Inzell – „Wenn jemand etwas brauchte, dann ist man zum Hans gegangen“, so der
Tenor vieler Inzeller, die sich bei Vereinen engagieren. Und es war in der Tat so, dass Hans Köberl sich in vielen Ortsvereinen in seiner unnachahmlichen Art eingebracht hat, sei es bei der Abwicklung des Dorffestes, bei seinem Engagement bei den Gebirgsschützen oder besonders beim Bayerischen Roten Kreuz oder seiner anderweitigen Unterstützung der Vereine in vielerlei Hinsicht.
Für seine Verdienste erhielt der vorbildliche „Ehrenamtler“ nicht nur die Ehrenamtsmedaille der Gemeinde Inzell im März 2010 im Rahmen seines 70. Geburtstages verliehen. Hans Köberl wurde auch schon vorher – im Jahr 2004 – mit der Bundesverdienstmedaille geehrt. Eine Auszeichnung, die ihn überraschte und die er sich mehr als verdient hatte. Ebenso wie die Ehrung der Gemeinde, die bis zur Verleihung geheim gehalten wurde. „Ich war völlig überrascht und die Freude ist richtig groß. Niemand hat mir im Vorfeld etwas gesagt“, so Körberl damals.
Ein Steckenpferd Körberls war das Bayerische Rote Kreuz, bei dem er seit 1983 aktives Mitglied war. Ein Jahr zuvor machte er bei Georg und Bruno Mayer einen Erste-Hilfe-Kurs und war dann 35 Jahre aktiver „Rot-Kreuzler“.
Nicht nur bei Notfällen war er ständig parat, sondern auch bei zahlreichen sonstigen Einsätzen, Großveranstaltungen und Festen war Köberl ein gefragter Mann. Als Mitglied der schnellen Einsatzgruppe des BRK engagierte er sich während der Einsätze für die Versorgung der Helfer und der Betroffenen. Lange Jahre war er zudem Kassier des BRK-Förderkreises und gehörte mehr als 30 Jahre dem Pfarrgemeinderat an. Zudem übernahm Köberl im ehrenamtlichen Rettungsdienst Bereitschaftsdienste als Fahrer von 18 Uhr bis am nächsten Morgen um 6 Uhr und an Wochenenden. Für seinen Einsatz beim Roten Kreuz wurde ihm das Ehrenzeichen der Bereitschaft in Bronze und die Ehrennadel des BRK in Silber überreicht.
Als Mitglied des Fördervereins St. Michael organisierte Köberl die Bewirtung bei verschiedenen Veranstaltungen des Vereins. Beim Michaeliritt kümmerte er sich über viele Jahre hinweg federführend um die Bewirtung der Teilnehmer und Helfer. Ebenso groß war seine Mithilfe beim Dorffest, bei dem er die Vereinbarungen mit der Brauerei organisierte.
Hans Köberl hatte überall hin gute Kontakte und aufgrund seiner sympathischen Art schien es für ihn auch sonntags kein Problem, die richtigen Ansprechpartner bei Problemen oder Fragen zu erreichen.
Köberl arbeitete bei den Adelholzener Alpenquellen. Anfang der 1990er-Jahre organisierte er zusammen mit Rudi Eicher und Hans Alt Hilfstransporte nach Rumänien ans Schwarze Meer nach Constanza. Hilfe bekam er dabei von der damaligen Leiterin in Adelholzen, Sr. Theodolinde, die diese Hilfsaktion großzügig unterstützte und mehrere Lastzüge zum Transport der Hilfsgüter zur Verfügung stellte. Es war damals eine „verschworene Gemeinschaft“ und die Hilfstransporte wurden über viele Jahre hinweg durchgeführt. Für seinen Einsatz wurde ihm 2004 die Bundesverdienstmedaille verliehen.
Großen Anteil hatte der Verstorbene mit seiner Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft auch bei der Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie Inzell, für die er sich jahrelang einsetzte, sowie bei der Sanierung der Fahrrießbodenkapelle, die mit großem Aufwand 1981 renoviert wurde. Hans Köberl konnte seine Mitstreiter immer wieder aufs Neue begeistern und motivieren – mit ihm an seiner Seite hatten die Veranstalter immer ein gutes Gefühl.
Nun verstarb der überzeugte „Ehrenamtler“ und Träger der Bundesverdienstmedaille im Alter von 85 Jahren. wet