Unterwössen bewirbt sich um Zuschüsse für Sportstätten

von Redaktion

Gemeinderatsmitglieder sehen Förderchancen trotzdem als gering an – „Wenn es funktioniert, dann funktioniert es“

Unterwössen – Einstimmig beschloss der Gemeinderat jüngst im Sitzungssaal des Rathauses, sich für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ zu bewerben. Dabei zeigen die Förderbestimmungen bereits jetzt auf, dass der Antrag wenig Aussicht auf Erfolg hat. Warum das so ist und warum der Antrag trotzdem gestellt wird, das erörterten die Gemeinderäte fleißig. Die Tartanbahn des Sportplatzes am Zollweg ist verschlissen, der Ballsportplatz sanierungsbedürftig. Das und den Instandsetzungsbedarf an Beachvolleyballfeld und Weitsprunganlage summierte Verwaltungsleiter Thomas Müllinger in der Einführung in den Tagesordnungspunkt auf rund 200.000 Euro. Da käme das Bundesprogramm der sogenannten „Sportmilliarde“, dem neuen Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten, gerade recht. Der Bund stellt dafür in einer ersten Runde 333 Millionen Euro bereit, insgesamt sollen bis 2029 bis zu eine Milliarde Euro in die Sportinfrastruktur fließen. 333 Millionen für das Bundesgebiet? Da fürchtet Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU), dass das Programm hoffnungslos überzeichnet sein wird.

Die Mindestfördersumme beträgt 250.000 Euro, der Bund beteiligt sich mit maximal 45 Prozent. Um diese Schwelle zu erreichen, muss ein Projekt aber mindestens 555.000 Euro Gesamtvolumen aufweisen. Unterwössen beantragt Förderung für 200.000 Euro, nicht einmal die Hälfte der nötigen Summe.

„Das ist für die Stadt München natürlich gar kein Problem“, stellte Müllinger fest. Große Städte könnten solche Summen mühelos abrufen. Kleine Gemeinden müssten Maßnahmen künstlich bündeln, um überhaupt antragsberechtigt zu sein. So eine Förderpolitik gehe an der Realität des ländlichen Raums vorbei, in dem auch kleinere Summen eine enorme Haushaltsrelevanz für kleine Gemeinden hätten, sieht der Verwaltungsleiter heimische Kommunen benachteiligt. Dennoch hat die Verwaltung im Rahmen der Interessenbekundung die erforderliche Projektskizze eingereicht. Verwaltungsleiter Thomas Müllinger: „Wir erhoffen uns nicht viel, wollen aber dabei sein, auch um einfach einmal den Bedarf aufzuzeigen.“

Die Haltung des Gemeinderates dazu war pragmatisch. Gemeinderat Philipp Spanier (CSU): „Wenn es funktioniert, dann funktioniert es. Wenn nicht, haben wir uns auch nichts vergeben.“

In die gleiche Richtung äußerten sich Markus Entfellner (FDP/UWW) und Johannes Weber (CSU). Es sei durchaus sinnvoll, „einen Fuß in die Tür zu bekommen“. Sollte der Bund ablehnen, muss der Gemeinderat in den kommenden Haushaltsberatungen priorisieren, welche Teile der Sportanlagen in welcher Reihenfolge aus eigener Kasse saniert werden, sagte der Bürgermeister.

Der Gemeinderat gab einstimmig sein Einverständnis, sich um die Fördermittel im Bundesprogramm zu bewerben. lfl

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