Marquartstein – 2020 musste sich Andreas Scheck, seit 2014 im Amt, bei der Bürgermeisterwahl in Grassau noch gegen Herausforderer Martin Riedl (CSU) durchsetzen – mit einem Stimmenanteil von rund 66 Prozent für Scheck gegenüber 33 Prozent für Riedl letztlich eine klare Sache. Bei der Kommunalwahl 2026 ist das anders: Scheck (Bürger für Marquartstein) ist der einzige Bürgermeisterkandidat. Hier stellt er sich und seine Themen den Leserinnen und Lesern vor.
Scheck: In den vergangenen zwölf Jahren durfte ich mit dem Gemeinderat – sowie zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und vielen Ehrenamtlichen in unseren Vereinen und Organisationen – unsere Gemeinde mit großem Einsatz gestalten und erfolgreich weiterentwickeln. Vieles haben wir erreicht, Krisen gut überstanden und dennoch stehen wir künftig vor großen Herausforderungen.
Bei einigen Projekten haben die wirtschaftlichen Verwerfungen durch Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg die Umsetzung unserer bereits abgeschlossenen Planungen erschwert oder gar zum Stillstand gebracht. Wir müssen unsere Vorhaben an neue Rahmenbedingungen anpassen und zukunftsorientiert ausrichten, um sie Schritt für Schritt in eine erfolgreiche Umsetzung bringen zu können.
Dies gilt insbesondere für die neue Ortsmitte auf dem „Schrobenhauser-Areal“ und das Baugebiet „Am Sportplatz“. Parallel dazu wollen wir die Aktivierung unseres Ortszentrums mit dem Neubau von Grundschule und Kindergarten auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände, unabhängig von Investoren, ein Stück weit selbst in die Hand nehmen. Hier kann in Zukunft in Verbindung mit einem Bürgersaal ein neues soziales Zentrum für Bildung und Gemeinschaft entstehen.
Damit sind erhebliche finanzielle Belastungen verbunden, die wir jedoch auf Basis der soliden und vorausschauenden Finanzpolitik der vergangenen Jahre bewältigen werden. Die umfangreichen Baumaßnahmen in den letzten Jahren wurden überwiegend aus der Rücklage finanziert, die mit hohen Zuführungen aus dem Verwaltungshaushalt auch regelmäßig wieder aufgestockt werden konnte. Während der Nullzinsphase hat die Gemeinde weiter in Grund und Boden investiert. Zur Finanzierung der bevorstehenden Projekte können wir deshalb den Verkaufserlös von Immobilien und Grundstücken aus unserem Bestand heranziehen.
Darüber hinaus halte ich nach Jahren der Schuldenfreiheit zur Umsetzung solch generationenübergreifender Projekte auch ergänzende Kreditaufnahmen für vertretbar.