Unterwössen – Der Rechnungsprüfungsausschuss hat die Jahresrechnung 2024 geprüft und für gut befunden.
Gemeinderat Markus Entfellner (FDP/UWW) legte dem Gemeinderat jüngst die Ergebnisse vor. Trotz Investitionen von 30 Millionen Euro in den vergangenen zwölf Jahren steht die Gemeinde finanziell solide da. Die Verschuldung liegt bei 1,73 Millionen Euro, die Rücklagen bei rund 800.000 Euro. „Das ist für unsere Größe absolut super“, erklärt Entfellner. Der Rat nahm den Bericht einstimmig zur Kenntnis und entlastete die Verwaltung.
Sonderlob für
den Kämmerer
Die Unterlagen seien „sehr übersichtlich und in einem sehr guten Zustand“ gewesen, berichtete Entfellner. Der Ausschussvorsitzende sprach Kämmerer Wolfgang Kaindl ein Sonderlob aus. Auch die neue Kassenverwalterin Julia Zaiser bekam davon ab: Sie gehe frühzeitig auf säumige Zahler zu und versuche, Lösungen wie Ratenzahlungen zu finden.
„In einigen Fällen ist es einfach Schlamperei der Schuldner, die abwarten, bis der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht“, erklärte Entfellner. Die größeren Schuldner seien im Ausschuss besprochen worden.
Die Gemeinde hat in den vergangenen zwölf Jahren gezielt den Investitionsstau abgebaut: Kindergarten, Wasserwerk, Turnhalle, Sportanlagen. Von den 30 Millionen Euro Gesamtkosten konnte die Kämmerei 15 Millionen Euro an Förderungen und Zuschüssen einwerben. Die verbleibenden 15 Millionen Euro stemmte die Gemeinde aus eigener Kraft bei gleichzeitigem Schuldenabbau und Aufbau von Rücklagen.
Gründe für die positive Entwicklung seien die hohen Einnahmen aus Gewerbesteuer, dem Einkommensteueranteil und der Zweitwohnungssteuer gewesen, kombiniert mit „umsichtiger Haushaltspolitik von Gemeinderat und Verwaltung“.
Zusätzlich hat die Gemeinde Vermögenswerte angeschafft mit der Übernahme des Wasserwerks, dem Erwerb des Kindergartens, Grundstückskäufen als Tauschgrundstücke und Ausgleichsflächen, dem Erwerb einer Gewerbefläche und dem Kauf von Photovoltaikanlagen.
In den kommenden Jahren stehen große Aufgaben an: Fertigstellung des Kindergartens mit Außenanlagen, Restsanierung der Schule, Hochwasserschutz Oberwössen. Die vorhandenen Rücklagen werden benötigt, um dies zu stemmen. Der Ausschuss rechnet damit, dass die Steuereinnahmen zurückgehen, die Kreisumlage steigt und die Schlüsselzuweisungen sinken könnten.
„Eine Darlehensaufnahme ist nicht ausgeschlossen“, stellte Entfellner fest. Das oberste Prinzip müsse bleiben: „Erst um die Pflichtaufgaben unserer Gemeinde kümmern.“
Die Personalkosten liegen am unteren Ende im Vergleich zu Gemeinden ähnlicher Größe. Eine Stelle für das Wasserwerk ist bereits ausgeschrieben. Unabhängig vom Wahlausgang in Schleching, in dem der Verwaltungsleiter Thomas Müllinger in das Rennen um den Bürgermeistersessel geht, braucht man in Zukunft einen Nachfolger für die Unterwössner Geschäftsleitung. Der Ausschuss empfiehlt weiter, über eine Ausbildungsstelle in der Verwaltung nachzudenken.
Anzahl der
Zweitwohnsitze sinkt
Zur Zweitwohnungssteuer berichtete Entfellner, dass die Zahl der Nebenwohnsitze seit Einführung der Steuer 2005 von 1.027 Personen auf aktuell 597 deutlich zurückgegangen ist. Das entspricht 85 Prozent Hauptwohnsitzen und 15 Prozent Nebenwohnsitzen. Die Einnahmen liegen bei rund 463.000 Euro pro Jahr. Ab 2026 werden sie um 50.000 Euro steigen, weil der Gutachterausschuss die Durchschnittsmiete von 8,96 Euro auf 9,90 Euro angehoben hat.
Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) zieht ein Fazit: „Der Vermögenszuwachs versetzt den neuen Gemeinderat in die Lage, die geplanten Vorhaben in der Gemeinde umzusetzen.“