Telekom-Anfrage macht Sorgen

von Redaktion

Gemeinde Rimsting prüft neue Standorte für Funkmast und setzt auf Bürgerbeteiligung

Rimsting – Sich der Anfrage aufgrund der Nachfrage nicht verschließen, aktiv bei der Standortsuche mit dabei sein, einen eigenen Gutachter mit im Boot haben und letztlich das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben, so könnte man den Leitfaden der Gemeinde Rimsting bezüglich der Anfrage der Telekom nach einem möglichen Standort für einen Mobilfunkmast zusammenfassen. Zur Erinnerung: „Gegen den Willen von Rimsting: Telekom beginnt mit Funkmast-Bau“, titelte die Chiemgau-Zeitung im Juni 2022. Das 30 Meter hohe Stahlgerüst steht seitdem unmittelbar an der Bahnlinie und der Unterführung nahe Schafwaschen.

„Möglichst schonend,
möglichst effizient“

Im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte sich die Verwaltung wieder an den Experten Hans Ulrich gewandt und ihn mit einem Gutachten beauftragt. Ziel war es, auszuloten, welche Standorte für einen möglichen Mobilfunkmast überhaupt infrage kommen und welche Kriterien es zu beachten gilt (wir berichteten). Ulrich wies auch darauf hin, dass im Norden von Rimsting durch den „Bahn-Mast“ die Versorgung gewährleistet sei. Weithin sichtbar ist auch der Mast auf dem Höhenberg bei Pinswang. In den umliegenden Gemeinden habe man die „typischen Dachstandorte“ gewählt, aber weil diese nicht zuwachsfähig sind, sei zu befürchten, dass die Netzbetreiber in „vier oder fünf Jahren dann wieder mit einer Suchanfrage kommen“.

Deshalb habe er vier Standorte für die Gemeinde untersucht mit der Zielsetzung: „Möglichst schonend, möglichst effizient“. Ulrich wies aber noch vor der Diskussion darauf hin, dass zwischen der Anfrage und dem Bau eines solchen Masts noch viel Zeit vergehen werde. „Eine genaue Position brauchen wir noch nicht. Da kann noch eine gewisse Zeit ins Land gehen, weil es ja keinen weißen Fleck auf der Karte gibt. Bis ein Funkmast steht, dauert es sicher drei bis fünf Jahre“, so Ulrich. Wie berichtet, hatte Ulrich vier Standorte untersucht. Zum einen das Dach des Rathauses, einen Standort in der Nähe der Feuerwehr, im Waldgebiet hinter dem Rimstinger Bahnhof und in der Nähe des Wasserhochbehälters auf der Ludwigshöhe.

Bürgermeister Andreas Fenzl gab zu bedenken, dass die Gemeinde den Neubau des Hochbehälters plane und dass „die Ludwigshöhe die Paradeaussichtsplattform der Gemeinde ist“. Fenzl, wie auch Nina Weinland (Grüne), sah vor allem die Information an die Bürger als oberste Pflicht der Gemeinde. Das Problem: Der gerade neuralgische Punkt, der hochsensible Bereich der Ludwigshöhe mit dem Hochbehälter, schlägt von den Werten bezüglich der niedrigsten Belastung, der besten Frequenz und des niedrigsten Masts alle anderen. Ulrich gab außerdem zu bedenken, dass die Gemeinde mit ihrem geplanten Hochbehälter-Neubau es gewissermaßen in der Hand habe, dass der Mast möglichst unauffällig sei. „Das hängt ganz von Ihren Planungen ab. Die Wellen brauchen bloß Platz zum Schwingen.“ Jetzt will die Gemeinde vor möglichen weiteren Gedankenspielen die Bürger über das Gutachten von Ulrich ausführlich informieren und auch das Gespräch mit der Telekom suchen, da deren Vertreter am Tag der Sitzung krank war und sich entschuldigen lassen musste.

Bewohner
einbinden

Im Oktober 2021 hatte es bezüglich des geplanten G5-Ausbaus und einer Anfrage der Telekom und eines anderen Mobilfunk-Anbieters sogar eine außerordentliche Bürgerversammlung gegeben, deren Fazit damals klar ausfiel. Noch ist alles offen. „Wir legen unser Ohr jetzt erst mal an die Bürger“, fasste Regina Feichtner von der Verwaltung zusammen.

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