Traunstein – Ein kurzer Blick über die Schulter, ein Klingeln – und statt eines Streifenwagens steht plötzlich ein Polizeibeamter mit Fahrrad neben einem. Was ungewöhnlich klingt, ist bei der Polizeiinspektion Traunstein bereits konkret geplant. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, gibt es „Planungen und Vorbereitungen für diese Streifen“.
Sichtbarer auf
Nebenstrecken
Die Radstreifen sollen bei der Verkehrsüberwachung helfen. Ziel ist es, bei Kontrollen und präventiven Gesprächen besser auf „die ‚schwächeren‘ Verkehrsteilnehmer, wie Fahrradfahrer, E-Scooter-Fahrer und Fußgänger“ einzugehen. Zudem soll die Polizei dort sichtbar sein, wo Streifenwagen nur schwer hinkommen.
Geplant sind Einsätze an Orten mit viel Rad- und Fußverkehr. Laut Polizei sind das „Fahrradwege, -straßen und öffentliche Plätze im Innenstadtbereich“. So können „die Kollegen der Fahrradstreife auf Augenhöhe mit Radfahrern sprechen“, so die Polizei. Bei Fehlverhalten wie Fahren auf Gehwegen oder Handynutzung während der Fahrt könne man so leichter eingreifen.
Die Streifen sollen laut Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd aber nicht nur im Stadtgebiet Traunstein unterwegs sein, sondern werden „im Dienstbereich der Polizeiinspektion Traunstein an geeigneten Örtlichkeiten eingesetzt“. Konkret nennt das Polizeipräsidium „unter anderem den Chiemsee-Uferweg in Chieming“, wenn dort ein Einsatz sinnvoll ist. Zunächst sollen Erfahrungen gesammelt werden, danach werden weitere Einsatzgebiete geprüft.
Die Fahrradstreifen kommen vor allem dort zum Einsatz, „die für einen Streifenwagen schwer zugänglich sind oder in denen das Befahren mit Kraftfahrzeugen nicht erlaubt ist“. Gleichzeitig erleichtert das Fahrrad die Kontrolle und Anhaltung von Rad- und E-Scooter-Fahrern. Der Fokus liegt auf Radfahrern, Pedelec- und E-Bike-Fahrern, E-Scooter-Fahrern sowie Fußgängern. Gleichzeitig werden zugeparkte Radwege und anderes Fehlverhalten des motorisierten Verkehrs geahndet. Hinweise zur Verbesserung der Radverkehrsführung und Beschilderung sollen an die Untere Verkehrsbehörde weitergegeben werden. Ziel bleibt „die Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmer für ein rücksichtsvolles Miteinander“. Die Beamten übernehmen „auch jede andere Aufgabe eines Streifenpolizisten“, etwa Unfallaufnahmen, Streitigkeiten oder präventive Bestreifungen.
Bessere
Ansprache möglich
Die Einsätze erfolgen in der Regel zu zweit. Dafür wurden bereits „acht Polizeibeamtinnen und -beamte mit der entsprechenden Ausrüstung“ ausgestattet. Weitere Ausstattungen sind geplant. Der Start der Fahrradstreifen ist für das Frühjahr 2026 geplant.