Chiemsee/Fraueninsel – Mit einem unerwarteten Ergebnis der Gewerbesteuereinnahmen konnte Kämmerer Karl-Heinz Heitauer die Gemeinderäte der Gemeinde Chiemsee in der ersten Sitzung des neuen Jahres überraschen. Die Gewerbesteuereinnahmen lagen bei rund 538.000 Euro und damit circa um 300.000 Euro über dem erwarteten Ansatz. Hinzu kämen sogar noch rund 57.000 Euro, die aber zur Zeit noch offen seien, so Heitauer. Da alle Haushaltsansätze eingehalten worden seien, mussten die Räte lediglich Mehrausgaben in Höhe von 200 Euro bei der internen Verrechnung zustimmen.
Verwaltungshaushalt
beträgt 1,28 Millionen Euro
Wie in einer früheren Sitzung beschlossen, hatte sich der Gemeinderat darauf festgelegt, dass die Jahresrechnung 2025 noch dem bestehenden Rat nur zur Kenntnisnahme vorgelegt werden solle . „Die örtliche Rechnungsprüfung soll dann bis April abgeschlossen sein“, so Heitauer, der damit einen der nachfolgenden Tagesordnungspunkte anspielte. Damit ist auch klar, dass sich erst nach der Kommunalwahl 2026 im März das neu gewählte Gremium damit befassen soll.
Den Verwaltungshaushalt bezifferte er auf 1, 28 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt stehen 697.541 Euro. Heitauer informierte die Räte auch, dass 141.216 Euro vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt geflossen seien. In die allgemeinen Rücklagen seien 538.928 Euro gebucht worden, erklärte er weiter. Bei den Einnahmen und Ausgaben stehen sich für das abgelaufene Jahr 2025 in Summe 295.755 Euro und 289.490 Euro gegenüber, den Bestand gab Heitauer mit 6.265 Euro an. Er ging im Detail auch auf die Haushaltsausgabereste ein, also die Investitionen, die zwar eingestellt waren, aber wohl erst 2026 in Angriff genommen werden. Bei dem Übertrag habe sich eine Summe von fast 1,3 Millionen angesammelt, so Heitauer. Eingehend auf die Höhe erklärte er, dass aufgrund der Kommunalwahl auch die „haushaltslose Zeit“ überbrückt werden müsse.
„Wie ist den die Zuführung zum Vermögenshaushalt zu verstehen?“, fragte Michael Lanzinger nach. Kämmerer Karl-Heinz Heitauer erklärte, dass die Kommune die getätigte Zuführung vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt „nicht gebraucht hat“, dies hänge mit den Mehreinnahmen zusammen. 2026 stehen daher noch einige Maßnahmen zur Realisierung an. Dazu zählen Anschaffungen für die Feuerwehr die sich, auf zwei Haushaltsposten verteilt, auf 26.252 Euro belaufen. Auf Nachfrage von Georg Klampfleuthner, ob es sich dabei um Geld für die Feuerwehrpumpe handele, bestätigte dies Heitauer und verwies auch auf die zweckgebundene Spende (annähernd 6.000 Euro) für diese Anschaffung. Für Baumaßnahmen seien weiter vorgesehen knapp 13.000 Euro für die Feuerwehr, 15.000 Euro für die Torhalle.
Die größten Posten seien sicherlich circa 74.815 Euro für den Wegebau, der immer noch ausstehende Bau von öffentlichen Toiletten für 90.873 Euro, Kanalarbeiten für die Wasserversorgung in Höhe von 78.081 Euro und Investitionskostenrücklagen für den Fährbetrieb von circa 75.000 Euro, zählte Heitauer weiter auf. Wie in den Vorjahren stehen auch im frisch begonnenen Jahr 2026 annähernd 700.000 Euro „für den Erwerb von Grundstücken und für den kommunalen Wohnungsbau“ im Haushalt. Für die Übertragung der Haushaltsausgabereste von 2025 in 2026 sei kein Beschluss notwendig, erinnerte der Kämmerer, da für den Bürgermeister gemäß der Sitzung vom Februar 2022 hierfür eine Ermächtigung abgesegnet worden sei.
90.873 Euro für
öffentlichen Toiletten
Zustimmen musste der Gemeinderat im Clubhaus des Wassersportvereins Fraueninsel aber dann doch bei einer Mehrausgabe. Als überplanmäßige Ausgabe für das Jahr 2025 schlugen 200 Euro zu Buche. Bei der Planungsaufstellung seien kalkulatorische Abschreibungen durch die Abnutzung der gemeindeeigenen Ortskanäle und Anlagen in Höhe von 15.100 Euro geschätzt worden. Da nun die Abschreibungswerte des Abwasser- und Umweltzweckverbands vorlägen, müsste diese Summe um 200 Euro auf 15.300 Euro nach oben korrigiert werden.