836.000 Euro für Priener Vereine

von Redaktion

Vereinetreffen im Rathaus – Bürgermeister Andreas Friedrich baut auf ehrenamtliches Engagement

Prien – „An diesem Abend sieht man, wie viele Menschen sich in Prien engagieren – im Sport, in der Kultur, im sozialen Miteinander.“ Michael Voggenauer, Referent für die Vereine und damit Nahtstelle zwischen diesen und dem Marktgemeinderat, war zufrieden: Der Sitzungssaal im Rathaus reichte für die vielen Vereinsvertreter kaum aus.

Für Voggenauer war es der Schwanengesang als Referent, er kandidiert nicht mehr für den Marktgemeinderat. Ein paar Tipps hatte er aber noch, wie das Online-Verzeichnis, was wo zur Verfügung steht, was sich Vereine ausleihen können. Und er wies darauf hin, dass auch mit europäischen Geldern finanzierte Leader-Projekte für Vereine möglich sind.

Hürden möglichst
niedrig halten

Ja, er habe sich, wenn nötig, auch bei der Hallenbelegung eingebracht, so Voggenauer, aber er habe es immer als Schwerpunkt seiner Aufgabe gesehen, den Vereinen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Und das werde er auch tun, bis seine Nachfolge geregelt ist. Die Vereine scheinen mit ihrem scheidenden Referenten zufrieden zu sein. Er wurde mit viel Applaus verabschiedet.

Politik und Verwaltung wüssten, was sie an den Vereinen haben, versicherte Bürgermeister Andreas Friedrich, selbst (Vorstands)-Mitglied in zig Vereinen – mal qua Amt, mal aus Neigung. „Sehr, sehr vieles, was in der Gemeinde angeboten wird, gäbe es ohne die Vereine nicht“, deshalb sei man im Rathaus bestrebt, die Hürden für Vereine möglichst niedrig zu halten. Und ihnen, so gut es der finanzielle Spielraum der Gemeinde zulässt, finanziell unter die Arme zu greifen. 2025 gab Prien 836.000 Euro dafür aus.

Nicht mitgerechnet die rund 40.000 Euro Materialkosten (plus Bauhofleistungen) für die Umgestaltung des Wendelsteinparks. Den ziert seit Herbst 2025 ein Steg mit zwei Gastrobuden. Eine davon soll auch nach „Prien on Ice“ stehen bleiben. Sie kann, so Friedrich und sein Geschäftsleiter Donat Steindlmüller, wie der ganze Platz von den Priener Vereinen genutzt werden, „einfach melden“, so Steindlmüller.

„Einfach melden“ gilt auch für Pfarrer Philipp Werner. Er sei immer gerne bereit, einen Festgottesdienst bei einem Jubiläum zu feiern. Er muss es nur möglichst bald wissen. Denn die Pfarrei ist groß, 14 Kirchen hat Werner unter einen Hut zu bringen, die Zwänge sind mannigfaltig. Da ist so ein Festgottesdienst nicht einfach schnell organisiert, da müssen einige Zahnräder ineinandergreifen.

Vergangenes Jahr musste er, noch nicht lange im Amt, sogar dem Papst Rede und Antwort stehen, erzählte Werner heiter den verblüfften Vereinsvertretern. Die Jungbauern hatten es geschafft, ihren Gottesdienst genau auf den Sonntag (Ende Juni) zu legen, an dem in allen katholischen Pfarreien weltweit der „Peterspfennig“ gesammelt wird. Diese Kollekte geht komplett an den Vatikan und fiel 2025 in Prien mager aus. „Deswegen musste ich mich bei Leo rechtfertigen“, so Werner schmunzelnd. Erheitertes Kopfschütteln im Rund. Dieses Jahr kann das nicht passieren, aber Liedertafel (2027) und TuS (2028) merkten auf. Wenn denn die Vereine rechtzeitig die Hand heben, sagte Werner zu, „dann feiern wir Euch, uns und den Herrgott auch noch – mehr geht nicht!“

Was haben die Priener Vereine mit dem ersten Priener Neubürgerempfang im Oktober zu tun? Sie können und sollen sich präsentieren, möglichst locker und entspannt. So schwebt es dem Bürgermeister und den Marktgemeinderäten vor. Nicht mit riesigem Aufwand, sondern mit ratschen und informieren. „Ohne Hemmschwelle“, so fasste es der Zweite Bürgermeister Michael Anner zusammen. Andreas Friedrich war klar, dass es für Vereine dennoch einen gewissen Aufwand bedeute, aber „es ist auch eine gute Gelegenheit der Werbung für euren Verein.“ Wer sich denn vorstellen könne, mitzumachen? Spontan gingen 15 oder 16 Hände hoch.

Mehr Arbeit für die Vereine beinhaltete eine Bitte von Jugendreferentin Rosi Hell: Sich parallel zum üblichen Ferienprogramm noch ein Ganztagesprogramm für die Sommerferien zu überlegen. Die evangelische und katholische Gemeinde seien schon dran und bastelten an Angeboten, die neuapostolische Gemeinde werde wohl auch mitmachen. Je mehr Anbieter, desto besser.

Vereine auch in den
Sommerferien gefragt

Denn sechs Wochen Ferien könnten Eltern nur schwer überbrücken, da sei es gut, wenn die Kinder beschäftigt würden. Wer Ideen habe, möge sich bei Rosi Hell oder bei Verena Hinze vom Caritas-Zentrum melden.

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