Eine Leiche in der Grassauer Bücherei

von Redaktion

Beim traditionellen Krimifrühstück stellt die Münchner Autorin Marta Donata ihren neuen Roman „Mörderisch malerisches Malcesine“ vor

Grassau – Fast schon traditionell beginnt der Veranstaltungsreigen der Grassauer Bücherei mit einem Krimifrühstück. Die kulinarischen Schmankerl, gereicht von den Damen der Bücherei wurden dabei mit Informationen der Autorin Marta Donata noch schmackhafter. Es wurde ein schöner Vormittag mit einer Leiche zum Frühstück, in geselliger Runde und mit perfekter Unterhaltung.

Für die 40 Gäste, die zum Krimifrühstück kamen, war ein abwechslungsreiches Frühstücksbuffet aufgebaut. Nach einer kräftigen Stärkung meldete sich die Münchner Autorin Marta Donata, um nicht nur ihren neuesten Roman „Mörderisch malerisches Malcesine“ einen italienisch-bayrischen Krimi vorzustellen, sondern auch um ihre Art der Recherche für ein Buch zu vermitteln. Interessant war zu erfahren, wie die Autorin an ihre Geschichten gelangt. Die Schauplätze ihrer Romane kennt sie gut, sind diese doch sowohl im Chiemgau wie auch am Gardasee, den sie aus Recherchegründen oftmals besucht, zu finden. In diesem Fall handelte es sich um einen kleinen Ort am nordöstlichen Ufer des Gardasees und wie sie betonte, allemal einen Besuch wert. Dies vermittelten auch die Fotos, die sie zeigte und zugleich auch ein wenig Urlaubsgefühl und Fernweh verbreiteten. Die Gier der Menschen und das Streben nach Macht, sind die Motive in ihren Krimis. Sie recherchierte für ihren Krimi in der Kunstsammlerszene und auch zu Gustav Klimt. Der weltberühmte Künstler porträtierte unter anderem reiche jüdische Frauen. Seine Kunstwerke wurden aus den Häusern reicher Bürger gestohlen und versteckt. Besonders ein Gemälde, das in der Realität jedoch auf Schloss Immendorf in Niederösterreich 1945 verbrannt ist, hat es der Autorin angetan. In ihrem Kriminalroman taucht dieses Bild mit der Darstellung des Dörfchens Malcesine am Gardasee in einer Auktion wieder auf. Die Traunsteiner Anwältin Monika Bacher ist ebenfalls am Gardasee und kämpft um die Herausgabe des Bildes, das einer jüdischen Familie gehört und von den Nazis entwendet wurde. Die Geschichte ist zwar frei erfunden, hätte aber durchaus so stattfinden können, zumal die Autorin so präzise die Orte der imaginären Handlung beschreibt.

Für die Gäste war es hochinteressant, mehr über den Kunsthandel zu erfahren und mit welchen Summen Gemälde bekannter Künstler verkauft werden. Die Käufer bleiben bei derartigen Auktionen anonym und schicken Vertreter. So weiß letztlich niemand, wer das Bild ersteigert hat.

Das Krimifrühstück ist immer wieder sehr beliebt und auch eine schöne Möglichkeit, untereinander ins Gespräch zu kommen, sei es, um über das Gehörte zu reden oder sich über andere Themen auszutauschen. tb

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