Sieg und Niederlage in einer Familie

von Redaktion

Karten, Punkte und viele Emotionen beim Preiswatten des Unterwössener Trachtenvereins D‘ Achentaler

Unterwössen – Das alljährliche Preiswatten des Unterwössener Trachtenvereins D‘ Achentaler lieferte spannende Partien und eine Geschichte, wie sie nur das Kartenspiel schreibt: Während sich Reinhard Kurz-Hörterer den Gesamtsieg sicherte, bringt sein Bruder Siegfried die rote Laterne des Letztplatzierten (Platz 32) heim. Ein Ergebnis, das in Familientreffen für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

32 Kartenspieler aus dem Achental waren der Einladung des Trachtenvereins ins Restaurant Lickei gefolgt. An acht Tischen wurde in zwei Runden um Punkte und Platzierungen gekämpft. Das Los bestimmte die Besetzung der Tische zu Beginn jeder Runde neu. So wollte es der Zufall, dass Triumph und Enttäuschung nah beieinander lagen.

Zur Halbzeit sah die Welt noch ganz anders aus. Reinhard Kurz-Hörterer lag zwar solide im Rennen, aber das Feld wurde von anderen angeführt. Lisi Drexl und Felix Gropper dominierten. Dicht dahinter folgten Thomas (Knedl) Steinbacher und Rudi Wernerus. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass sich das Klassement noch einmal drehen würde. Am unteren Ende erwischten Hannah Kurz-Hörterer und Michael Klauser einen rabenschwarzen Start. Beide kamen nur auf 101 Punkte. Doch beim Watten gilt: Abgerechnet wird zum Schluss.

Die zweite Runde stellte die Rangfolge auf den Kopf. Reinhard Kurz-Hörterer zeigte jetzt sein ganzes Können: Mit 524 Punkten katapultierte er sich an die Spitze. Dasselbe Kunststück gelang Filip Bileki. Nach durchwachsenen 214 Punkten in der ersten Runde legte er ebenfalls 524 Punkte nach und schob sich damit auf den dritten Gesamtrang vor. Besonders bemerkenswert war die Aufholjagd von Hannah Kurz-Hörterer. Nach ihrem verpatzten Start erspielte sie in der zweiten Runde 415 Punkte – eine Steigerung um über 300 Punkte. Damit rettete sie sich ins Mittelfeld auf Platz 22. Bitter lief es hingegen für die Frühstarter. Rudi Wernerus stürzte in der zweiten Runde regelrecht ab. Auch Lisi Drexl konnte ihr Niveau nicht halten und fiel von der Spitze auf Platz 13 zurück.

Felix Gropper, der auf Platz zwei landete, fehlten am Ende nur sieben Punkte auf den Sieger. Doch richtig dramatisch wurde es um die Plätze sechs bis neun. Hier entschieden winzige Abstände: Konrad Größ (629 Punkte), Christian Gropper (627), Markus Entfellner (626) und Toni Edtfelder (625) lagen innerhalb von nur vier Punkten. Jeder einzelne Stich wog hier im Nachhinein doppelt schwer.

Mit vier Teilnehmerinnen bei 32 Spielern war der Frauenanteil mit 12,5 Prozent ähnlich wie im Vorjahr (13,6 Prozent). Doch die Leistung stimmte: Helena Bachmann schaffte den Sprung auf Platz vier – und damit sogar einen Rang besser als Carmen Kurz-Hörterer im Vorjahr, die damals als beste Frau Dritte geworden war. Auch Lisi Drexl (Platz 13), Gabi Haßlberger (Platz 16) und Hannah Kurz-Hörterer (Platz 22) bewiesen, dass Watten längst keine reine Männerdomäne mehr ist.

„Das hat Spaß gemacht. Eine gelungene Veranstaltung“, blickt der Vorsitzende des Trachtenvereins Otto Dufter auf einen Abend guter Stimmung und großer Emotionen im Auf und Ab des Spielverlaufs. Dufter freute sich besonders über das gute Miteinander von Jung und Alt, darunter eine ganze Zahl an Spielern von außerhalb des Vereins. lfl

Artikel 9 von 11