebäude mit den Abmessungen 13,41 Meter auf annähernd neun Meter vorgesehen. „Da werden ja fünf Einfamilienhäuser gebaut“, aber ein Chalet habe „ganz andere Dimensionen“, ärgerte sich Brigitte Feichtner (UWG).

„Ich werde niemals ja sagen“, erklärte Feichtner. Monika Walter (Grüne) wies auf die exponierte Stelle hin und auf ein früheres Vorhaben im Ortsteil Hitzung. Dort habe ein anderer Bauwerber letztlich zwei, viel kleinere Chalets anstelle der zuvor geplanten bauen dürfen. Auch sie erklärte ihr klares „Nein“ zum Vorhaben. Nina Weinland (Grüne) stieß sich auch an der Größe der Gebäude und stellte die Frage, wie viel der Kubatur dann in den Hang hinein gebaut werde. „Das wäre dann schon ein sehr massiver Eingriff in das Gelände“, so Regina Feichtner von der Verwaltung.

„Gitti hat vollkommen Recht“, schloss sich Maximilian Huber (WGG) der Meinung von Brigitte Feichtner an.

Stefan Julinek (CSU) brachte die Abmessungen seines eignen Einfamilienhauses als Vergleich ins Spiel, welches definitiv kleiner sei. „Wir lehnen es ab, weil es sich keiner so vorstellen kann, und sollten uns den Kreisbaumeister mit ins Boot holen“, brachte es Regina Feichtner auf den Punkt und war sich sicher, dass sich der Kreisbaumeister bei einem Ortstermin auch andere Standorte ansehen werde.

Touristisch sei ein solches Vorhaben, der Bau von Chalets für eine Aufwertung des touristischen Standorts, im Prinzip sicher „sinnvoll“, gab sie zu Bedenken. Dem Antrag auf Vorbescheid für fünf Chalets in der geplanten Größe und am vorgesehenen Standort versagte der Gemeinderat geschlossen seine Zustimmung. daa

Artikel 11 von 11