Ruhpolding – Im Rahmen eines festlichen und würdigen Ehrenabends verlieh die Gemeinde Ruhpolding neben der Ehrenbürgerwürde für Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger (wir berichteten) auch einige Bürgermedaillen für langjähriges Wirken in der Vereinsarbeit und im Ehrenamt.
Zu einem Abend „im Zeichen der Wertschätzung und des Dankes“, der von der „Gemeinderats-Musi“ mit Johannes Hillebrand, Thomas Ringsgwandl und Andreas Wimmer begleitet wurde, begrüßte Moderator Hermann Hipf die Besucher im voll besetzten Saal des Hotels Post.
Auszeichnung für
Herbert Fritzenwenger
Zu Beginn erinnerte er in einer Gedenkminute dankbar an die kurz zuvor verstorbenen Bürgermedaillen-Träger Anton Plenk und Max Lindhuber. „Die heutigen Ehrungen sind Ausdruck des tiefsten Respekts gegenüber Menschen, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren und das Zusammenleben in der Gemeinde aktiv gestalten“, bestätigte auch Bürgermeister Justus Pfeifer „das Lebenswerk Vereinsarbeit, das der Gemeinderat nun einstimmig mit der Bürgermedaille würdigen wird“.
Gemeinderat Thomas Schuhbeck übernahm die Laudatio für die ersten beiden Medaillenverleihungen. „Der Skiclub Ruhpolding ist untrennbar mit dem Namen Herbert Fritzenwenger verbunden und du gehörst dazu, solange ich mich erinnere. Du warst einfach immer da, verlässlich, engagiert und ansprechbar, 15 Jahre als Erster und 15 Jahre als Zweiter Vorsitzender.“ Zudem habe Fritzenwenger Ruhpolding über Jahrzehnte auch international vertreten als Olympiateilnehmer im Biathlon und Langlauf 1988 in Calgary, als mehrfacher Medaillengewinner bei Biathlon-Weltmeisterschaften, als Ideengeber und Organisator der World-Team-Challenge, und nicht zuletzt über 32 Jahre als prägende und fachkundige Stimme bei Biathlon-Weltcups im Deutschen Fernsehen. „Durch seinen beispielhaften Einsatz und sein herausragendes Wirken hat Herbert Fritzenwenger den Sport, den Verein und die Gemeinde in besonderer Weise bereichert“, steht auf der Ehrenurkunde, die ihm Bürgermeister Pfeifer überreichte. Fritzenwenger betonte: „Wenn wir auch künftig die Kraft der Jugend und die Erfahrung des Alters vereinen, steht uns eine gute Zukunft bevor.“
„Für einen Freund, mit dem ich seit 25 Jahren vertrauensvoll verbunden bin“, durfte Schuhbeck dann die zweite Laudatio halten. „Richard Freimoser hat von 1979 bis 2022 den SC Ruhpolding in verantwortungsvollen Funktionen als Schülertrainer und Sportwart Alpin sowie als Zweiter Vorsitzender geprägt. Seit fast 30 Jahren ist er zudem beim Biathlon-Weltcup im Start- und Zielbereich und bei zahlreichen Schüler- und Jugendrennen im Einsatz und hat damit das sportliche und ehrenamtliche Leben in der Gemeinde nachhaltig geprägt.“ Der Geehrte betonte, der SC und das Skifahren seien eine „Herzensangelegenheit“ und es mache nach wie vor Spaß.
Dem Moderator Hermann Hipf als Vorsitzender der Heimatbühne Ruhpolding blieb es vorbehalten, die Ehrung für Gabi Geierstanger vorzustellen. „Heute dürfen wir eine Frau ehren, die seit fünf Jahrzehnten im Hintergrund wirkt, ohne je selber die große Bühne für sich zu beanspruchen“, stellte Hipf fest und verwies auf ihr Engagement als mehrfache Spielleiterin und seit 50 Jahren als Schriftführerin des Vereins. „Gabis Chroniken sind keine bloßen Protokolle, sie sind das Gedächtnis der Heimatbühne“, stellte er dankbar fest und betonte: „Durch deine lange und beispielhafte ehrenamtliche Arbeit hast du das kulturelle Leben der Gemeinde nachhaltig bereichert und Brauchtum und Theaterkultur in besonderer Weise gefördert“. „Danke – ich bin stolz darauf!“ bedankte sich Gabi Geierstanger gewohnt bescheiden für die Auszeichnung.
Ehrfürchtig still und in dankbarer Erinnerung folgten die Gäste dann den Worten von Bürgermeister Justus Pfeifer, der die posthume Ehrung der viel zu früh verstorbenen Dritten Bürgermeisterin Sigi Haitzer übernahm. „Wir ehren mit Sigi eine Frau, die ihre Kraft aus tiefer innerer Haltung und dem sozialen Miteinander geschöpft hat. Ein Selbstverständnis, das sie auch in ihr langes ehrenamtliches Engagement einbrachte. Seit vielen Jahren in Vereinen und der Kirche, seit 2015 in der Flüchtlingshilfe, seit 2014 im Gemeinderat und seit 2020 als Dritte Bürgermeisterin“, zeigte sich der Bürgermeister dankbar.
Herzlichkeit
und Offenheit
Ob als Jugendbeauftragte, im Jugendtreff und der Flüchtlingshilfe oder als Trainerin in der Leichtathletik, durch ihre Herzlichkeit, Offenheit und ihre positive Ausstrahlung war sie für viele Menschen Vorbild, Inspiration und verlässliche Ansprechpartnerin. Unter lang anhaltendem Applaus der Gäste schloss Pfeifer mit den Worten: „Die Medaille ist nicht nur Auszeichnung für Vergangenes, sondern auch Ausblick darauf, welche Werte die Gemeinde auch in Zukunft tragen können. Sigi fehlt uns – ihr Wirken wird in der Gemeinde Ruhpolding in dankbarer Erinnerung bleiben!‘“
Ehemann Markus Haitzer nahm die Medaille stellvertretend entgegen und wünschte sich die Auszeichnung für alle, die mit Sigi Haitzer gearbeitet und sich eingesetzt hatten.