Grabenstätt – Am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden einige schriftliche Anfragen von Josef Austermayer (FW) behandelt. Unter anderem ging es um die Frage, warum der Radweglückenschluss zwischen Tettenmoos und Erlstätt erst 2027 umgesetzt werde. Bürgermeister Gerhard Wirnshofer erklärte dazu, dass der Grunderwerb zwar bereits erfolgt sei, die Planungen des Straßenbaulastträgers Landratsamt Traunstein für die Straßenverlegung, den straßenbegleitenden Geh- und Radweg sowie den Kreisverkehr aber erst bis kommenden August abgeschlossen sein werden. Die Planung müsse dann bis 1. September 2026 bei der Regierung eingereicht werden. Mit der Umsetzung werde wohl 2027 begonnen. Zuvor müssten aber die Regierung und der Landkreis Traunstein noch ihre Zustimmung erteilen.
Wirnshofer erinnerte auch daran, dass der neue Straßenverschwenkungsbereich an der Kreisstraße TS 3 (Grabenstätter Straße) auf Höhe des sanierten und revitalisierten alten Schulhauses in Erlstätt nun mit einer zusätzlichen Leuchte im Warteunterstand besser ausgeleuchtet sei. Ein zweites Licht werde zeitnah noch hinzukommen, sodass die Verkehrsteilnehmer die Verschwenkung und die Bordsteine bei Dunkelheit besser erkennen könnten. Nach dem Abschluss der Baumaßnahmen war der Bordstein mehrmals touchiert worden. Auf den Einwurf des früheren Zweiten Bürgermeisters Robert Muggenhamer (BG), ob das Bushäuschen auf der Westseite offen bleibe, meinte der Vorsitzende, dass dies bewusst so konzipiert worden sei, damit die Wartenden den anfahrenden Bus frühzeitig erkennen könnten und auch der ortsausfahrende Busfahrer Fahrgäste von Weitem im Bushäuschen sähe.
Kritisch beäugte Austermayer in einer weiteren schriftlichen Anfrage den Umstand, dass die für über 13 Millionen Euro aufwendig sanierte Grund- und Mittelschule Chieming seit diesem Schuljahr halb leer stehe. Hintergrund: In der dortigen Mittelschule gibt es seit Schuljahresbeginn ab der sechsten Jahrgangsstufe keine Klassen mehr. Allein in der verbliebenen fünften Klasse werden vor Ort noch Kinder oberhalb des Grundschulalters unterrichtet, alle anderen Mittelschüler gehen nun in Traunstein auf die Schule. Als Teil des Schulverbands Chieming habe man als Gemeinde ein großes Interesse daran, dass die Mittelschule wiederbelebt werde. Vorstellbar sei künftig eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt Traunreut, so Wirnshofer. Mit einem neuen Konzept könnten womöglich auch Schüler aus Nußdorf für die Mittelschule Chieming gewonnen werden, sofern von der Gemeinde Nußdorf Einverständnis bestehe. „Bleibt‘s da jetzt bitte dran, denn bis kommenden Mai muss es da Klarheit geben, sonst ist es für das nächste Schuljahr schon wieder zu spät“, mahnte Josephine Brunnhuber (FW) an, die Rektorin an der Grund- und Mittelschule Ruhpolding ist. „Wir wissen, dass wir keine Zeit mehr zu verlieren haben, am 20. Januar ist Schulverbandsversammlung, da werden wir das dann alles besprechen“, so Wirnshofer.
Auf Unverständnis sei ihm zufolge zuletzt in den beteiligten Gemeinden die überraschende Ankündigung des Landkreises Traunstein gestoßen, dass das Rufbusprojekt mit dem Namen „Traudl“ bereits Anfang Juni 2026 anlaufen solle. Es sei sehr ambitioniert, in dieser kurzen Zeit im Gemeindegebiet 60 Haltestellen zu beschildern, betonte Wirnshofer und wünschte sich eine gleichlaufende Kommunikation des Landratsamts mit den beteiligten Kommunen, die das Projekt initiiert hätten, bevor der Landkreis die Federführung übernommen habe. Es könne nicht sein, dass Grundschüler, die aus Bergen (bei Erlstätt), Kraimoos oder Aberg kommend bereits um 7.20 Uhr mit dem Bus an der Grundschule Grabenstätt ankämen, „auch bei Minustemperaturen erst um 7.45 Uhr ins Schulhaus hineingelassen werden, während die Lehrkräfte im warmen Lehrerzimmer sitzen“, ärgerte sich Josef Hölzle (BG). Bei Kälte seien 25 Minuten lang. Wirnshofer zeigte sich davon überzeugt, dass man mit Rektorin Antje Abels und Kollegium zu einer für alle Beteiligten guten Lösung kommen werde.mm