Schleching – Mit einem voll belegten Lawinenkurs hat die Bergwacht Schleching Wintersportler auf die Risiken im Gelände vorbereitet. Zunächst begann der Kurs mit einem Vortrag über die Grundkenntnisse der Lawinenbeurteilung, Grundlagen zum Lawinenwarndienst und zur Tourenplanung. Timon und Bene Hafner führten kurzweilig mit vielen praxisnahen Tipps und einer kurzen Vorstellung von Apps zur Tourenplanung durch den Abend. Auch praktische Vorführungen, wie beispielsweise das Auslösen eines Lawinenairbag-Rucksacks, wurden interessiert verfolgt.
Die Bergwacht Schleching bedankte sich beim Sportgeschäft Bauer, das sich um das „SnowSafe-Booklet“ von Ortovox bemühte, das am Ende jeder Teilnehmer mit nach Hause nehmen durfte. Denn wie bei so vielem im Leben, so die Bergwacht, reiche auch bei der Lawinenbeurteilung ein einmaliges Besuchen eines Vortrages nicht aus. Vielmehr sind ständige Weiterbildung und das Wiederholen der Grundlagen ebenso gefragt wie das Anwenden der Tools bei einer Skitour. Ein Tipp der Bergwacht: Auch auf einer leichten, bekannten Tour sollte man die Lawinensituation immer wieder beurteilen, um so eine Routine zu entwickeln. Besonders wichtig ist dabei laut Bergwacht, mit anderen Wintersportlern in den aktiven Austausch zu kommen.
Am Morgen darauf startete die Gruppe in den praktischen Teil. Die Kursteilnehmer wurden vorab bereits auf die geringen Schneemengen und die damit verbundenen Einschränkungen hingewiesen. So wurde beispielsweise die im vergangenen Jahr sehr beliebte Station „Schneedeckenbeurteilung“ nur kurz angesprochen, und auch bei der Verschüttungstiefe musste ein Kompromiss eingegangen werden.
Oberhalb der Wuhrsteinalm am Wirtszaun hatte ein Voraustrupp der Bergwacht den meisten Schnee gefunden. Motiviert stürzten sich alle Teilnehmer in die praktischen Übungen.
Theresa Hörterer gab außerdem dieses Jahr bei einer neuen Station einen kurzen Überblick über die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen. Außerdem wurde bei ihr besprochen, was außer einem Erste-Hilfe-Set noch in den Rucksack gehört. Neben den grundlegenden Dingen wie Wechselkleidung und warmen Getränken ist auch eine Powerbank – vor allem bei älteren Handys mit schlechteren Akkulaufzeiten – eine Überlegung wert.
Die Teilnehmer stellten viele Fragen. Die praktische Umsetzung zum Wärmeerhalt mithilfe einer Rettungsdecke fanden alle sehr spannend.
Kurz nach Mittag sammelte sich die Gruppe zur gemeinsamen Abfahrt ins Tal. Die gesamte Mannschaft der Bergwacht Schleching hatte an den beiden Kurstagen viel Spaß mit den Teilnehmern und hofft, dass jeder neues Wissen mit nach Hause nehmen konnte.