Mehr Gäste, weniger Defizit

von Redaktion

Grassau erreicht wieder Vor-Corona-Niveau bei den Tourismus-Zahlen

Grassau – Ein gutes Jahr für den Grassauer Tourismus konnte im vergangenen Jahr konstatiert werden, denn die Gäste- und Übernachtungszahlen sind gestiegen und erreichten damit das Niveau der Zeit vor Corona. Neue Wege geht die Tourist-Information (TI) hinsichtlich der Werbung, wobei die sozialen Medien immer wichtiger werden. Einen detaillierten Bericht unterbreitete Tourismusleiter Max Felber in der Tourismus-Ausschusssitzung.

Mehr Gäste
besuchen Grassau

Die Übernachtungen sind zwar nur minimal auf 125.000 gestiegen, dafür kamen mehr Gäste nach Grassau. So konnten 39.000 Gästeankünfte gezählt werden. Dies spiegelt den Trend nach kürzerer Aufenthaltsdauer wider, die im vergangenen Jahr nur noch bei durchschnittlich 3,2 Tagen, im Vorjahr bei 3,4 Tagen lag. Max Felber bedauerte, dass die Gästebetten seit 2019 weiterhin rückläufig sind und derzeit 1.314 Gästebetten bereitstehen. Erfreulich sei hingegen, dass die Neuvermietung von Ferienwohnungen gut funktioniere und diese hochwertig sind. So könne für eine schöne Ferienwohnung ein Übernachtungspreis von 160 und 180 Euro erzielt werden. Interessant sei, dass die Buchungsumsätze im „IRS 18 System“ um fast zehn Prozent auf knapp eine Million Euro an Buchungsumsätzen stiegen.

Die TI bespielt drei Kanäle, YouTube, Facebook und Instagram, wobei Posts und Reels auf Instagram immer mehr werden und eine große Reichweite haben. Im vergangenen Jahr konnten 30 Prozent mehr Follower gewonnen werden. Über 600.000 Impressionen wurden eingeblendet, so Felber, und über 400 eigene sowie verlinkte Storys gezeigt. In diesem Jahr wird dieser Bereich noch verstärkt. „Schöne Berg- und Seebilder hat jeder. Wir wollen zeigen, was Grassau Besonderes hat“, betonte er. Einzigartiges und Porträts sollen eingeblendet werden. Man möchte verstärkt mit Reels, also Bewegtbildern, arbeiten.

Felber informierte weiter über die Dachmarkenarbeit der „Chiemgau Tourismus GmbH“, wobei mit einem sich in den beteiligten Gemeinden ähnlichen Logo gearbeitet wird, um Synergieeffekte zu nutzen und die Region zu bewerben. Unter dem Motto „Radeln und Wadeln“ bietet die TI derzeit 24 Online-Touren an, die der Besucherlenkung dienen und ein gutes Angebot darstellen. Wie Felber betonte, werden nur „vernünftige“ Wege mit guten Bedingungen verwendet. Diese 24 Touren reichen und wurden bereits 200.000-mal heruntergeladen.

Gute Präsenz
im Internet

Präsent sei die Gemeinde mit ihrem touristischen Angebot auch bei der Urlaubswelt Chiemgau. Felber informierte, dass es vielfältige Online-Marketingmaßnahmen gab, gemeinsam mit der „Chiemgau Tourismus GmbH“, sowie einen erfolgreichen Website-Relaunch. Der neue Web-Auftritt hat die Hauptzielgruppe Familien mit relevanten Inhalten auf der Hauptseite im Blick. Gedruckt wurden der neue Imageprospekt mit einem Gastgeberverzeichnis als Einlage. Dies zeige die Vielfalt von Vermietungsangeboten im Ort.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Chiemgau-Karte. Gäste fragen gezielt nach der Karte. Rund 20 Betriebe bieten die Karte an. „Da ist noch Luft nach oben“, so Felber, der die Vorzüge der Karte auflistete: kostenlose Nutzung des ÖPNV, Gutscheine für Seilbahnfahrten und nun als neuestes Angebot die Nutzung des Automobilmuseums Amerang.

Die Karte, so Felber, biete pro Person ein Leistungspaket von umgerechnet 250 Euro pro Woche und Person. Claudia Hacher, Vermietervertreterin, erkundigte sich, ob auch die Hochplattenbahn zum Leistungsträger gehört. Es wurde nachgefragt, eine Entwicklung sei noch nicht absehbar, erwiderte Felber.

Seit Oktober gibt es nun auch die Kugelbahn am Museum Klaushäusl. Diese Bahn, initiiert vom Tourismusverein Rottau, gehört zum Gesamtkonzept der Aufwertung von Familienwanderungen und soll, so Felber, ein verbindendes Element darstellen. Schöne Bilder liefert die neue Web-Kamera am Reifinger Badesee, die zum See und Spielplatz ausgerichtet ist, den Badebereich verpixelt, um die Privatsphäre zu wahren.

Die neuen Infotafeln sind nun auch fertig und werden an elf Standorten im Frühjahr aufgestellt. Rad- und Wanderwege werden dort vorgestellt. Mountainbiketafeln werden nur an zwei Stellen, am Adersberg und an der TI, angebracht.

Schlechte Nachrichten hatte der Tourismusleiter hinsichtlich des ÖPNV. Leider gebe es keine Gästekartenanerkennung mehr und auch die Ringlinie werde nicht mehr fahren, demzufolge auch kein Bus mehr mit Radlanhänger. Bürgermeister Kattari fügte an, dass es dem Landratsamt gelungen sei, drei RVO-Linien so zu gestalten, dass diese den Chiemsee gut getaktet umrunden. Prien sei dabei der Anknüpfungspunkt.

Letztlich blickte der Tourismus-Ausschuss auch auf den Haushalt, der in die gemeindliche Haushaltsberatung aufgenommen wird. Bürgermeister Stefan Kattari freute es, dass das Defizit, das in den vergangenen Jahren bei 150.000 Euro lag, deutlich auf 105.000 Euro gesunken sei. Max Felber zeigte auf, dass tarifliche Gehaltsentwicklungen eingerechnet wurden. Der Fremdenverkehrsbeitrag werde steigen.

Defizit sinkt
deutlich

Dringend müsse an der Fassade der Tourist-Info gearbeitet werden. Neben einem neuen Anstrich müssen teilweise Fensterstöcke erneuert oder aufbereitet werden. Investiert werden soll auch in den Spielplatz am Moor-Erlebnisweg. Ein Ersatz für die Spielburg am Biberberg, am Eingang des Erlebnisweges, werde benötigt. Auch ein Kleinkinderspielgerät wäre wünschenswert. Dieser Spielplatz wurde mit 95.000 Euro veranschlagt. Tom Hagl (CSU) begrüßte zwar einen Spielplatz, jedoch nicht in dieser Größenordnung. Man solle dies mit Maß und Ziel angehen. Bürgermeister Kattari schlug vor, den Betrag zu halbieren. Dem konnten sich die Ausschussmitglieder anschließen.

Laut Haushaltsplanvorschlag würden sich die Ausgaben bei 650.000 Euro und die Einnahmen auf 545.000 Euro belaufen. Den Abgleich von 105.000 Euro muss die Gemeinde tragen. Im Vermögenshaushalt werden weitere 57.000 Euro für Investitionen benötigt.

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