Mehr Transparenz und Schutz für Grundwasser

von Redaktion

Bergen bereitet gemeindliche Stellungnahme zum Wasserrechtsantrag von Adelholzener vor

Bergen – Die Gemeinde Bergen bereitet eine umfassende Stellungnahme zum Wasserrechtsverfahren der „Adelholzener Alpenquellen“ vor. In der jüngsten Sitzung wurden hierfür Fragen und Anregungen der Gemeinderäte gesammelt, die nach Abwägung in die Stellungnahme einfließen sollen. Eine weitere Beratung und Abstimmung ist für den heutigen Donnerstag ab 19 Uhr im Sitzungssaal angesetzt.

Bürgermeister Stefan Schneider informierte, dass die von der Gemeinde gestellte Fristverlängerung ausreichend Zeit für eine umfassende Stellungnahme biete. Ihm gehe es darum, Punkte für die Stellungnahme und Interessenabwägung zu sammeln. Er betonte, dass seitens der Gemeinde Vertrauen in die Genehmigungsbehörden bestehe, dennoch alle Argumente aufgenommen werden. Auf Nachfrage von Erika Sträter (SPD) teilte der Rathauschef mit, dass das beauftragte Gutachten zum Wasserrechtsantrag den Gemeinderäten noch vor der nächsten Sitzung zugestellt werde.

Dr. Moritz Beyreuther (Grüne Liste) stellte die Messreihen zur Abnahme der Niederschläge, den Trockenwetterabfluss und die Grundwasserneubildungsrate für das Einzugsgebiet der „Adelholzener Alpenquellen“ vor. Er wies darauf hin, dass ältere, unbeheizte Messstationen in den Wintermonaten bei Schnee keine Messwerte lieferten, wodurch die Messreihen nicht durchgängig seien. Bürgermeister Schneider betonte, dass der durch den Klimawandel bedingte Rückgang der Grundwasserneubildung in der Stellungnahme dargestellt werde.

Laut Kathi Hallweger (Grüne) sei ein gefordertes Monitoring gut, müsse jedoch auch Konsequenzen haben. Tobias Schwaiger (CSU) bemängelte, dass in den von der Firma bereitgestellten Daten die Pegelstände über längere Zeiträume fehlten und forderte für die Zukunft mehr Datensicherheit. Monika Meitinger (ÜW Bergen) ist es wichtig, dass ein eventueller Wassermehrverbrauch berücksichtigt wird. Ohne Neubaugebiete, so Schneider, sei nicht davon auszugehen, dass der Wasserverbrauch steigt. Dem Bürgermeister fiel negativ auf, dass in der Genehmigung alle sechs Brunnen in den drei Einzugsgebieten zusammengefasst wurden. Seiner Meinung nach sollte eine Aufteilung der Fördermengen pro Brunnen und Jahr erfolgen. Zudem sollen Zeiten ohne Entnahme definiert werden, um festzustellen, wie lange es dauert, bis sich die Pegelstände normalisieren. Dr. Beyreuther gab zu bedenken, dass sich durch den Klimawandel die Starkregenereignisse mehren, die zwar zu einem oberflächlichen Abfluss, jedoch nur zu geringer Grundwasserneubildung führen. Für ihn sei eine dynamische Anpassung der Fördermengen wichtig. Dem fügte Tobias Schwaiger hinzu, dass die tatsächlichen Entnahmemengen veröffentlicht werden sollten. Josef Gehmacher (CSU) informierte, dass es ein Gutachten gebe, das die Reduzierung der Fördermengen durchaus rechtfertige. Er bedauerte, dass dieses Gutachten nicht öffentlich vorliege. tb

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