Ruhpolding – Die Gemeinde Ruhpolding hat wieder einen Ehrenbürger. Im Rahmen eines würdigen und feierlichen Ehrenabends ernannte Bürgermeister Justus Pfeifer den beliebten und allseits geschätzten früheren Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger zum Ehrenbürger der Gemeinde.
Bodenständigkeit
und Weltoffenheit
„Die Gemeinde Ruhpolding verleiht dem früheren Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger die Ehrenbürgerschaft in Würdigung seines jahrzehntelangen, beispielhaften Engagements in kirchlicher, seelsorgerischer und gesellschaftlicher Hinsicht“, gab Bürgermeister Justus Pfeifer den Text der Ehrenurkunde wider und stellte in seiner Laudatio fest: „In ihm vereinen sich auf besondere Weise eine Mischung aus Bodenständigkeit, Weltoffenheit und innerer Klarheit, die vermutlich in seinen Wurzeln in einem einfachen Elternhaus in Urschlau und Egg liegen.“ Wie bewusst die Gemeinde Ruhpolding mit dieser Auszeichnung umgeht, bewies ein Blick des Bürgermeisters auf die Vorgänger Haßlbergers. Die letzten Ernennungen erfuhren 1965 Monsignore Roman Friesinger, 1975 der Gemeinde- und Kreisrat Matthias Mayer (Ster-Hias), und im Jahr 1979 Altlandrat Leonhard Schmucker. Jetzt sei es wieder an der Zeit mit Bernhard Haßlberger eine herausragende Persönlichkeit für sein außergewöhnliches Lebenswerk zu ehren, stellte Pfeifer fest. Er freute sich dabei über den einstimmigen Beschluss des Gemeinderates, der die Bedeutung und die breite Anerkennung des Geehrten unterstreicht.
Dr. Bernhard Haßlberger wurde am 30. Oktober 1946 in Ruhpolding geboren. Nach der Volksschule in seinem geliebten Heimatort konnte er in Burghausen das Abitur erwerben und sein weiterer Weg führte ihn dann über das Studium der Theologie und Philosophie und die Promotion zum Dr. theol. zur Priesterweihe 1977 in Freising. Frühe Verantwortung in der Seelsorge, in der Priesterausbildung und in leitender Funktion der theologischen Fortbildung, die er nie als Karriere, sondern als „Dienst“ verstand, brachten 1994 die Ernennung zum Weihbischof mit sich. „Sein Wirken war geprägt von tiefer Menschlichkeit und großer Nähe zu den Menschen, von besonderem Engagement für Liturgie und Kirchenmusik und von der Überzeugung, dass Kirche dort glaubwürdig ist, wo sie zuhört, begleitet und sich nicht über den Menschen stellt“, lobte Pfeifer in seiner Laudatio und erinnerte zudem an die Präsenz von Haßlberger in der Bischofskonferenz, in internationalen kirchlichen Gremien, in der Bildungsarbeit und in gesellschaftlichen Fragestellungen.
Für sein umfassendes Wirken wurde ihm 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. „Lieber Bernhard, im Namen der Gemeinde Ruhpolding und seines Gemeinderates verleihe ich dir hiermit die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Ruhpolding als Zeichen unserer Dankes, des Respekts und der bleibenden Verbundenheit“, schloss Justus Pfeifer unter lang anhaltenden Beifall seine Laudatio.
Weihbischof Bernhard Haßlberger freute sich im voll besetzten Saal des Hotel Post sichtlich über die besondere Auszeichnung. „Ich war zuerst einmal sprachlos, was bei mir sehr selten vorkommt“, gestand der Weihbischof und betonte: „Ich bin stolz, in einer Reihe mit den Vorgängern zu stehen, von denen ich die letzten noch persönlich gekannt und geschätzt habe.“
Wie beliebt und verwurzelt Haßlberger nach wie vor in seinem Heimatort ist, war auch aus vielen Gesprächen und Begegnungen des Abends zu beobachten, bei denen der Weihbischof stets mit „Bernhard“ begrüßt und angesprochen wurde. Im Rahmen eines überraschenden Interviews, das der unterhaltsame Moderator Hermann Hipf vorbereitet hatte, zeigte sich der Seelsorger sehr humorvoll und mitteilsam und war sich sicher: Trotz meiner vielfältigen Aufgaben habe ich immer einen Fuß in Ruhpolding gehabt. Meine Heimat ist bis heute Standbein und Wurzel meiner Arbeit geblieben und die vielen Freunde und Verwandten bieten immer einen willkommenen Anlass nach Hause zu kommen.
„Es ist eine
gute Zeit!“
„Es ist, wie es ist, und es war und ist eine gute Zeit!“, schloss Haßlberger seinen Ausflug in die Vergangenheit ab und bestätigte die Aussagen vieler Besucher, dass hinter dem roten Talar des Weihbischofs immer der „Mensch Bernhard
Haßlberger“ stehe.