Grabenstätt – Es dürfte sich wohl um ein unglückliches Versehen handeln: Am Ende der Linie, die von Traunstein nach Ising verkehrt, stellte der Busfahrer eines privaten Unternehmens sein Fahrzeug im Gemeindebereich Grabenstätt ab. Dort befand sich das Ende seiner Route.: Dabei übersah er allerdings, dass sich im Bus noch eine 38-jährige Frau aus Traunreut befand, die bei der Endhaltestelle noch im Bus geblieben war. Sie wollte eigentlich vom Bahnhof Traunstein nach Prien fahren. Der Bus fuhr jedoch nur bis zur regulären Haltestelle im Ortsteil Ising in Chieming.
Um Hilfe zu bekommen, setzte die 38-Jährige gegen 8.30 Uhr einen Notruf ab und informierte parallel einen Bekannten. Die Rettung nahte schließlich in Form aufmerksamer Passanten: Diese entdeckten die eingesperrte Frau nach etwa 30 Minuten und betätigten von außen die Notentriegelung des Fahrzeugs. „Die Traunreuterin saß wohl im falschen Bus. Eine Straftat wurde nicht begangen“, so die Polizeiinspektion. Man gehe fest davon aus, dass kein Vorsatz im Spiel war – ein klassisches, wenn auch für die Traunreuterin unangenehmes Versehen.
Vermutlich handelt es sich bei der betreffenden Fahrt um die Linie 9520. Die Ursache für die Misere liegt wohl in einer Verwechslung der Abfahrtszeiten begründet. Die Linie verkehrt laut Fahrplan mit der Abfahrt um 7 Uhr nur bis Ising. Der Bus, der die volle Strecke bis Prien verkehrt, fährt zehn Minuten später ab. Das Unternehmen, das die Linie für die RVO (Regionalverkehr GmbH) fährt, kontaktierte während der Befreiungsaktion den Busfahrer. Dieser kehrte nach Grabenstätt zurück, um die Situation zu klären. Ein klärendes Gespräch zwischen Fahrer und Fahrgast brachte keine Lösung.
Unklar ist, warum die Traunreuterin an der Endhaltestelle nicht ausgestiegen ist. Auf Facebook sorgt der Vorfall für Verwunderung. Ein ehemaliger Busfahrer kommentierte unter dem Artikel, dass eine solche Situation vermeidbar wäre, wenn man den Bus vor dem Abstellen noch einmal abgehe. Er selbst habe eine ähnliche Erfahrung gemacht und seitdem am Ende der Route genauer kontrolliert. Andere Nutzer sehen die Schuld bei der Traunreuterin und vermuten, dass die Frau womöglich abgelenkt war. jj