Traunstein – Bei ihrer Jahresversammlung im Bräustüberl am Stadtplatz blickten die Verantwortlichen der Stadtmusik Traunstein auf ein äußerst reges Vereinsjahr mit zahlreichen musikalischen Höhepunkten zurück.
Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer hob in seinem Grußwort die große Bedeutung der Stadtmusik insbesondere bei städtischen Veranstaltungen hervor und sicherte dem Verein auch künftig die Unterstützung der Stadt zu.
Einen umfassenden Rückblick auf das Vereinsgeschehen gab der Vorsitzende Bernhard Schultes. Aktuell zählt der Verein 105 Mitglieder, davon 44 aktive Musikerinnen und Musiker sowie 61 passive Fördermitglieder. Sieben Aktive sind unter 18 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei 38,3 Jahren.
Aus der Aufzählung wurde deutlich, dass es kaum eine Veranstaltung in der Stadt gibt, an der die Stadtmusik nicht beteiligt war. Ob Starkbierfest im Hofbräuhaus, Faschingszug, Georgiritt, Florianitag, Rosentage, Fronleichnam, Kultsommer, Allerheiligen, Volkstrauertag oder Christkindlmarkt – die Musikerinnen und Musiker deckten ein sehr breites musikalisches Spektrum ab.
„Allein beim Gautrachtenfest kamen wir auf 23,5 Stunden musikalische Begleitung“, betonte Schultes. Gleichzeitig brachte er seine Freude über das gelungene Festwochenende „650 Jahre Stadtrechte“ zum Ausdruck, bei dem die Stadtmusik sowohl beim Festzug als auch beim Standkonzert beteiligt war. Darüber hinaus war der Verein auch außerhalb der Stadtgrenzen aktiv, etwa bei der Festwoche in Surberg, den Trachtenfesten in Aufham und Seebruck sowie beim Musikfest in Berchtesgaden.
Probenraum platzt
aus allen Nähten
Kritisch sprach der Vorsitzende die aktuelle Probensituation im Keller der Musikschule an. Aufgrund der positiven Entwicklung des Vereins sei der Raum inzwischen deutlich zu klein geworden. Zwar sei dieses Thema bereits mit der Stadt angesprochen worden, dennoch appellierte Schultes erneut an den Oberbürgermeister, zeitnah Abhilfe zu schaffen.
Der musikalische Leiter Daniel Schmid bezeichnete das Musikjahr 2025 als „ziemlich voll, ziemlich gut und einen echten musikalischen Erfolg“. In seinem Rückblick lobte er insbesondere die hohe Beteiligung bei den Veranstaltungen sowie das „tolle Miteinander“ innerhalb der Kapelle. Jugendleiterin Lena Wastlhuber berichtete kurz, dass der Nachwuchs neben der musikalischen Ausbildung auch gemeinsame Unternehmungen wie einen Besuch der Festwoche in Surberg oder des Christkindlmarkts unternommen habe.
Kassenwartin Barbara Kramer stellte fest: „Ich habe noch nie so viele Einträge im Kassenbuch für ein Vereinsjahr benötigt.“ Der Verein habe im vergangenen Jahr erheblich in die Ausstattung investiert, unter anderem durch die Anschaffung neuer Herrenwesten. Trotz eines Zuwachses bei den Fördermitgliedern und eines Zuschusses der Stadt sei das Jahr mit einem kleinen Fehlbetrag abgeschlossen worden. Für das laufende Jahr kündigte Kramer an, dass unter anderem die Damenschürzen ergänzt werden müssten.
Hümmer würdigte die Arbeit des Vereins als „riesengroße Leistung“ und betonte: „Veranstaltungen ohne Musik – da würde etwas Wesentliches fehlen.“ Die Stadtmusik leistete einen großen Beitrag zu einem „sehr schönen Jahr“ und sei eines der Aushängeschilder der Stadt. Gleichzeitig sagte er zu, die Unterstützung der Stadt fortzusetzen und die Verbesserung der Probensituation voranzutreiben.
Die turnusmäßigen Neuwahlen verliefen ohne Veränderungen. Vorsitzender bleibt Bernhard Schultes, sein Stellvertreter ist weiterhin Paul Schillinger. Barbara Kramer wurde als Kassenwartin bestätigt, Janina Lödding bleibt Schriftführerin. Florian Schultes fungiert für weitere zwei Jahre als Notenwart, Thomas Wagner bleibt Zeugwart. Auch Jugendleiterin Lena Wastlhuber wurde in ihrem Amt bestätigt und weiterhin von Theresa Wendt unterstützt. Gerhard Schweinberger und Hans-Georg Schillinger bleiben die Kassenprüfer des Vereins. Ebenfalls einstimmig bestätigt wurden Daniel Schmid und Joseph Schillinger als musikalische Leiter.
Stadtmusik künftig
am Maibaum vertreten
Zum Abschluss der Versammlung ergriff Simon Schreiber das Wort. Er überbrachte den Dank des Georgivereins für die Mitwirkung der Stadtmusik beim Georgiritt und beim Schwertertanz. In seiner Funktion als Festleiter des Gautrachtenfestes dankte er den Musikerinnen und Musikern für deren Unterstützung, die er als „gewaltigen Brocken“ bezeichnete. Zudem übermittelte er den ausdrücklichen Dank der Landtagspräsidentin Ilse Aigner für die Beteiligung am Gaufest.
Bernhard Schultes richtete anschließend einen Wunsch an die Vertreter des Traunsteiner Trachtenvereins: „Wäre es möglich, dass wir für die Musik am Maibaum auch eine Motivtafel bekommen?“ Vorstand Hans Hölzle und sein Begleiter Josef Kaiser sagten zu, der Stadtmusik eine entsprechende Tafel zur Verfügung zu stellen. „Wir werden euch zeitnah eine Vorlage liefern – bemalen müsst ihr sie dann allerdings bis zum Maibaumaufstellen selbst“, merkte Josef Kaiser schmunzelnd an.
Zeugwart Thomas Wagner erkundigte sich schließlich bei der Stadt, ob bei der anstehenden Ergänzung der Damenmonturen und der Beschaffung neuer Hüte erneut mit finanzieller Unterstützung gerechnet werden könne. Hümmer stellte eine Beteiligung in Aussicht.
Der ehemalige musikalische Leiter Augustin Spiel meldete sich ebenfalls zu Wort. Er stellte fest, dass die musikalische Gestaltung am Heiligen Abend am Waldfriedhof zwar auf großen Zuspruch stoße, die bisherige Form sich seiner Einschätzung nach jedoch „langsam zu Tode laufe“. Er regte daher an, über Alternativen nachzudenken, etwa über eine Möglichkeit zum Mitsingen.
Ein kleines Ensemble an Musikern sorgte sehr zur Freude der Versammlungsbesucher für eine musikalische Begleitung der Veranstaltung. hob